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Knumears - Directions

Knumears- Directions

Run For Cover / Cargo
VÖ: 03.04.2026

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Der neueste Schrei

Mitte der 2000er gab es einen Hype um Bands, die mit lauten Gitarren und Geschrei ihren Emotionen freien Lauf ließen. Unter dem Begriff Screamo wurden allerlei Formationen von den Musikmedien in eine Schublade gestopft. Auch solche, die mit der ursprünglichen Idee dieser Subkultur wenig zu tun hatten: Silverstein, Underoath und nach ihrem gefeierten Debütalbum vor allem The Used. Deren Frontmann Bert McCracken datete Kelly Osbourne und tauchte fortan regelmäßig in "Meet the Osbournes" auf MTV auf. Das machte Screamo endgültig massentauglich. Die Szene zeigte sich ob dieser Vereinnahmung kreativ und fand mit "Skramz" eine neue Bezeichnung für den puren, rohen Sound, den Bands wie Orchid und Saetia in den Neunzigern geprägt hatten. Knumears, gesprochen "Numb ears", überführen den traditionellen Skramz in die Gegenwart und legen mit "Directions" ein beeindruckend reifes Debütalbum vor.

Bekannt geworden durch energetische TikTok-Clips ihrer Live-Auftritte, eilt der jungen Band der Ruf voraus, selbst kleinste Venues in ein Tollhaus zu verwandeln. Trotz eines klaren Bezugs zum rauen Sound der Neunziger verweigern sich Knumears allzu engen Genre-Grenzen. Immer mal schimmern Post-Hardcore-Passagen in ihren Songs durch, "Breaking ground" erinnert mit seiner verzweifelten Melancholie an Touché Amoré. "Untitled" ist ein moderner Hardcore-Track und kulminiert in einem Finale aus schweren, metallischen Gitarren. Beim wilden "One light, sunshine" unterbricht nach ungefähr anderthalb Minuten ein Gitarrenpart den brachialen Vortrag von Sänger Matt Cole. Diese Bruchstellen sind ein beliebtes Stilmittel der Südkalifornier, die damit für kurzzeitige Entspannung sorgen.

"See me in the distance, floating away / The longer I stay here, I'll wither away", schreit Cole in die plötzliche Stille von "Bridged", einem bereits 2024 veröffentlichten Track. Der Frontmann von Knumears verarbeitet in seinen introspektiven Lyrics Orientierungslosigkeit und Isolation, seine Texte schwanken zwischen Hoffnungslosigkeit und Wut. Den inneren Schmerz unterstreichend, sind auch die Instrumente teilweise übersteuert, Verspieler scheinen ausdrücklich erlaubt. Das mit disharmonischen Tönen gespickte "My name" wird von einem knietiefen Basslauf eingeleitet und wechselt dann zwischen schwindelerregenden Drums und versöhnlicheren melodischen Parts.

Als Produzent hat sich Jack Shirley der Band angenommen, der bereits Deafheavens Meilenstein "Sunbather" und das 2019 erschienene Album "LP" der Skramz-Ikonen Jeromes Dream betreute. Deren Frontmann Jeff Smith erweist Knumears mit seinem Gastauftritt bei "Fade away" die Ehre. Mit "Directions" sichern sie sich ihren Platz in einer äußerst lebendigen und abwechslungsreichen Szene. Während The Used für 2026 eine Live-Reunion auf großer Bühne mit ihren Buddies von My Chemical Romance planen, pflügen sich Knumears weiter durch die verschwitzten Clubs ihrer Heimat.

(Andreas Rodach)

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Highlights

  • My name
  • Breaking ground
  • Untitled

Tracklist

  1. Introduction
  2. One light, sunshine
  3. My name
  4. Breaking ground
  5. Directions
  6. Untitled
  7. Bridged
  8. Fade away
  9. Friendly face
  10. The north

Gesamtspielzeit: 25:00 min.

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User Beitrag

RickyFitts

Postings: 104

Registriert seit 04.07.2020

2026-04-20 18:42:49 Uhr
Freue mich, dass Plattentests sich jetzt Bands wie Chalk Hands und Knumears widmet. Absolut verdiente Bewertung, gute Rezi!

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 30585

Registriert seit 08.01.2012

2026-04-15 20:07:57 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

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