The Black Crowes - A pound of feathers
Silver Arrow / Bertus / H'art
VÖ: 13.03.2026
Unsere Bewertung: 7/10
Eure Ø-Bewertung: 9/10
Balanceakt
Sollte der alte Spruch "Blut ist dicker als Wasser" am Ende doch stimmen? Oder trifft eher "Pack schlägt sich, Pack verträgt sich" zu? Welcher Interpretation man auch immer anhängen mag, eines ist für den Moment ziemlich sicher: So lange das Kriegsbeil für Chris und Rich Robinson weit genug entfernt vergraben ist, so lange stehen die beiden Brüder mit ihrer Band The Black Crowes für herausragenden Southern Rock. Denn was war das Reunion-Album "Happiness bastards" bitte für ein Erfolg? Ja, die Multiplatin-Alben "Shake your money maker" und "The southern harmony and musical companion" werden in kommerzieller Sicht sicher nie erreicht, aber das war eine andere Zeit. Doch der höchste Charteinstieg der Bandgeschichte in Deutschland, eine Grammy-Nominierung in der Kategorie "Bestes Rock-Album" und schlussendlich eine Nominierung für die Rock & Roll Hall Of Fame können sich wahrlich sehen lassen.
Und damit wollen wir es mit den Anspielungen über die langjährigen Streitigkeiten auch gut sein lassen. Was auch im Sinne der Brüder ist, die das Thema auf ihre Weise beenden – nämlich indem Chris seinen Bruder im herrlichen Video zur Single "Profane prophecy" per Guillotine einen Kopf kürzer macht. Natürlich erfreut sich auch Rich bester Gesundheit, und "Profane prophecy" ist konsequenterweise der Auftakt zu "A pound of feathers", dem zweiten Album nach der Reunion und dem zehnten Studioalbum insgesamt. Dabei klingt dieser Opener – und das ist kein Widerspruch, sondern ein Kompliment – frisch wie die Rolling Stones zu ihren besten Zeiten, packt noch eine dezente Slide Guitar dazu und macht insgesamt einfach nur Spaß.
Danach machen The Black Crowes nicht den kleinen Fehler des Vorgängeralbums, das alle Highlights in die erste Hälfte gepackt hatte, sondern halten das Niveau aufrecht. Die zauberhafte Ballade "Pharmacy chronicles" ist hier wunderbar zwischen den treibenden "Cruel streak" und "Do the parasite!" eingebettet, bis das schwelgerische "High and lonesome" ganz tief in die Atmosphäre-Kiste greift. Doch dieses Mal macht auch die B-Seite uneingeschränkt Spaß. Insbesondere "Blood red regrets" groovt bockstark, versprüht dabei gar einen gewissen Led-Zeppelin-Vibe. Wenn es einen kleinen Schwachpunkt geben sollte, dann vielleicht den, dass "Eros blues" nach dem sprühenden "You call this a good time" etwas abrupt den Stimmungs-Anker wirft. Doch das experimentelle "Doomsday doggerel" entschädigt, versprüht zwar plötzlich düstere Atmosphäre, die aber dafür sorgt, dass dieser Abschluss noch ein Weilchen nachhallt und man eben nicht sofort zur Tagesordnung übergehen kann.
Dieses Wechselspiel, diese Ambivalenz zeichnet "A pound of feathers" aus. Und plötzlich ergibt der Albumtitel Sinn. Denn die gedankliche Fortsetzung "A pound of lead" suggeriert bereits, dass sich leichtfüßige und schwermütige Momente die Waage halten, sich ausbalancieren. Wenn man mag, kann man daraus gar einen metaphysischen Überbau konstruieren. Wenn nicht, kann man auch ganz simpel ganz viel Spaß mit dieser Platte haben, mit einer Band, die sich und ihre Balance (da ist's ja dann doch wieder) wiedergefunden hat. Und während dieses eine zerstrittene Brüderpaar aus Manchester immer noch nicht weiß, ob mehr als nur gnadenlos überteuerte Reunion-Shows im Bereich des Möglichen sind, setzen Rich und Chris Robinson das nächste musikalische Ausrufezeichen. Und die Guillotine darf gerne weiterhin ein augenzwinkernder Video-Trick bleiben.
