Clawfinger - Before we all die
Perception / Edel
VÖ: 20.02.2026
Unsere Bewertung: 5/10
Eure Ø-Bewertung: 6/10
Die nackte Wahrheit
Irgendwann hat die Revolution ihre Kinder gefressen. Damals, 1993, da trafen Clawfinger mit dem Album "Deaf dumb blind" den Nerv der Zeit, waren mit der Über-Single "The truth" wahrlich überall zu hören und zu sehen. Irgendwie verpassten die Schweden allerdings den Absprung, als aus dem damals "Crossover" genannten Genre Nu Metal entstand, die Platten wurden zunächst egal, dann wirklich ärgerlich – die damaligen Kollegen, die das zweifelhafte Vergnügen hatten, "Zeros and heroes" von 2003 und "Life will kill you" aus dem Jahr 2007 zu rezensieren, haben vermutlich heute noch Albträume. Die Auflösung war 2013 entsprechend so konsequent wie überfällig. Insofern hielt sich die Euphorie durchaus in Grenzen, als die Skandinavier tatsächlich ihr neues Album "Before we all die" ankündigten - muss das wirklich sein?
Aber hoppla: Der Opener "Scum" scheppert los wie vor 30 Jahren. Die Riffs sitzen, das elektronische Gedaddel, was oftmals mehr Ablenkung als sinnvoll war, hält sich in Grenzen, und schon möchte man den Refrain direkt mitgrölen. Auch wenn es mittlerweile schon fast wohlfeil ist, seinen Unmut über einen gewissen ranghohen Politiker aus den USA auszulassen. Beim folgenden "Ball & chain" schleichen sich neben den fetten Grooves glatt ein paar Melodien in den Refrain ein, und "A perfect day" beamt den Fünfer durch seinen lässigen Groove mal eben von Skandinavien an die Westküste Kaliforniens. Nur dass eben nicht Snoop Dogg entspannte Kiffer-Rhymes von sich gibt, sondern Zak Tell über das Geltungsbedürfnis mancher Protagonisten in sozialen Medien vom Leder zieht.
Das Problem ist nur – das war's dann auch wieder mit der Herrlichkeit. "Going down (like Titanic)" kann wenigstens noch mit starken Lyrics aufwarten, nervt aber kolossal, während man immer wieder den Gitarristen Jocke Skog und Bård Torstensen wünschen möchte, doch wenigstens zwei oder drei zusätzliche Riffs in den Fundus aufzunehmen. "A fucking disgrace" reißt nochmal durch eine feist verzerrte Slide-Guitar aus der Lethargie, beim direkt darauf folgenden "Kill the dream" bereut man allerdings umgehend, zuvor die Lautstärke so aufgedreht zu haben.
Vor wenigen Monaten veröffentlichte mit Biohazard eine weitere Band ein Reunion-Album, die damals, Mitte der Neunziger, ihre große Zeit erlebte, um dann in den Nullerjahren in der Versenkung zu verschwinden. Und sowohl die New Yorker als auch Clawfinger versuchen, die Energie, den Reiz der damaligen Zeit wieder aufzugreifen. So wirklich gelungen ist das nur den Herren um Billy Graziadei. Die Schweden hingegen bleiben zu oft in Selbstreferenzen stecken und vergessen, dass mittlerweile drei Jahrzehnte ins Land gegangen sind. Das aktuell kursierende Promo-Foto, das die Mittfünfziger mit heruntergelassenen Hosen zeigt, macht es nicht wirklich besser. Zu sagen haben Clawfinger nach wie vor eine ganze Menge. An der Verpackung hapert es allerdings noch ziemlich. Sehen wir's positiv – schlimmer als vor 20 Jahren hätte es auch nicht kommen können.
Highlights
- Scum
- Ball & chain
- A fucking disgrace
Tracklist
- Scum
- Ball & chain
- Tear you down
- Big brother
- Linked together
- A perfect day
- Going down (like Titanic)
- You call yourself a teacher
- A fucking disgrace
- Kill the dream
- Environmental patients
- Before we all die
Gesamtspielzeit: 40:39 min.
