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The Fray - A light that waits

The Fray- A light that waits

The Fray
VÖ: 13.03.2026

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Die andere Stimme

Wenn die Stimme die Band verlässt, entsteht immer eine undankbare Situation. Der Sound verändert sich automatisch, auch wenn das Genre das gleiche bleibt. Isaac Slade hat 2022 seinen Ausstieg aus The Fray verkündet. Seinen Posten übernimmt Joe King, der schon vorher als Gitarrist und Songwriter Teil der Band war. Dahinter steckt kein Zerwürfnis-Drama, und dennoch schwebt die Änderung wie ein Disclaimer über dem neuen Album der Band. Mit "A light that waits" veröffentlichen The Fray zum ersten Mal seit zwölf Jahren neue Musik und klingen dabei zwar noch wie sie selbst, aber nur in vorsichtiger Zimmerlautstärke. Schon dem Opener und Titelsong fehlt es an Reibung: Die Band versteht etwas von Pop, der niemandem sauer aufstößt. Genau deshalb verlieren The Fray sich aber in einem seichten, vanilligen Klang ohne besondere Vorkommnisse. Vier Songs vergehen wie im Flug, ohne dass sie sich im Nachhinein sauber auseinanderhalten lassen.

Und darin liegt eine große Schwäche: The Fray waren einmal eine Band, deren Lieder nicht vorbeizogen, sondern stehen blieben – zumindest für den durchschnittlichen Pophörer. Ja, "How to save a life" und "You found me" sind pathetisch. Aber der Pathos war keine leere Geste, sondern hatte echte emotionale Substanz. Eine ewige Selbstkopie der eigenen Vergangenheit kann niemand verlangen, doch wer trotz neuer Besetzung am alten Namen festhält, lädt automatisch zum Vergleich ein. "A light that waits" scheint beweisen zu wollen, dass The Fray auch ohne Slade funktionieren. Handwerklich stimmt das vielleicht, doch im Gesamtbild entstehen deutliche Risse. Mit ihnen steht eine heikle Frage im Raum: Wenn Vibe, Sound und Kern sich so spürbar verschoben haben – warum dann nicht ein neues Kapitel unter neuem Namen aufschlagen? Joe King singt sauber und angenehm. Aber wo früher dieses leicht brüchige Drängen war, liegt jetzt eine glatte Oberfläche. Vielleicht wäre ein neues Projekt ehrlicher gewesen. Stattdessen halten The Fray an einem Bandnamen fest und müssen sich an ihm messen lassen.

Erst "My heart's a crowded room" verlässt die neue Komfortzone. Die Drums gewinnen an Dynamik und Kings Stimme an Inbrunst. Der gewohnte Hymnencharakter von The Fray blitzt auf, ebenson ein Hauch von Vielschichtigkeit. Warum bringt das Album nicht öfter diesen Mut auf? Mit "Whenever you reach me" liefert die Band immerhin eine weitere, klassische The-Fray-Ballade: Klavier, Steigerung, Refrain für den Serienabspann in Zeitlupe. Auch nach zwölf Jahren Pause kann das Trio noch soliden und vertrauten Pop vorlegen. Und doch schleicht sich der Gedanke ein, dass hier mit der alten Stimme mehr Biss und mehr Charakter möglich gewesen wäre. All das macht "A light that waits" nicht zum Reinfall, aber eben auch nicht zu der Rückkehr, die dieser Bandname suggeriert.

(Lena Zschirpe)

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Highlights

  • My heart's crowded room

Tracklist

  1. A light that waits
  2. Still got you
  3. Ice cold lakes
  4. Emerald
  5. My heart's a crowded room
  6. Wherever you reach for me
  7. Let me go first
  8. Songs I'd rather not sing
  9. Tasted glory
  10. After you, only god
  11. Sea level drive

Gesamtspielzeit: 35:51 min.

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Armin

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2026-03-10 21:00:06 Uhr - Newsbeitrag
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