Gaerea - Loss
Century Media / Sony
VÖ: 20.03.2026
Unsere Bewertung: 7/10
Eure Ø-Bewertung: 6/10
Den Abgrund hinaufklettern
Es hatte sich angedeutet: Gaerea möchten nicht persönlich im Rampenlicht stehen, dafür aber umso mehr mitteilen. Zehn Jahre gibt es die portugiesische Band nun, zu jeder geraden Jahreszahl schenken sie dem Publikum ein neues Werk. "Loss" heißt Album Nummer fünf, auf dem sich nach einem Labelwechsel abermals ein neuer Sound herauskristallisiert. Der Opener "Luminary" folgt dabei noch dem altbekannten Schema des extrem klar ausproduzierten (Post-)Black-Metal. Der anonym bleibende Sänger growlt sich durch die wohl eingängigste Form des finstersten Metal, die es unter dieser Sonne gibt. Ein paar Fetzen erfüllen schon eher den Tatbestand des Schreigesangs, sind aber kein Vergleich zu dem, was noch folgen wird: Gaerea wagen nicht nur beiläufig den Schritt in Richtung Metalcore.
Ein paar einfache Klaviertupfer, eher zum kurzen Luftholen, dann ein Ausbruch – alles wie gewohnt. Dann aber, nachdem "Submerged" zunächst den Soundberg erklommen hat, löst sich ein erstes feines Gitarrensolo und nach zweieinhalb Minuten übernimmt eine akustische Passage samt cleanem Gesang. Nimmt man den Weg ohne die Zwischenschritte, ist kaum glaubhaft, dass etwa "Unsettling whispers" und "Loss" von den gleichen Musikern stammen. Klar finden sich auch Elemente des Black Metal noch zuhauf – best of both worlds sozusagen. Doch während es geine Menge Metalcore-Acts gibt, die besonders finster und böse klingen wollen und bei allen Ausbruchsversuchen dennoch in ihrem alten Muster verhaftet bleiben, gehen Gaerea genau den entgegengesetzten Weg, heben ihren Sound Richtung Rampenlicht empor – wie die gen Himmel steigende Person auf dem Cover.
Es ist schon recht eindrucksvoll, wie konsequent und leichthändig ihnen das hier gelingt. Da ist "Hellbound", brutal und groovend. Oder "Uncontrolled" mit abermals mächtig aufgetürmten Soundwänden. Und dann plötzlich ein Zwischenspiel wie "Lbrnth", zweieinhalb Minuten Wabern, samt weiblichen Gesangsstimmen. Da ist der Closer "Stardust", der mit einer Emotionalität beginnt, die an Architects zu sehr guten Zeiten erinnert. Man möchte es gar nicht aussprechen, so absurd klingt es – doch Gaerea schaffen hier einen Mix, der mittels Synthies durchaus in Richtung Pop-Melodik schielt, was wohl mit das Extremste ist, was eine Extreme-Metal-Band so machen kann. Wie es weitergeht? Erfahren wir wohl 2028. Ein Unplugged-Album wäre eigentlich fast schon zu offensichtlich. Was aber auch kommt, sie werden auch das hinkriegen.
Highlights
- Submerged
- Hellbound
- Stardust
Tracklist
- Luminary
- Submerged
- Hellbound
- Uncontrolled
- Phoenix
- Cyclone
- Lbrnth
- Nomad
- Stardust
Gesamtspielzeit: 46:04 min.
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