Highlights
- Profane prophecy
- High and lonesome
- Doomday doggerel
Tracklist
- Profane prophecy
- Cruel streak
- Pharmacy chronicles
- Do the parasite!
- High and lonesome
- Queen of the B-sides
- It's like that
- Blood red regrets
- You call this a good time
- Eros blues
- Doomsday doggerel
Gesamtspielzeit: 42:02 min.
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Armin Plattentests.de-Chef Postings: 30439 Registriert seit 08.01.2012 |
2026-03-18 21:04:36 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert. Meinungen? |
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MickHead Postings: 10825 Registriert seit 21.01.2024 |
2026-03-13 09:34:01 Uhr
Komplette Playlist bei YouTube:https://youtube.com/playlist?list=OLAK5uy_nGrDQtRKMtP3Ogso-nTQJorWRYr6tPr1A&si=fn45hkTGJZ42I6dq Laut de 4/5 https://laut.de/The-Black-Crowes/Alben/A-Pound-Of-Feathers-126613 Gaesteliste.de https://gaesteliste.de/2026/03/12/review/the-black-crowes-a-pound-of-feathers/ |
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MickHead Postings: 10825 Registriert seit 21.01.2024 |
2026-02-10 12:44:27 Uhr
Tour 202605.07.26 Ehrenhof Residenzschloss Rastatt |
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MickHead Postings: 10825 Registriert seit 21.01.2024 |
2026-01-29 09:59:51 Uhr
3. Song "It's Like That"https://youtu.be/OijKt39iE9M?si=NUuc6BIo_Git7ysV |
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MickHead Postings: 10825 Registriert seit 21.01.2024 |
2026-01-09 16:34:35 Uhr
Die amerikanische Rockband "The Black Crowes" aus Atlanta, Georgia. kündigt für den 13.03. das 10. Studioalbum "A Pound Of Feathers" an. Es folgt auf "Happiness Bastards" von 2024.„Wir haben die Platte in acht bis zehn Tagen aufgenommen“, sagte Chris. „Die Euphorie und Inspiration von ‚Happiness Bastards‘ haben wir in dieses Album einfließen lassen, es war eine natürliche Weiterentwicklung. Wir haben mehr experimentiert, intuitiv und nach Gefühl geschrieben. Rich hat der Platte eine Spontaneität verliehen, die ich nicht beschreiben kann, aber es ist das Beste, was er je gemacht hat.“ „Dieses Album fühlt sich für uns wie eine Transformation an“, fuhr Rich fort. „Wir sind zu unseren Wurzeln zurückgekehrt und haben diesen Funken im Studio und in unserer Zusammenarbeit gespürt. Wir haben ein Feuer entfacht, das härter und kantiger ist, aber dennoch unserer musikalischen Essenz treu bleibt.“ 2 Songs bisher geteilt: "Prophane Prophecy" https://youtu.be/5v-lmrLll4Q?si=JkKwXbtw7K-TZu5V "Pharmacy Chronicles" https://youtu.be/4UXUMoksr60?si=uFu0FyPQ8-RSBm6R Tracklist: 1. Profane Prophecy 2. Cruel Streak 3. Pharmacy Chronicles 4. Do The Parasite! 5. High And Lonesome 6. Queen of the B-Sides 7. It’s Like That 8. Blood Red Regrets 9. You Call This A Good Time 10. Eros Blues 11.Doomsday Doggerel |
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Referenzen
Greta Van Fleet; The Magpie Salute; Monster Truck; Black Stone Cherry; Aerosmith; Chickenfoot; The Answer; Gov't Mule; Humble Pie; Lynyrd Skynyrd; Molly Hatchet; Reef; The Rolling Stones; Firebird; The Small Faces; The Pretty Things; Led Zeppelin; Kings Of Leon; Stereophonics; Mother Superior; Jimi Hendrix; Grand Funk Railroad; Vanilla Fudge; Lenny Kravitz; Tom Petty; Zen Guerrilla; Nebula; Buckcherry; Ben Harper; The Flaming Sideburns; Little Barrie; Chris Cornell; Velvet Revolver; Big Bang; Wolfmother; Toploader; Otis Redding; Marvin Gaye; Creedence Clearwater Revival
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