Blaudzun - Best of
V2 / Bertus
VÖ: 03.04.2026
Unsere Bewertung: 7/10
Eure Ø-Bewertung: 6/10
Zwischenbilanz
Johannes Sigmond erblickte im Jahr 1974 das Licht der Welt. Geboren im niederländischen Arnhem, entwickelte er später nicht nur eine große Affinität zur Musik, sondern unter anderem auch für den Radsport. Da lag es für ihn schließlich nahe, sich für eine seiner Leidenschaften einen Künstlernamen aus der Welt der anderen zu entleihen. Die Wahl fiel auf Blaudzun, womit er die Karriere des dänischen Radrennfahrers Verner Blaudzun würdigte. 2008 erschien das selbstbetitelte Debütalbum, seitdem befindet sich der Singer-Songwriter in einem verlässlichen Rhythmus aus Studioveröffentlichungen und Tourneen. Nach fast zwei Jahrzehnten der kreativen Betätigung in einem Feld zwischen Alternative, Pop und Rock mit immer wieder hörbaren Anleihen bei Arcade Fire war es nun an der Zeit, eine erste Bilanz zu ziehen. Ein mehr als einstündiges "Best of" ist dabei herausgekommen.
Insgesamt 17 Songs hat Blaudzun aus seinem bisherigen Werk herausgefiltert, was angesichts von inzwischen neun Studioalben mutmaßlich keine ganz kleine Aufgabe dargestellt hat. Der Fokus liegt dabei auf einer Phase, die in einer bilanzierenden Betrachtung seines bisherigen Schaffens tatsächlich als die bis dato beste gelten darf. Denn die beiden Alben "Heavy flowers" aus dem Jahr 2012 und der Nachfolger "Promises of no man's land" von 2014 legten mit ihren vielen überdurchschnittlichen Songs den Grundstein für die Popularität des groß gewachsenen Singer-Songwriters mit stets markanter Brille. Stücke wie "Halcyon", "Promises of no man's land" oder "Elephants" haben auch über ein Jahrzehnt nach ihrem ersten Erscheinen nichts an ihrer gehobenen Klasse eingebüßt. Eine spätere Phase wird derweil nahezu ausgeblendet: Weder "Jupiter" noch "Jupiter (Part II)" finden auf dieser Zusammenstellung eine Berücksichtigung, einzig der Abschluss der Trilogie, "_Up_", hinterlässt mit zwei Stücken Spuren. In der jüngeren Vergangenheit landet Blaudzun dann wiederum mit drei feinen Songs, die von "Latter Days" stammen, das 2024 erschien. Stichwort Phasen: Im Begleittext spricht der Kreativkopf davon, einen Abschnitt beendet zu haben und sich nun einem neuen zuzuwenden.
Eines muss bei der Beschäftigung mit diesem besonderen Musiker zwingend hinzugefügt werden: Seine Konzerte sind immer ein Ereignis. Das ist vor allem zwei Faktoren zu verdanken: seinen zahlreichen Begleitmusiker*innen, die mit ihrer jeweiligen Kunstfertigkeit die Soundlandschaften des Niederländers vortrefflich in Szene setzen, sowie seiner eigenen Bühnenpräsenz. Er versteht es exzellent, sein Publikum für sich einzunehmen, und liebt abseits der regelmäßigen Auftritte samt Band auch die intimen Formen, in denen er nicht nur Songs zum Besten gibt, sondern auch Anekdoten aus seinem Leben und Schaffensprozess. Dass er in unserem Nachbarland keine kleine Nummer ist, beweisen dabei nicht nur diverse hohe Chartpositionen, sondern auch der Umstand, dass jüngst eine ausführliche Biografie über ihn erschien. Ein Fall für die Historie ist Blaudzun damit allerdings noch längst nicht: Ein neues Studioalbum sei bereits wieder in Arbeit, verkündete er anlässlich dieser "Best of"-Veröffentlichung.
Highlights
- Halcyon
- Islands_
- Too many hopes for July
- Blindspot
- Elephants
Tracklist
- Real hero
- Halcyon
- Shades
- Wolf's behind the glass
- Islands_
- Promises of no man's land
- Flame on my head
- Midnight room (Prague version)
- _Hey now
- Heavy flowers
- Too many hopes for July
- Blindspot
- Elephants
- Kayo
- Bonfire
- Wingbeat
Gesamtspielzeit: 63:54 min.
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2026-04-08 21:06:20 Uhr - Newsbeitrag
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Referenzen
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