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We Stood Like Kings - Pinocchio

We Stood Like Kings- Pinocchio

Kapitän Platte / Cargo
VÖ: 10.04.2026

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Im Sägewerk

Alles ist schön angerichtet. Gemütlich den Abend ausklingen lassen, noch ein wenig in Musik reinhören, die eher für die ruhigen Stunden des Tages gemacht wurde. "Piano-driven post-rock" sagt die Kurzbeschreibung. Sicher keine Neuerfindung, vielleicht ein bisschen Nils Frahm, Bersarin Quartett, Hauschka, etwas in der Richtung "Pinocchio" heißt die Platte, na gut. Einfallsreich ist irgendwie auch anders. Post-Rock ist Stand 2026 aber eh quasi auserzählt. Circa 20 Sekunden lang zeigt sich: Das mit dem Piano stimmt. Dann jedoch der "Huch"-Moment. Ordentlicher Basslauf, Schlagzeug haben sie also auch. Fein abgestimmt, aber dennoch: diese Härte, ungewöhnlich, beziehungsweise unerwartet.

Nicht so sicherlich für Menschen, die We Stood Like Kings schon kennen, davon könnte es einige geben. Die Geschichte um den Holzmichl – ach sorry, falsche Tonspur. Die Geschichte um das kleine lügende Männchen ist bereits ihr sechstes Album und tatsächlich, die genaue Beschreibung erzählt beim zweiten Hinschauen etwas von "cinematic heavy rockers". Das passt. Cinematisch ist im Post-Rock-Bereich durchaus auch ein Code: Bitte denkt Euch euren Kram dazu selbst, denn wir werden nichts sagen. Und auch hier passt das: Die 49 Minuten sind komplett instrumental.

Tatsächlich mag "Pinocchio" irgendwoher eine Inspiration aus der gleichnamigen Geschichte ziehen, aber, um ehrlich zu sein, so richtig greift diese Assoziation hier nicht. Nicht an diesem eigentlich gemütlichen Abend, auch nicht später. Oder der Autor kennt die Geschichte zu wenig. Pate stehen jedenfalls eher Acts wie Russian Circles oder Mogwai, auch davor muss man sich jedoch nicht verstecken. Die Aufbauten, sie sind genretypisch, "The field of wonders" etwa wirkt zwiebelhaft. Schicht für Schicht wird hier hochgezogen, nicht weggeschnitten – ist auch besser für die Augen. Ein paar Zwischenakkorde für die träumerischen Elemente, natürlich kurz vor Schluss noch mal ein Ausbruch. Auf amtliches Geschredder wie in "Dead blue fairy" folgen immer ein paar ruhige Tupfer. Der Signature-Move des stetigen Auf und Ab. Vorhersehbar in Szene gesetzt, aber doch immer wieder schön, insbesondere wenn es ordentlich knallt.

Produktionstechnisch ist das alles sehr sauber, formschön, fast ein bisschen zu clean. Was "Pinocchio" definitiv zu bieten hat, ist rockender Schönklang. Das Einpendeln der Melodien in "Attila of the sea" oder "Raven" funktioniert auf vielerlei Arten. Etwas ruhiger gedreht, um die Gitarren etwas zu reduzieren und die schönen Pianoklänge mitzunehmen, dann aber auch laut und brachial. Anerkennend kopfnickend in den feinen melodischen Bögen, kopfschüttelnd – positiv, wenn ein Riff mal wieder besonders gut ausschlägt. "Pinocchio" einen Innovationspreis zu verleihen, würde sicher zu einer längeren Nase führen – nicht jedoch, dieses Album als gekonnte Genrekost zu bezeichnen.

(Klaus Porst)

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Highlights

  • Assassins
  • Attila of the sea
  • Dead blue fairy

Tracklist

  1. Assassins
  2. The field of wonders
  3. Fire eater
  4. Attila of the sea
  5. Raven
  6. poor idiot
  7. The land of toys
  8. Dead blue fairy
  9. Addios, false friends

Gesamtspielzeit: 49:32 min.

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Armin

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2026-04-15 20:09:46 Uhr - Newsbeitrag
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