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Lord Of The Lost - Opvs noir Vol. 3

Lord Of The Lost- Opvs noir Vol. 3

Napalm / SPV
VÖ: 10.04.2026

Unsere Bewertung: 3/10

Eure Ø-Bewertung: 3/10

Aller guten Dinge

Dass Albumtrilogien gut funktionieren und immer eine tolle Idee sind, hat schon Billy Corgan mit "Atum" bewiesen. Was soll man schließlich tun, wenn der eng bemessene Rahmen eines traditionellen Longplayers nicht ausreicht, sämtliche Facetten der eigenen Brillanz abzubilden? Auch Lord Of The Lost haben sich einer solchen Mammutaufgabe angenommen. Als krönenden Abschluss bekommt deren "Opvs noir" nun ebenfalls seine "Vol. 3". Und damit die geschätzten Kollegen Reinecke und Abel nicht ein zweites Mal in den vergifteten Apfel beißen müssen, teilen wir den Rezensions-Workload bei Plattentests.de solidarisch auf. Aus Mitgefühl. Aus Anstand. Denn das Album wage "stilistisch einen weiteren [Anm. d. Red.: Komparativ] Blick über den Tellerrand als seine beiden Vorgänger", verkündet die Promo. Erschreckend, dass die schwer erfolgreiche Band sich offenbar bloß winzige Teller leisten kann. Dabei kommt "Volume" doch von "voluminös".

So, genug Schabernack. Der Mix aus Pro-Tools-Geknüppel, Synthie-Soße mit Gothic-Glasur und Wave- oder Orchester-Zusatz ist derselbe wie vorher. Nett produziert ist er auch wieder, bombastisch, mitsingtauglich. Was aber bisher in unseren Texten nicht zur Sprache kam, sind die der Band und das super sympathische, super furchtbare Denglisch von Chris Harms. "With confidence and ardour / Yeah, I wear something black / Till I find something darker / The Cash in black is back", erzählt er fröhlich, denn das ist der Dresscode auf Beerdigungen. Ausgerechnet zu seiner eigenen in "My funeral" aber trägt Harms Pink. Pink! Das ist Punk, das ist queer, das ist die gottverdammte Revolution. Die empowernden Messages von Lord of The Lost sind gar nicht mal verkehrt: "Be true to yourself!" Aber sie wären effektiver, würde die Musik dazu mehr Spaß bereiten.

So unterscheidet sich "Vol. 3" von seinen Geschwistern maßgeblich durch andere Features. Harms' Französisch im tatsächlich dezentes Chanson-Feeling verbreitenden "La vie est hell" klingt sogar minimal besser als sein Englisch, aber nicht so chic wie das seines Duettpartners Hannes Braun von Kissin' Dynamite. Mit Cats In Space ist eine britische Glam-Band zu hören, behauptet die Tracklist. Und natürlich sind Xandria am Start. Die waren mal relativ cool, als noch Lisa Middelhauve gesungen hat und sie in den späten Zweitausendern Evanescence nachgespielt haben. Die aktuelle Sängerin – es müsste Nummer 26 sein? – Ambre Vourvahis macht ihren Job zwar auch gut, kann "When did the love break?" aber nicht retten. Niemand könnte das.

Rückt "Vol. 3" die ersten zwei Volumes also in ein ganz neues Licht? Überraschen die Hamburger wirklich mit noch nie da gewesen Experimenten? Genug Platz dazu hätten sie doch. Aber leider: nein. Einfach nein. Zum Schluss also noch ein paar Feststellungen, die trotz des zur Verfügung stehenden Raumes auch nirgendwo reingepasst haben: 1. "Kill the lights" ist kein Britney-Cover. 2. "I hate people" wagt den ungelenken Versuch, gesellschaftskritische Inhalte zu transportieren, und scheitert wieder vor allem an den Lyrics. 3. Hält man ein Foto von schlafenden, kopfüber von der Decke hängenden Fledermäusen verkehrt herum, sieht das auch nach Goth-Disko aus. 4. Gut, dass Trilogien in den meisten Fällen nur drei Teile haben.

(Ralf Hoff)

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Highlights

  • La vie est hell (feat. Kissin' Dynamite)

Tracklist

  1. Kill the lights
  2. I'm a diamond (feat. Saltatio Mortis)
  3. My funeral
  4. I hate people (feat. Wednesday 13)
  5. The shadows within
  6. La vie est hell (feat. Kissin' Dynamite)
  7. Square one
  8. When did the love break? (feat. Xandria)
  9. Your love is colder than death
  10. Take me far away (feat. Cats In Space)
  11. The days of our lives

Gesamtspielzeit: 44:26 min.

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User Beitrag

Hierkannmanparken

Postings: 3016

Registriert seit 22.10.2021

2026-04-09 10:10:50 Uhr
"I hate people (feat. Wednesday 13)"

Das ist in der Kombination Titel und Feature ja so berechenbar, das wäre selbst einer KI zu doof. Ich kann den Song schon förmlich hören.

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 30473

Registriert seit 08.01.2012

2026-04-08 21:09:57 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

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