The Alarm - In the poppy fields

The Alarm- In the poppy fields

Snapper / SPV
VÖ: 19.04.2004

Unsere Bewertung: 4/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Feldversuch

Das neue Album von The Alarm, das erste Studioalbum der vier Männer um Mike Peters seit 15 Jahren, kennt nur eine musikalische Marschrichtung: "Right back where I started from". Konsequent rückwärtsgewandt. Um dem werten Publikum zu verdeutlichen, daß in den 80ern das Grauen nicht nur einen Namen hatte: Neben pinkem, wavigen Poppertum gab es da eine weitere musikalische Abart, die mit dem Begriff "Melodic Rock" ganz gut - und ekelerregend zugleich - umschrieben ist. Manche nennen es auch AOR oder eben Stadionrock. Dessen bekannteste Vertreter standen schon immer zu ihrem nicht gerade besonders tiefschürfendem Umgang mit ihrem Sujet: Sie nannten sich U2 oder gleich direkt Simple Minds.

Oder eben The Alarm. Aufgewachsen in der englischen Post-Punk-Phase hatten sie seit ihrem 82er Hit "Marching on" eine veritable, zehnjährige Karriere. Und haben sich zu ihrem diesjährigen Comeback-Versuch einen besonderen, pseudo-medienkritischen Gag überlegt: Eine unbekannte Jungens-Combo mit Namen "The Poppyfields" landete mit "45 R.P.M." einen kleinen Hit, Platz 28 der englischen Charts und hippes Video als Dreingabe. Nur daß es diese Band gar nicht gab, sondern eine Erfindung des Herrn Peters war, um in alle Gazetten zu kommen. "Bäh, angeschmiert! Klingt zwar jung, aber wir sind's wieder, die alten Herren von The Alarm!"

Den Rest allerdings hätten sich die Waliser wirklich sparen können. Denn dazu gelernt haben sie in den letzten 20 Jahren so gut wie gar nichts. Daß kontemporäre, alternative Gitarrenmusik nach den Pixies und Nirvana - um mal eine mehr oder weniger beliebige Zeitenwende zu benennen - anders funktioniert und klingt, ist Fakt, aber wohl noch nicht in allen Insel-Pubs angekommen. So werden einem also fleißig Mitgröhl-Hymnen in die Ohren gedrückt, altbackene Riffs recycelt und latent bedeutungsschwangere, gesellschaftskritische Lyrics unters Volk gebracht. "The rock and roll still burns in me." Bitte mit geeignetem Stout oder Ale löschen!

(Joerg Utecht)

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Highlights

  • 45 RPM

Tracklist

  1. Coming home
  2. Close
  3. 45 RPM
  4. The drunk and the disorderly
  5. Federal motor voter
  6. Trafficking
  7. New home new life
  8. The rock and roll
  9. The unexplained
  10. Right back where I started from
  11. True life
  12. In the poppy fields

Gesamtspielzeit: 50:36 min.

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