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Melanie C - Sweat

Melanie C- Sweat

Red Girl / Rough Trade
VÖ: 01.05.2026

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Discopumpen

"Sweat" ist Melanie Cs Aerobic-Album. Ob die Welt auf ein Aerobic-Album von Melanie C gewartet hat, sei dahingestellt. Singen kann Frau Chisholm nach wie vor hervorragend, im Gegensatz zum merkwürdig leblosen Vorgänger "Melanie C" knallt "Sweat" auch ordentlich. Wer auf Komplexität oder Tiefsinnigkeit beharrt, darf nun aufhören zu lesen. Denn "Sweat" ist dumm. Richtig dumm. Die Bassdrum stampft elefantös im Viervierteltakt, der Kompressor pumpt härter als Schwarzenegger. Was auf dem Papier nach einer Katastrophe klingt, entpuppt sich beim Hören als durchaus unterhaltsame Angelegenheit. Wäre dieses Album im Jahr 2008 erschienen, hätte es garantiert den einen oder anderen Hit abgeworfen. Aber wir schreiben 2026, sodass "Sweat" nur eingefleischte Spice-Girls-Fans interessieren dürfte.

Dass Chisholm überhaupt noch musikalisch aktiv ist, verrät viel über sie. Im Gegensatz zu ihren ehemaligen Kolleginnen scheint sie aufrichtig Lust auf Musik zu haben. Und das hört man "Sweat" an. Es ist ein leichtes, lebensfrohes Werk, das Tanzbarkeit mit starken Melodien verknüpft. Wer zum Spaß möchte, muss allerdings zunächst am Titelsong vorbei. Und der ist, mit Verlaub, unfassbarer Schrott. Da hilft auch ein Diana-Ross-Sample nichts. Dümmliche Motivations-Lyrics treffen auf grauenhaft klobige Synthies, selbst das recht schicke Musikvideo vermag den Song nicht zu retten. "Drum machine" macht es im Anschluss viel besser. Zu einem an Tiësto erinnernden Rummelplatz-Beat gibt Melanie C alles, besonders melodisch weiß der Track zu gefallen.

Und so geht es weiter. Four on the floor, Hände in der Luft. In den besten Momenten kommt fast ein bisschen Robyn-Stimmung auf, diese sind aber leider rar gesät. "Emotional feeling" ist fast schon aufdringlich fröhlich, aber genau deshalb ein Highlight. Auch "What could possibly go wrong?" erzeugt dank einer feinen Bassline Bewegungsdrang. Leider erreicht ein Großteil der Tracks nicht diese Qualität. Nichtigkeiten wie "Pressure" oder "Attitude" verpuffen wirkungslos, was auch an den "Ich bin toll, weil ich es kann"-Texten liegt. Natürlich erwartet niemand tiefschürfende Lyrik von einem Melanie-C-Album, aber ein bisschen mehr Mühe hätte sich die Engländerin beim Schreiben dann doch geben können. Verse wie "Everybody dance / Can you feel it coming? / Baby, now's your chance" erinnern frappierend an DJ Bobo, was lyrisch nicht unbedingt die beste Referenz ist.

Die ruhigeren Momente bleiben zwar ebenfalls recht oberflächlich, warten jedoch mit einigen schicken kompositorischen Ideen auf. So lädt das auf einem cleveren Beat errichtete "Cashmere" zum selbstvergessenen Schwofen ein. "One track mind" schwingt sich hingegen in überraschende Höhen auf, es ist lange her, dass sich so ein fantastischer Song auf einem Album Chisholms befand. Ein bisschen Trip-Hop, ein bisschen All Saints und ganz viel Glitzer fügen sich zu einem hinreißenden Ergebnis zusammen, das ein weiteres Mal die Tragik von Chisholms Solokarriere ins Gedächtnis ruft. Sie hätte das Talent, die Stimme, die Power – aber in der Summe reicht es immer nur zu passablen Alben, die binnen kürzester Zeit in Vergessenheit geraten. Selbst ein veritabler Banger wie "Flick of the wrist" wird daran nichts ändern. Und das ist einfach nur schade.

(Christopher Sennfelder)

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Highlights

  • Drum machine
  • Emotional memory
  • One track mind
  • Flick of the wrist

Tracklist

  1. Sweat
  2. Drum machine
  3. What could possibly go wrong?
  4. Til' it breaks
  5. Pressure
  6. Emotional memory
  7. Attitude
  8. Good for nothing
  9. Undefeated champion
  10. Cashmere
  11. Free to love
  12. One track mind
  13. Flick of the wrist

Gesamtspielzeit: 41:26 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag

MickHead

Postings: 11473

Registriert seit 21.01.2024

2026-05-01 08:23:31 Uhr
Komplette Playlist bei YouTube:

https://youtube.com/playlist?list=OLAK5uy_nIvdgaYSm-6RrdryZgR-F5rvUvOo9kgW0&si=XvJer6m9TRD9oL6w

tjsifi

Postings: 936

Registriert seit 22.09.2015

2026-04-23 14:14:11 Uhr
Wow! Die Dame ist Ü50. Kann sich sehen lassen würde ich mal sagen und so schlimm hört sich das auch nicht an.

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 30585

Registriert seit 08.01.2012

2026-04-22 20:44:43 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

Meinungen?

MickHead

Postings: 11473

Registriert seit 21.01.2024

2026-04-10 19:02:31 Uhr
4. Song "Attitude"

https://youtu.be/9QBEIUh6sIY?si=W5iYluOL011g8-kS

MickHead

Postings: 11473

Registriert seit 21.01.2024

2026-03-13 13:45:19 Uhr
3. Song "Undefeated Champion"

https://youtu.be/Uz2HVJWufXI?si=lzTzPPgxKLX0oblB
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