Listen




Banner, 120 x 600, mit Claim


Metric - Romanticize the dive

Metric- Romanticize the dive

Metric / Thirty Tigers / Membran
VÖ: 24.04.2026

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 9/10

Ziemlich erwachsen

"Victim of luck", der lockere, hymnenhafte Opener des zehnten Metric-Albums "Romanticize the dive", bedient sich eines gern genommenen sprachlichen Stilmittels. Für Vokalistin Emily Haines ist der Titel jedoch mehr als das. Nämlich eine Art Leitbild für diesen Longplayer, der mit folgenden Zeilen eröffnet: "Now who have I become? / Trash that mirror let my black mascara run / Saying never better baby / Am I a victim of luck? / Never better baby / At last I don't give a fuck / Baby I'm free." Es geht vornehmlich um das Akzeptieren eines nicht perfekten Lebens. Darum, "die Maske der Eitelkeit fallen zu lassen", gibt Haines zu Protokoll. Man könne schließlich genauso sehr ein Opfer des Glücks wie des Unglücks sein.

Und selbst, wenn das nach ein bisschen viel reflektierter Logik des Älterwerdens klingt: Um gewappnet zu sein, um aus dem seelischen Gleichgewicht heraus agieren zu können, ist das zumindest ein Ansatz. Ein anderer scheint jener, zu akzeptieren, dass das, was bisher gut war, für die Zukunft nicht gut sein muss. Mit den Zeilen "So it's just goodbye, my dear friend", gebettet in den fluffigen Indie-Pop von "As if you're here", gelingt es Haines und ihren Mitstreiter*innen dann, einen schmerzhaften persönlichen Cut in ein beinahe luftig-fröhliches Setting zu bringen. Vielleicht ergibt nicht immer alles Sinn, aber es wird weitergehen.

Überhaupt ist "Romaticize the dive" an so mancher Stelle auf der klanglich positiven Seite postiert. Der funkelnden, ab dem Mittelteil treibenden Single "Time is a bomb", die natürlich trotzdem auch in den dunkleren Ecken der Indie-Disco funktioniert, folgt mit dem leicht kitschigen "Crush forever" ein auf ziemlich käsigen Beats und Synthies gelagerter, fröhlicher Electro-Popper. Muss man wollen oder eben: können. Doch natürlich wären Metric nicht Metric, überzeugten die Kanadier nicht auch weiterhin mit intensiveren, feinfühligeren Arrangements. Wenn "Moral compass" sich allein durch sein feines Gitarrenlick trägt und gedämpfte Synthie-Sprenkel atmosphärischen Glanz versprühen oder wenn das im Stillen durchaus tanzbare "Tremolo" zum besseren Feeling seine Instrumentierung in den Lyrics gleich selbst feiert. Und wer nun trotz gesetzteren Alters noch mal Lust auf 80s-Disco-Vibe hat, für den hat die Band mit "Antigravity" einen leicht düsteren kleinen Synth-Hit parat.

Wirkliche Ausfälle finden sich auf "Romanticize the dive" nicht wirklich, aber ein paar Längen und Spannungsabfälle verzeichnet das Album dennoch. Haines blickt dieser Tage reflektiert auf die Anfänge von Metric zurück, auf die wilden Zeiten der ersten Jahre und räumt ein, dass keiner in der Band bisher reich geworden sei. Doch die harte Arbeit, die Musik und vor allem die persönlichen Bindungen, die man geknüpft hat, seien das, was reich mache. "Wir sind Opfer von nichts. Wir haben unser Leben einander gewidmet, und das ist das beste Gefühl der Welt", sagt die Sängerin. Wenn das in gesellschaftlich immer kälter erscheinenden Tagen mal keine hoffnungstiftenden Worte sind.

(Eric Meyer)

Bei Amazon bestellen / Preis prüfen für CD, Vinyl und Download
Bei JPC bestellen / Preis prüfen für CD und Vinyl

Bestellen bei Amazon / JPC

Highlights

  • Victim of luck
  • Tremolo
  • Moral compass

Tracklist

  1. Victim of luck
  2. Wild rut
  3. Time is a bomb
  4. Crush forever
  5. Tremolo
  6. Moral compass
  7. As if you're here
  8. Loyal
  9. Antigravity
  10. Leave you on a high

Gesamtspielzeit: 41:07 min.

Album/Rezension im Forum kommentieren

Einmal am Tag per Mail benachrichtigt werden über neue Beiträge in diesem Thread

Um Nachrichten zu posten, musst Du Dich hier einloggen.

Du bist noch nicht registriert? Das kannst Du hier schnell erledigen. Oder noch einfacher:

Du kannst auch hier eine Nachricht erfassen und erhältst dann in einem weiteren Schritt direkt die Möglichkeit, Dich zu registrieren.
Benutzername:
Deine Nachricht:
Forums-Thread ausklappen
(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag

Kojiro

Postings: 5077

Registriert seit 26.12.2018

2026-05-13 20:05:24 Uhr
Ja, das war's dann leider aber bereits schon wieder.

qwertz

Postings: 1220

Registriert seit 15.05.2013

2026-05-13 19:07:18 Uhr
Mal sehen, ob das Album wenigstens 2-3 brauchbare Songs zu bieten hat.

Für mich dann doch, ja. "Victim of luck", "Tremolo" und "As if you're here" möchte ich nicht mehr missen.

MickHead

Postings: 11442

Registriert seit 21.01.2024

2026-04-24 10:14:54 Uhr
Komplette Playlist bei YouTube:

https://youtube.com/playlist?list=OLAK5uy_lK_jTH1HVu6OGWS5nbBIZwhRTMHnRqOiM&si=KUabzDT7zvyHqarm

Musikexpress 3.5/6

https://www.musikexpress.de/reviews/metric-romanticize-the-dive/

Rolling Stone 4/5

https://www.rollingstone.de/reviews/metric-romanticize-the-dive/

Gaesteliste.de

https://gaesteliste.de/2026/04/23/review/metric-romanticize-the-dive/

Kojiro

Postings: 5077

Registriert seit 26.12.2018

2026-04-24 06:28:01 Uhr
Langweilige, egale Geschichte. Opener wäre ohne den peinlichen „hell yeah“-Ruf ganz gut. Tremolo finde ich gut. Den Rest habe ich schon vergessen.

Kojiro

Postings: 5077

Registriert seit 26.12.2018

2026-04-22 21:03:03 Uhr
Mal sehen, ob das Album wenigstens 2-3 brauchbare Songs zu bieten hat.

Zum kompletten Thread

Hinterlasse uns eine Nachricht, warum Du diesen Post melden möchtest.

Bestellen bei Amazon

Weitere Rezensionen im Plattentests.de-Archiv

Threads im Plattentests.de-Forum

Anhören bei Spotify