Bring Me The Horizon - L.I.V.E. in São Paolo (Live immersive virtual experiment)
RCA / Sony
VÖ: 10.04.2026
Unsere Bewertung: 7/10
Eure Ø-Bewertung: 5/10
Absolute cinema
Hideo Kojima mag Füße. Ausladende Zwischensequenzen und Frauen mit weiblichen Formen in knappen Outfits gehören in seinen Videospielen auch dazu. Von eben diesen Videospielen sind Bring Me The Horizon sehr große Fans. Neben dem Soundtrackbeitrag "Ludens" (zum Kojima-Spiel "Death Stranding") haben sich Bring Me The Horizon auch schon titeltechnisch ("Shadow Moses" vom Fanliebling "Sempiternal") bei Herrn Kojima bedient. Dementsprechend ist es nur konsequent, dass sich auch bei der Präsentation eine Scheibe abgeschnitten wird. Die größte Show, die die Band jemals gespielt hat, findet nun im konservierten São-Paulo-Konzert ihr audiovisuelles Denkmal – und das ist ziemlich gewaltig.
Sämtliche Spielarten des Konzertfilms werden hier aufgefahren: Drohnenflüge, Ego-Perspektiven aus dem Moshpit und Spezialeffekte, die über das Videomaterial gelegt werden. Einen robusten Magen und nicht vorhandene Epilepsie vorausgesetzt, ist das beeindruckend anzuschauen. Es passiert hier nämlich ähnlich viel wie in den Set-Pieces von Metal Gear Solid: Pyro, People und Pogo – und das en masse. Vergleichbar etwa mit einer Tool-Liveshow (Blasphemie incoming) folgt alles einer festen Choreografie. Menschen werden daher einige Elemente dieses Konzertes schon auf der letzten Tour gesehen haben (was es aber nicht minder unterhaltsam macht).
Mit einer opulenten Setlist von 17 Liedern (Interludes abgezogen) wird hier das Werk ab "Sempiternal" abgearbeitet. Wer hier auf den Death- oder Metalcore der früheren Alben wartet, wird enttäuscht. Obwohl es sich hierbei natürlich um Geschmackssache handelt, lässt sich nicht abstreiten, dass das Songwriting seit dem eben genannten "Sempiternal" deutlich variabler und zugänglicher geworden ist und einen Großteil dazu beigetragen hat, dass die Band heute dort steht, wo sie steht. Natürlich nehmen die letzten beiden Releases "Post human: Nex gen" und "Post human: Survival horror" den Großteil der Setlist ein, aber es ist interessant zu sehen, wie ein bei Erscheinen sehr gescholtenes Werk wie "That's the spirit" den größten Restanteil und sogar das große Finale des Sets bekommt.
Besagtes Album erfährt auch hörbar den größten Zuspruch vom Publikum. Sei es nun dessen Opener "Doomed", das hymnische "Drown" oder die Linkin-Park-Hommage "Throne". Weitere Highlights sind sicherlich die Kollaboration "Kingslayer" mit Babymetal (hier nur vom Band "zugeschaltet") und das apokalyptische "Parasite Eve" (dessen Name ebenfalls eine Videospielreferenz ist). Starke Abweichungen von den Studioversionen gibt es hier nicht, was der Qualität der Aufnahmen jedoch nicht schadet.
"L.I.V.E. in São Paulo" präsentiert die Band auf dem bisherigen Höhepunkt ihrer Karriere. Dieser Mitschnitt bietet eine gute Übersicht darüber, was Bring Me The Horizon seit ihrer Zuwendung zum Mainstream erreicht haben und dient sozusagen als eine Art Speicherpunkt. Die Zeit wird zeigen, ob die nächsten Schritte eher den Charakter eines ergänzenden DLCs haben oder ein komplett neues, eigenständiges Universum geschaffen wird.
Highlights
- Doomed
- Drown
- Shadow Moses
Tracklist
- (Interlude) Press start
- Darkside
- Mantra
- Happy song
- Teardrops
- Amen!
- (Interlude) Project angel dust
- Kool-Aid
- Shadow Moses
- [ost] (spi)ritual
- n/A
- Sleepwalking
- Itch for the cure (When will I be free?)
- Kingslayer
- Parasite Eve
- Follow you
- Lost
- Can you feel my heart
- (Interlude) You people are all doomed
- Doomed
- (Interlude) Aura gauger
- Drown
- Throne
Gesamtspielzeit: 89:45 min.
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Referenzen
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