Poison The Well - Peace in place
Sharptone / Warner
VÖ: 20.03.2026
Unsere Bewertung: 8/10
Eure Ø-Bewertung: 7/10
Erbschaftssteuern
Nicht vielen Bands ist es vergönnt, einen Genre-Meilenstein zu veröffentlichen. Vor etwas mehr als 20 Jahren schafften dies Poison The Well mit ihrem Debüt "The opposite of December... a season of separation". Für viele ist es immer noch ein Referenzwerk, wenn es um emotionalen Hardcore geht. Im letzten Jahr ging es dann auf große Jubiläumstour – mit der Ankündigung im Gepäck, dass es ein neues Album geben würde. Wenn man in die Herzen einiger langjähriger Fans schaut, gibt es wahrscheinlich nicht wenige, die komplett fein damit wären, wenn Poison The Well einfach nur noch ihre Jubiläen feiern und konstant ihren sehr guten Backkatalog betouren würden. "Legacy-Bands" werden solche Gruppen genannt (wo auch nichts Verwerfliches dran ist).
Betrachtet man aber die musikalische Entwicklung von Poison The Well, so war schon abzusehen, dass ein einfaches Stillstehen nach der Rückkehr auf die Bühnen eher unwahrscheinlich war. Besagte Rückkehr nach so langer Zeit kann ein mal mehr oder weniger gelungenes Unterfangen sein, das haben diverse Beispiele gezeigt (siehe Thrice oder Underoath). "Peace in place" klingt tatsächlich wie eine kreative Auseinandersetzung mit dem eigenen Schaffen. Dabei wirkt es nicht wie eine reine Zitatesammlung, sondern eher wie eine Auffrischung der eigenen Identität. Zur Hilfe geholt wurde dabei der Produzent Will Putney, unter anderem Sound-Pate von Knocked Loose, Fit For An Autopsy oder Heriot.
Die ersten Sekunden von "Wax mask" klingen wie eine Replik von "Botchla" und treffen, wenn die Gitarren einsetzen, mindestens genauso hart. Das folgende "Primal bloom" zieht dann ebenfalls noch einmal die Falten aus dem alten Bandshirt. Die Band hat nichts von ihrem kinetischen Handwerk verlernt, und auch weitere Songs wie "Melted" oder der Closer "Plague them the most" (welcher auch noch einen lohnenswerten Hidden Track enthält) stellen das eindrucksvoll zur Schau. Hier werden Körper bewegt, Poren geöffnet und Raum verdichtet. Doch Poison The Well waren nie eine "Stumpf ist Trumpf"-Band. Die Abwechslung und das stilistische Hakenschlagen waren und sind das Pfund, das die Band besitzt. Lieder wie das vorab veröffentlichte "Thoroughbreds" oder "Drifting without end" wecken Erinnerungen an das experimentelle "Versions". "You come before you" musste passieren, damit die dynamischen "Everything hurts" und "Weeping tones" funktionieren.
"Peace in place" stellt eine Steigerung im Vergleich zum sehr guten Vorgänger "The tropic rot" dar, vor allem was die Melodien und die die Songs abschließenden Mosh-Parts angeht. Die Songs klingen dabei nicht nach kalkuliertem Fan-Service, sondern nach einer erfahrenen Band, die Lieder schreibt, die nach einer aktuellen Version ihrer selbst klingen. "Peace in place" sortiert sich auf hervorragende Weise in die ohnehin schon tolle Diskographie ein. Die eigene Geschichte, die 2010 viel zu früh endete, wird fortgeschrieben und um ein weiteres Kapitel ergänzt. Hier wird kein Erbe verwaltet, es wird angereichert.
Highlights
- Wax mask
- Primal bloom
- Weeping tones
- Plague them the most
Tracklist
- Wax mask
- Primal bloom
- Thoroughbreds
- Everything hurts
- Weeping tones
- A wake of vultures
- Bad bodies
- Drifting without end
- Melted
- Plague them the most
Gesamtspielzeit: 42:29 min.
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(Neueste fünf Beiträge)
| User | Beitrag |
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Dumbsick Postings: 540 Registriert seit 31.07.2017 |
2026-03-31 13:38:01 Uhr
also bei einer 10 würde ich es nicht sehen, aber es ist auf jeden fall ein sehr sehr gutes comeback album |
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MickHead Postings: 10823 Registriert seit 21.01.2024 |
2026-03-31 11:36:39 Uhr
Laut.de mit voller Punktzahl 5/5https://laut.de/Poison-The-Well/Alben/Peace-In-Place-126758 |
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Dumbsick Postings: 540 Registriert seit 31.07.2017 |
2026-03-27 06:38:46 Uhr
Das stimmt mit dem hidden Track. Hatte in ner anderen Review gelesen, dass die Platte am besten zwischen ycby und versions einreihen würde und dem kann man definitiv zustimmen |
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boneless Postings: 7129 Registriert seit 13.05.2014 |
2026-03-26 22:17:25 Uhr
Der Hidden Track ist so super. Direkt 2x gehört. |
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boneless Postings: 7129 Registriert seit 13.05.2014 |
2026-03-26 21:53:39 Uhr
Wirklich starke Platte. Mehr noch: genau so holt man anspruchsvollen Metalcore ins Hier und Jetzt. Besser geht das kaum. Beeindruckend, nach 17 Jahren so wieder auf der Bildfläche zu erscheinen. Eine Tour dazu wäre echt fein. |
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Referenzen
Glassjaw; Shai Hulud; Misery Signals; Hopesfall; It Dies Today; Thursday; Funeral For A Friend; Emery; The Bled; From Autumn To Ashes; The Bled; Eighteen Visions; Coalesce; Norma Jean; Deftones; Zao; Every Time I Die; Haste The Day; Counterparts; Converge; Foreign Hands; Cave In; Botch; The Hope Conspiracy; Curl Up And Die
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