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(Neueste fünf Beiträge)
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Armin Plattentests.de-Chef Postings: 30202 Registriert seit 08.01.2012 |
2026-03-02 20:36:39 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert. Meinungen? |
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Otto volle Möhre Postings: 1977 Registriert seit 21.06.2021 |
2025-07-02 19:24:42 Uhr
Oh Gott, bitte nicht. Clawfinger brauchen wieder Geld für die Villen. |
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Armin Plattentests.de-Chef Postings: 30202 Registriert seit 08.01.2012 |
2025-07-02 17:50:28 Uhr - Newsbeitrag
CLAWFINGER- MELDEN SICH MIT ‚SCUM‘ ZURÜCK VIDEO / STREAM CLAWFINGER sind zurück! Nicht, um die Welt zu retten, sondern um lautstark und kompromisslos zu schreien, während sie in Flammen aufgeht. Ihre neue Single ‚Scum‘ ist ein lauter, roher Punk-Rap-Wutbrocken mit einer wichtigen Botschaft. Mit diesem Song kehren die Crossover-Pioniere eindrucksvoll zurück: direkt, wütend und ungefiltert wie seit Jahren nicht mehr. „‚Scum‘ ist ein roher, lauter und brutal ehrlicher Punk-Rap-Track, der voll auf die Zwölf geht“, so Sänger Zak Tell. „Er richtet sich gegen Typen, die egoistisch, sexistisch und selbstverliebt sind – und trotzdem nicht aufhören zu reden. Mit messerscharfem Text und einem Beat wie ein Schlag ins Gesicht sagt ‚Scum‘ genau das, was wir alle über diesen einen Typen denken, der einfach verschwinden sollte. Der Song ist immens wütend und düster. Wenn du jemals jemandem ins Gesicht spucken wolltest, dir entweder der nötige Mut und die Kraft oder aber die gesellschaftliche Erlaubnis fehlte, dann ist dieser Track für dich.“ ‚Scum‘ ist über PERCEPTION - A Division of Reigning Phoenix Music erschienen und kann ab sofort auf allen gängigen Plattformen gestreamt werden: https://clawfinger.rpm.link/newsongPR Seht das Video: Das Ende ist nah. Lasst es laut krachen! Nach fast drei Jahrzehnten voller kompromissloser Riffs, energiegeladener Shows und gesellschaftskritischer Statements melden sich CLAWFINGER schärfer denn je zurück - laut, direkt, unbequem. Die Band bringt es selbst am besten auf den Punkt: „Da sind wir also. Immer noch da. Immer noch laut. Immer noch so albern wie früher. Eine Gruppe gut abgehangener Typen mit Gitarren und einer großen Liebe für alle, die immer noch zu unseren Konzerten kommen, mitsingen und sich mit uns die Seele aus dem Leib schreien. Wir danken euch allen aus tiefstem Herzen. Jetzt checkt unsere kommenden Livetermine, denn wir gehen wieder auf Tour. Und ihr seid natürlich dabei!“ CLAWFINGER live: 02.07.2025 DE Ballenstedt - Rockharz Open Air *AUSVERKAUFT* 04.07.2025 DE Irslingen - Wolfweez Festival 05.07.2025 CZ Velké Meziříčí - Fajtfest 19.07.2025 DE Niedergörsdorf - Motorcycle Jamboree 31.07.2025 DE Wacken - Wacken Open Air *AUSVERKAUFT* 08.08.2025 PL Danzig - Rockowizna Festival 22.08.2025 PL Posen - Rockowizna Festival 23.08.2025 DK Morud (Fyn) - Mejerhell 29.08.2025 PL Krakau - Rockowizna Festival 30.08.2025 HU Alsóörs - Tábor Fesztivál 06.09.2025 DE St. Goarshausen - 30 Jahre IN EXTREMO 13.09.2025 BG Plowdiw - Rebel Rebel Festival --- Über CLAWFINGER CLAWFINGER gelten als Pioniere des europäischen Rap-Metal. Gegründet Anfang der 1990er in Stockholm, feierte die