NMB - L.I.F.T.
InsideOut / Rough Trade
VÖ: 27.02.2026
Unsere Bewertung: 7/10
Eure Ø-Bewertung: 7/10
Gebetsmühle
Neal Morse ist mittlerweile zu einem Phänomen geworden. Inzwischen 65 Lenze zählend, hat der US-Amerikaner durch eine Unzahl an Veröffentlichungen und Kollaborationen sein eigenes Subgenre geschaffen. Der Morse-Prog ist dabei anhaltender und berechtigter Kritik des Gleich- oder zumindest Ähnlichklangs ausgesetzt, aber natürlich wird Gutes durch Wiederholung nicht automatisch schlechter. Das neue Album im Rahmen der inzwischen auch schon über zehn Jahre aktiven Neal Morse Band ist dafür der beste Beleg.
Inhaltlich greift der bibelfeste Prog-Prediger damit altbekannte, aber auch zeitlose Themen auf: Identitätsverlust, Sinnkrise und Selbstfindung. Mehr oder weniger in dieser Reihenfolge und immer mit spiritueller bzw. religiöser Schlagseite. Es ist vollkommen klar, dass Morse nicht eher Ruhe geben wird, bis auch der Allerletzte zu der Einsicht bekehrt wurde, dass Liebe und Gott oder die Liebe zu Gott der Weg und das Ziel sind.
Dabei macht es letztlich sowohl narrativ als auch stilistisch keinen großen Unterschied, ob das Werk "Snow", "One", "The great adventure" oder eben "L.I.F.T." heißt. Nur: Es ist – zumindest für Genrefans – eben in der Regel auch ziemlich überzeugend, was der Altmeister und seine Kollegen, darunter Dream-Theater-Rückkehrer Mike Portnoy, ein ums andere Mal abliefern. Und die Entscheidung, mit welchen der zahlreichen Alben es sich zu beschäftigen lohnt und mit welchen eher nicht, ist eher persönlichen Stimmungen als objektiven Qualitätsunterschieden unterworfen. Es lässt sich daher kaum feststellen, dass beispielsweise "Innocence & Danger", das vorherige NMB-Album von 2021, ein merklich schwächeres Werk wäre, weil es hier nicht rezensiert wurde. Und genauso ist auch "L.I.F.T." kein aus dem Neal-Morse-Katalog herausragendes, meilensteingleiches Exemplar, aber durch seine hochklassig instrumentierte und besungene Geschichte eine rundum gelungene Reise, bei der es, wie so oft, müßig ist, besondere Momente hervorzuheben. Denn wie gewohnt sind es nicht einzelne Songs, die sich für die Berücksichtigung in irgendwelchen Best-Of-Zusammenstellungen qualifizieren, sondern ist es der Gesamteindruck, der den Unterhaltungswert bestimmt. Für Prog-Freunde sollte es ohnehin selbstverständlich sein, sich Alben grundsätzlich am Stück anzuhören, um alle stilistischen und inhaltlichen Feinheiten ebenso genau zu erfassen wie das große Ganze.
Und mit diesem genretypischen Zugang bietet auch "L.I.F.T." ein – nun ja – erhebendes Erlebnis. Schon wenn Morse in "Beginning" anhebt, macht sich ein Gefühl von Heimkehr breit, während die Herren an den Instrumenten Zeugnis darüber ablegen, wie eingeübt ihre Zusammenarbeit ist, was im weiteren Verlauf durch das durchgängig hohe kompositorische Niveau verdeutlicht wird. Auszugsweise reinhören? Wenn’s dann sein muss, sollten die beiden "Fully alive"-Teile, "The great withdrawal" und besonders "Love all along" ausreichen, um die Rückkehr in altvertraute Gefilde zu besiegeln.
Highlights
- Fully alive
- Fully alive, pt.2
- The great withdrawal
- Love all along
Tracklist
- Beginning
- Fully alive
- I still belong
- Gravity's grip
- Hurt people
- The great withdrawal
- Contemplation
- Shame about my shame
- Reaching
- Carry you again
- Shattered barricade
- Fully alive, pt.2
- Love all along
Gesamtspielzeit: 70:23 min.
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2026-02-21 21:03:04 Uhr - Newsbeitrag
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Referenzen
Neal Morse; Transatlantic; Flying Colors; Spock's Beard; The Tangent; Big Big Train; Mystery; Magic Pie; Sylvan; Kino; The Flower Kings; Flaming Row; Fates Warning; RPWL; Phideaux; Marillion; IQ; Sieges Even; Subsignal; Yes; Genesis; Pendragon; It Bites; Kaipa; Haken; Frost; Dream Theater; Ayreon; Rush; Enchant; Beardfish; Glass Hammer; Steve Hackett; Steven Wilson; Saga; Shadow Gallery; Roine Stolt; Peter Gabriel; Arena; Asia; Pink Floyd



