South - With the tides

South- With the tides

Kinetic / Sanctuary / Rough Trade
VÖ: 29.03.2004

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Eisdecke

Die Sehnsucht nach dem Süden zieht sich durch alle Bevölkerungs- und Altersschichten. Die einen zieht es nach Tunesien, die anderen nach Mallorca, und manche auch nur an den Bodensee. Hauptsache dahin, wo irgendeine Landkarte unten aufhört. Und wenn's nur die der Bundesrepublik ist. Selbst die Vögel verbringen den größten Teil ihres Lebens mit hartnäckigem Hin- und Herfliegen zwischen der schroffen Heimat und der Wärme des Südens. Kein Wunder, daß das Streben nach anderen Breitengraden neben Liebe, Leiden und anderen Nebensächlichkeiten immer wieder von Musikern aller Couleur besungen wird. Denken wir nur an... naja, ihr wißt schon. Heyo, was geht?

Seltsam nur, daß ausgerechnet die Band mit dem südlichsten aller Namen rein gar nicht hält, was sie verspricht. Oder zumindest nicht mehr. Strahlte das reguläre Debüt "From here on in" zumindest noch die Wärme eines Kachelofens im Ruhestand aus, gleicht "With the tides" einem Eisblock. Einem, in dessen Innerem die Erlösung wartet. Zu erblicken durch die meterdicke Schicht aus durchsichtigen Eiskristallen, aber doch so unerreichbar. Inmitten dieses Klotzes, der nicht so schnell schmelzen wird. Weil ja weit und breit keine Sonne scheint.

Doch der Mensch will von Natur aus immer genau das, was er nicht erreichen kann. Vielleicht gerade deswegen übt "With the tides" unwiderstehliche Faszination aus. Der von Dave Eringa (Ash, Manic Street Preachers, Kylie Minogue) produzierte South-Zweitling wirkt nicht nur geschlossener als das diffuse Debüt, sondern auch viel viel tiefer. Als ob der Britpop seine Unschuld noch nicht verloren hätte. Oder als ob jemand über das letzte Doves-Meisterwerk "The last broadcast" einen Eimer mit Streichern ausgekippt hätte. Das unheimlich schöne Artwork tut sein übriges, daß einem "With the tides" im wahrsten Sinne des Wortes ans Herz wächst.

Und das, obwohl es keinen einzigen Hit gibt. Sondern alles im steten Fluß steht, zwischen Streichern, Gitarre und Geräuschen. Beinahe würde man sagen, daß alle Songs gleich klingen. Wenn nicht genau das den Reiz von "With the tides" ausmachen würde. Neben der einnehmenden Stimme von Joel Cadbury. Und neben Mitnick-Zeilen wie "Things you say can make my day / But you've paid to be this way / A real fake but not betrayed / Just sustained, now decayed", denen man weder widersprechen kann noch möchte. South breiten ihren Schleier über uns aus. Und die Frostbeulen sind nicht bei weitem nicht das einzige, was bleibt.

(Armin Linder)

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Highlights

  • Motiveless crime
  • Natural disasters
  • Fragile day

Tracklist

  1. Motiveless crime
  2. Colours in waves
  3. Loosen your hold
  4. Natural disasters
  5. Fragile day
  6. 9 lives
  7. Same old story
  8. Mend these trends
  9. Silver sun
  10. Straigh lines to badlands
  11. What I find
  12. Threadbare

Gesamtspielzeit: 42:47 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag
carpi
2004-05-06 17:40:40 Uhr
Lohnt sich wirklich! Etwas glatter als die letzte aber sehr schön.
carpi
2004-05-04 21:33:15 Uhr
Heute gekauft, nach dem grandiosen 'From here on' bin ich ja mal gespannt.
RnR
2004-05-04 10:26:42 Uhr
Hört euch bitte diese Platte an!
Roddy Woomble
2004-04-05 00:24:57 Uhr
So, ich hab' das Album mittlerweile und muß sagen, daß die Steigerung jetzt doch nicht so groß ist, wie ich sie erwartet habe. Trotzdem ist es ein schönes britisches Gitarrenpop-Album geworden, eine nette Alternative, wenn man sich an Travis, Coldplay, Starsailor usw. schon satt gehört hat. Prima Arrangements, Dave Eringa hat produziert und zum Teil auch selbst mitgespielt.

Und das Album hat noch eine ganz entscheidende Eigenschaft im Gegensatz zu "From Here On In": Es wächst mit jedem erneuten Hören.

Hat von Euch schon jemand reingehört?

Kleine Korrektur noch zum vorherigen Beitrag: "From Here On In" ist gar nicht das Debüt, sondern ein Album mit dem Titel "Overused", das aber überall nur als Japan-Import erhältlich ist.
Roddy Woomble
2004-03-25 14:51:23 Uhr
Am nächsten Montag, 29. März, erscheint hier in Deutschland das neue South-Album "With The Tides".

Dachte schon, die Band gäb's überhaupt nicht mehr. Auf ihrem Debüt "From Here On In" waren ja schon ganz nette Songs zu hören. Die Band soll sich aber in Sachen Songwriting noch mal richtig gesteigert haben. Bin schon gespannt.
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