Charlie Puth - Whatever's clever
Atlantic / Warner
VÖ: 27.03.2026
Unsere Bewertung: 7/10
Eure Ø-Bewertung: 5/10
Taylors Prognose
"We declared Charlie Puth should be a bigger artist", singt Taylor Swift auf "The tortured poets department" – und meint mit "we" sich selbst und Matty Healy von The 1975. Zugegeben: Wenn die beiden Puth auf dem Radar haben, ist dieser mit Sicherheit kein Unbekannter. Er ist dennoch zumindest in Deutschland weniger präsent als vergleichbare Pop-Kollegen. Das könnte sich 2026 aus mehreren Gründen ändern: Nachdem in den vergangenen Jahren vor allem Frauen mit starken Alben und klugen Lyrics bei Dauer-Ohrwürmern dominiert haben, bahnt sich womöglich eine Saison der Männer an. Harry Styles hat sein langersehntes Berlin-Album "Kiss all the time. Disco, occasionally." veröffentlicht, vor Bruno Mars liegt eine ausgedehnte Tour, und Sombr ist der neueste Hype – auch hier hat Swift sich übrigens längst als Fan bekannt.
Doch der vermeintlich bevorstehende, wachsende Erfolg von Puth beruht keinesfalls auf Zufall oder glücklicher Fügung der Gezeiten. Der Singer-Songwriter macht mit "Whatever's clever" gleich mehrere Schritte nach vorne. Der Sound des Albums ist deutlich verspielter. Trompeten, warme Synthflächen und immer wieder kleine Funk- und Jazz-Einschläge ziehen sich durch die Songs, dazu kommt ein deutlich spürbarer Hang zum Yacht-Rock der Achtziger. Die Musik ist nicht nur elegant produziert, sondern bewegt sich selbstbewusst in einer nostalgischen Klangwelt – mit Melodien, die so weich gleiten, dass man am liebsten gleich mitschwofen möchte. Puth steht damit möglicherweise vor einer vergleichbaren Transformation, wie sie zuletzt Sabrina Carpenter nach Jahren im Pop-Schatten mit ihrem Album "Short n' sweet" vollbracht hat.
Die ersten beiden Songs "Changes" und "Beat yourself up" legen stark los und zeigen Puths musikalisches Wachstum schon deutlich: warme Bläser, butterweiche Grooves und Melodien, die sich unauffällig ins Ohr schleichen. Danach fehlt es dem Album kurz an neuen Ideen – "Washed up" und "New Jersey" bewegen sich im gleichen angenehm dudeligen, leicht achtzigerbelasteten Pop-Sound. Der bleibt zwar durchgehend charmant, überrascht aber an dieser Stelle niemanden mehr. Wenn "Whatever's clever" aus diesem Gleichklang ausbricht, funktioniert es noch umso besser. "Don't meet your heroes" etwa ist eine soulige Ballade mit deutlichen Bruno-Mars-Vibes. Puths Stimme bekommt hier noch mehr Raum und steigt von einer tragenden Nebenrolle zum Protagonisten auf. Noch stärker ist "Love in exile", auf dem die 80er-Legenden Kenny Loggins und Michael McDonald auftauchen. Der Song klingt, als wäre er direkt aus dem Jahr 1984 importiert und eben mit der technischen Präzision von 2026 produziert worden.
Überhaupt setzt Puth auf Kollaborationen. Neben Loggins und McDonald ist auch Schauspieler Jeff Goldblum dabei, der bei "Until it happens to you" immer wieder zu hören ist. Die Liste der Gäste mag ungewöhnlich sein, fügt sich aber erstaunlich gut ein. "Whatever's clever" zeigt einen Künstler, der sich hörbar entwickelt hat. Der Sound ist mutiger, die Arrangements verspielter, und auch lyrisch wirkt Puth reflektierter als auf früheren Veröffentlichungen. Er liefert Hits ohne Zwang, dafür mit Leichtigkeit und einer Portion Spaß. Vielleicht wird Puth damit tatsächlich noch zu dem Popstar, den Taylor Swift schon vor einiger Zeit ausgerufen hat.
Highlights
- Changes
- Beat yourself up
- Love in exile (feat. Michael McDonald & Kenny Loggins)
Tracklist
- Changes
- Beat yourself up
- Cry (feat. Kenny G)
- Washed up
- New Jersey (feat. Ravyn Lenae)
- Don't meet your heroes
- Home (feat. Hikaru Utada)
- Hey brother
- Sideways (feat. Coco Jones)
- Love in exile (feat. Michael McDonald & Kenny Loggins)
- Until it happens to you (feat. Jeff Goldblum)
- I used to be cringe
Gesamtspielzeit: 36:59 min.
Album/Rezension im Forum kommentieren
Teile uns Deine E-Mail-Adresse mit, damit wir Dich über neue Posts in diesem Thread benachrichtigen können.
(Neueste fünf Beiträge)
| User | Beitrag |
|---|---|
|
MickHead Postings: 10845 Registriert seit 21.01.2024 |
2026-03-27 09:58:42 Uhr
Komplette Playlist bei YouTube:https://youtube.com/playlist?list=OLAK5uy_mO7axSufr6hz30OoDStAajyoch-No8xnc&si=mNeq4IjHT4-smRz- |
|
Armin Plattentests.de-Chef Postings: 30443 Registriert seit 08.01.2012 |
2026-03-25 20:39:56 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert. Meinungen? |
Hinterlasse uns eine Nachricht, warum Du diesen Post melden möchtest.
Referenzen
The 1975; Bruno Mars; Harry Styles; Taylor Swift; Sabrina Carpenter; George Michael; Michael Jackson; Shawn Mendes; Jason Derulo; Pharrell Williams; The Weeknd; Nick Jonas; Zayn; Ed Sheeran; Justin Bieber; Arianda Grande; Robbie Williams; One Direction; Blue; Maroon 5; The Chainsmokers; Halsey; Lauv; Dua Lipa; Lukas Graham
Bestellen bei Amazon
Weitere Rezensionen im Plattentests.de-Archiv
Charlie Puth - Voicenotes
(2018)
Threads im Plattentests.de-Forum
- Charlie Puth - Whatever's clever (2 Beiträge / Letzter am 27.03.2026 - 09:58 Uhr)
- Charlie Puth - Voicenotes (1 Beiträge / Letzter am 17.05.2018 - 22:24 Uhr)



