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Chalk Hands - The line that shapes the coast of us

Chalk Hands- The line that shapes the coast of us

Dog Knights
VÖ: 27.03.2026

Unsere Bewertung: 8/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Kinnhaken mit Gefühl

Mit ihrem Debütalbum "Don't think about death" sorgten die Briten von Chalk Hands im Jahr 2022 für einen Glanzpunkt in der musikalischen Nische zwischen Post- und Math-Rock, Screamo und Emo. Etwas mehr als eine halbe Stunde Spielzeit benötigten die Herrschaften aus Brighton dort, um mit einer wahrhaft begeisternden Melange aus Härte und Gefühl zu überzeugen und dabei gleichzeitig eine gewaltige Erwartungshaltung an das, was wohl im Anschluss noch so folgen könnte, auszulösen. Tatsächlich bescherte die große Qualität der Band abseits von Headliner-Auftritten auch einige Support-Einladungen, darunter solche von Größen wie Touché Amoré oder Frail Body. Fast exakt vier Jahre nach dem meisterhaften Erstling liegt das zweite Langwerk vor: "The line that shapes the coast of us" liefert elf neue Kompositionen aus der Kategorie "loud sad songs"; eine Einordnung, die man sich selbst höchst stimmig verpasst hat.

Eine knappe Minute dauert es, bis Tom Lester, Antoine Mansion, Ben Moore und Gary Marsden erstmals richtig Fahrt aufnehmen und nach zurückhaltendem Intro in "Ember lane" die Lautsprecher ordentlich durchpusten, Screamo-Passagen inklusive. Drei Songs dauert es, bis Chalk Hands sich einmal durch die Bandbreite ihres Könnens gearbeitet haben (ohne danach in bloße Wiederholungen zu verfallen). Und insgesamt knapp eine Dreiviertelstunde dauert es schließlich, bis direkt nach dem ersten Durchlauf feststeht: Das Debüt war offenkundig keine Eintagsfliege. Per fein gestricktem Übergang geht es vom Opener zum mal rasenden, mal ausgebremsten "Pauvre de moi", das sich später in einen wahren Furor hineinsteigert. Man wird ja nun wahrlich nicht in jeder Lebenslage gern angeschrien, aber im Falle von Songs wie "Bite marks" beispielsweise ist das dann doch eine herrliche Sache. Wenngleich der Inhalt tonnenschwer klingt: "I wonder if my grief could be illusory / When you left was when I truly felt your company."

Gäbe es indes hier fortwährend nur auf die Zwölf, könnte sich vor lauter Brachialgewalt durchaus Langeweile einstellen. Doch dieser latenten Gefahr weichen Chalk Hands wie schon auf dem Debüt mit Leichtigkeit aus. Man lausche exemplarisch nur dem spannenden "Peregrine", das inmitten der kernigen Wucht wohlplatziert innehält. Oder dem zuweilen hypnotischen "A sure fire way to disappear", das in einem ruhigen Fluss zu einem stimmigen Ende geführt wird. Zupacken, wenn es nötig ist, dann wieder sanft streicheln, wenn der Song es verlangt – der Mix aus schnurgerader Härte, kurvenreicher Vertracktheit und in sich ruhenden Passagen gelingt dem Quartett mit verblüffender Souveränität. Mit "Sleep tapes" schleicht das Album schließlich elegant von dannen und lässt keinen Zweifel daran, dass Chalk Hands Meister der stimmigen Tempowechsel sind. Die abschließenden Worte der Review zum nicht minder famosen Vorgänger lauteten: Still. Applaus. Eben das gilt heuer ebenfalls.

(Torben Rosenbohm)

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Highlights

  • Pauvre de moi
  • Bite marks
  • A sure fire way to disappear

Tracklist

  1. Ember lane
  2. Pauvre de moi
  3. Day glow
  4. Bite marks
  5. Breaking waves
  6. A comfort you borrow
  7. Peregrine
  8. A sure fire way to disappear
  9. Rewired eyes
  10. Your skin is gold
  11. Sleep tapes

Gesamtspielzeit: 44:09 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag

Urbsi

Postings: 228

Registriert seit 14.06.2013

2026-04-24 16:12:02 Uhr
Es gibt so Alben, die sind in dem Moment, in dem man sie entdeckt, die besten und wichtigsten der Welt! Das hier ist gerade so eins. Zur richtigen Zeit! Danke Plattentests für die Entdeckung!

Cow

Postings: 14

Registriert seit 28.09.2019

2026-04-22 00:47:46 Uhr
Auf Anhieb entzückend. Das Schlagzeug sticht in der an Kreativität und Spielfreude insgesamt schon sehr reichen Instrumentierung nochmal deutlich heraus. Die Melodien treffen einen Nerv bei mir und driften nie unangenehm in Kitsch oder Pathos ab, was bei diesem Genre imO eine echte Leistung ist ;-P
Bestes Release, das ich aus der Post/Hardcore/Screamo Ecke seit der letzten City of Caterpillar Platte gehört habe, soviel ist nach einem Durchlauf schon sicher. Eventuell ebenfalls eine 9/10, mal schauen.

kiste

Postings: 342

Registriert seit 26.08.2019

2026-04-19 22:36:51 Uhr
Habe mich gerade durch einige Musikvideos der Truppe gehört/ geschaut, da werden angenehme Birds in Row Gefühle bei mir wach!

7th Seeker

Postings: 542

Registriert seit 13.06.2013

2026-04-19 16:15:14 Uhr
Geht mir ähnlich wie kiste, hatte die Band bisher auhc nicht auf dem Schirm, aber nach erstem Reinhören bekomme ich definitiv Lust auf viel mehr davon. Mal schauen ob ich am Ende auch bei 8/10 stehe oder sogar noch besser

kiste

Postings: 342

Registriert seit 26.08.2019

2026-04-19 13:21:20 Uhr
Gerade angehört und sehr angetan. Die Band kannte ich mal wieder nicht, so dass ich auch noch das Debut nachholen darf. Das Cover finde ich auch sehr spannend und passt optisch und thematisch sehr zum Vorgängeralbum, weiß da jemand mehr? Also ob es ein Konzept gibt oder der Künstler aus den eigenen Reihen ala Baroness kommt?
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