schwedisch-norwegische Band mit „Deaf Dumb Blind“ [1993] ein explosives Debüt: wuchtige Gitarrenriffs treffen auf politische Texte und Rapgesang. Das Album verkaufte sich weltweit über 600.000 Mal – davon allein mehr als 250.000 Mal in Deutschland – und wurde mit einem schwedischen Grammis in der Kategorie ‚Hardrock/Metal‘ ausgezeichnet. Mit dem Nachfolger „Use Your Brain“ [1995] konnte die Band an den Erfolg anknüpfen, inklusive Chartplatzierungen in Deutschland, Österreich, der Schweiz und Schweden. Es folgten sieben Studioalben, darunter „A Whole Lot Of Nothing“, „Zeros & Heroes“, „Hate Yourself With Style“ und „Life Will Kill You“. Insgesamt verkaufte die Band über 1,5 Millionen Tonträger weltweit. CLAWFINGER sind bekannt für ihren direkten, riffbetonten Sound ohne Gitarrensoli – und ihre klare politische Haltung. Ihre Texte behandeln Themen wie Rassismus, politische Verblendung, Drogenpolitik, Umweltzerstörung und soziale Ungleichheit. In den 90ern tourte die Band mit Größen wie ALICE IN CHAINS, MEGADETH und FAITH NO MORE und spielte auf großen Festivals wie Rock am Ring, Roskilde oder beim Monsters of Rock in Südamerika. Nach einer Auszeit kehrte die Band 2014 zurück und veröffentlichte neue Singles wie ‚Save Our Souls‘ [2017] und ‚Environmental Patients‘ [2022]. 2025 unterzeichneten CLAWFINGER einen neuen Plattenvertrag bei PERCEPTION – mit weiteren Releases in Vorbereitung. Laut, direkt und kompromisslos wie eh und je. CLAWFINGER sind: Zak Tell | Gesang Jocke Skog | Gitarre, Keyboards Bård Torstensen | Gitarre André Skaug | Bass Micke Dahlén | Schlagzeug --- Über PERCEPTION PERCEPTION ist das neueste Familienmitglied von Reigning Phoenix Music. Nach der erfolgreichen Integration von ROAR, einem Sublabel, das sich aufstrebenden Talenten und Acts widmet, soll PERCEPTION eine starke Basis für Bands bilden, die sich regional oder stilistisch in führenden Positionen befinden und großes Wachstumspotenzial mit sich bringen. 2023 gegründet, spiegelt Reigning Phoenix Music die hundertprozentig unabhängige Vision des Musikindustrie-Experten Gerardo Martinez sowie des Avionik-/Technik-Unternehmers Sven Bogner wider. Die grundlegende Idee hinter dem Label ist, Heavy Metal bzw. extremer, harter Musik jeglicher Coleur den für Erfolg nötigen Rückenwind zu verleihen. In diesem Rahmen soll einerseits etablierten Bands, aber natürlich auch neuen Talenten und gar Szene-Ikonen die bestmögliche Unterstützung innerhalb der Branche zuteilwerden. Allem voran steht jedoch, Künstlerinnen und Künstlern dabei zu helfen, ihre Kunst und ihr Talent in gewinnbringenden Erfolg umzuwandeln. Hört euch ‚Scum‘ sowie weitere neue Tracks in der „PERCEPTION New Releases“-Playlist auf Spotify an: https://rpm.link/perceptionspotifyPR. |
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Referenzen
H-BlockX; 4lyn; Headcrash; Thumb; Crosscut; Crazy Town; P.O.D.; Senser; Faith No More; Peeping Tom; Orgy; Farmer Boys; Die Krupps; Rammstein; Oomph!; Static-X; White Zombie; Rob Zombie; Marilyn Manson; Fear Factory; Korn; Disturbed; Dope; Slipknot; Spineshank; System Of A Down; Powerman 5000; Pitchshifter; Body Count; Such A Surge; Quest; Aheadz; Saliva; Papa Roach; Alien Ant Farm; Linkin Park; Limp Bizkit; 36 Crazyfists; Machine Head; Pantera
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