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Fcukers - Ö

Fcukers- Ö

Ninja Tune / Rough Trade
VÖ: 27.03.2026

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Hm.

Manchmal weiß man gar nicht mehr, wohin man sich vor der Menge an Hypes und "next big things" noch flüchten kann. Die Musiklandschaft kennt seit Jahren neue Revival-Wellen. Sobald ein Jahrzehnt wieder durchs Dorf getrieben wird, finden sich auch Novizen, welche sich durch besonders feinfühlige Fledderei hervortun. Dem New Yorker Duo Fcukers, bestehend aus Sängerin Shanny Wise und Jackson Walker Lewis, dem Typen für alles andere, dürfte mit "Ö" nunmehr diese Rolle für die House- und Trip-Sounds der frühen bis mittleren 2000er zufallen. Die Liste der Fürsprecher*innen der Band liest sich dabei lang und prominent, von Tame Impala über Beck bis zum spirituellen Vorbild und NYC-Nachbarn LCD Soundsystem, was beim Ticketabsatz ausverkaufter Shows zwischen Australien, Europa und den USA sicher nicht geschadet haben dürfte. Nun steht also mit nicht einmal einer halben Stunde Spieldauer das ominöse Debütalbum in den Startlöchern, welches relativ schnell deutlich macht, warum gerade im Kosmos elektronischer Musik so große Unterschiede zwischen guten Sets und guten Alben bestehen.

Um jedoch mit den zweifelsfrei positiven Aspekten zu beginnen: Nichts an "Ö" wirkt wie eine bloße Kopie. Die Einflüsse und Referenzen sind angenehm breit gefächert, ziemlich klar auszumachen und dennoch stimmig eingesetzt. Man kann den beiden also durchaus attestieren, dass sie sehr genau wissen, mit welcher Musik sie sich da beschäftigen und wie sich deren Essenz herausarbeiten lässt. Während Titel wie "L.U.C.K.Y" – warum eigentlich nicht "L.C.U.K.Y"? – schon rein namentlich auf die französischen Genregrößen Daft Punk und Justice verweisen, versucht sich beispielsweise "If you wanna party come over to my house" an etwas weniger massenkompatiblen Kuduro-Beats à la Buraka Som Sistema. Ebenfalls ein gutes Händchen beweisen Fcukers bei der Auswahl ihrer Singles, die ihre Hausparty qualitativ doch sehr klar mindestens ein Stockwerk oberhalb der anderen Mietparteien schmeißen. Diese erfüllen die notwendige Funktion von Singles hervorragend, nämlich das penetrante Festsetzen im Gehörgang, und liefern damit solides Playlist-Material.

An dieser Stelle lässt sich das unvermeidliche Aber jedoch nicht mehr weiter hinauszögern, wenn man über den Rest des Albums spricht. Fcukers sind nämlich nach aktuellem Stand eine Band, die zwar auf jedem ihrer Stücke ein bisschen anders, jedoch überall "so ein bisschen wie xyz" klingt. Die zweifelsfreie Kompetenz im Erkennen und Adaptieren musikalischer DNA hat schlicht (noch) nicht dazu geführt, eine eigene zu entwickeln. Darüber täuschen auch nicht die insbesondere in der zweiten Hälfte des Albums häufiger eingesetzten Caribbean-Beats hinweg, die zwar das vorherige Retro-Muster durchbrechen, aber dadurch auch ohne Bezug zu den restlichen Songs vor sich hin existieren. Und dementsprechend bleibt nach mehrmaligem Hören die Frage, warum genau man seine Zeit mit dem Substitut verbringen möchte. Auch die Selbstpräsentation über die betont Low-Budget suggerierenden Musikvideos hat einen eher unangenehm ankumpelnden Vibe – als müsste die Band aktiv daran erinnern, dass sie im Grunde auch nur Fans sind. Letzteres kauft man ihnen auch zweifelsfrei ab. Ebenfalls ist schwer davon auszugehen, dass die beiden angesichts der teils überschwänglichen Reviews von ihren Sets bei größeren Festivals sehr kompetent einen Dancefloor abfackeln können, weshalb sich ein Live-Erlebnis mutmaßlich lohnen wird. Doch aus all diesen Qualitäten entsteht letztlich kein wirklich stimmiges Album, sondern eins, das selbst bei seiner kurzen Dauer klar erkennbare Längen mit sich schleppt und bei aller Varianz der Produktion keinen Eindruck hinterlässt, den man später mit der Band selbst verbindet.

(Gerrit Phil Abel)

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Highlights

  • Beatback
  • L.U.C.K.Y
  • Play me

Tracklist

  1. Beatback
  2. L.U.C.K.Y
  3. Butterflies
  4. If you wanna party come over to my house
  5. Play me
  6. Shake it up
  7. I like it like that
  8. TTYGF
  9. Lonely
  10. Getaway
  11. Feel the real

Gesamtspielzeit: 29:00 min.

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User Beitrag

Watchful_Eye

User

Postings: 3236

Registriert seit 13.06.2013

2026-03-27 12:47:14 Uhr
Gute Rezension, übrigens. Eine 5/10 zu rezensieren ist nicht leicht (weder Verriss noch Überalbum).

MickHead

Postings: 10825

Registriert seit 21.01.2024

2026-03-27 11:50:47 Uhr
Jetzt komplett bei Bandcamp:

https://fcukers.bandcamp.com/album/-

Musikexpress 5/6

https://www.musikexpress.de/reviews/fcukers-oe/

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 30439

Registriert seit 08.01.2012

2026-03-25 20:37:21 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

Meinungen?
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  • Fcukers - Ö (3 Beiträge / Letzter am 27.03.2026 - 12:47 Uhr)

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