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Urne - Setting fire to the sky

Urne- Setting fire to the sky

Spinefarm
VÖ: 30.01.2026

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 5/10

Alle Elemente

Feuer, Luft, Wasser. Alles irgendwie vorhanden auf dem dritten Album der Londoner Band Urne. "Setting fire to the sky" ist die Ansage, auch das große Nass darf später genug Zeit zum Ausbreiten bekommen. Aber zunächst einmal: Etwa 45 Sekunden falsche Fährte präsentieren Urne im Opener auf das, was kommt. Klassische Töne – ist das etwa ein Spinett? Noch bevor sich die Frage beantworten lässt, rockt das Trio alles nieder. Sänger Joe Nally klingt dabei etwas wie Robb Flynn von Machine Head, der Bass donnert, die Schießbude ballert, es groovt ordentlich. Was vorn verschenkt wurde, wird hinten rangehängt – knapp sechs Minuten dauert "Be not dismayed", auch wegen eines Momentes des Innehaltens in der Mitte. Noch mal Luft holen vor dem Finale, welches einige finstere Growls an Bord holt, und ein ziemliches Zocker-Solo des Gitarrenmenschen. Ein schöner Einstieg, der in "Weeping to the world" seine Fortsetzung findet. Das Drumming macht einfach weiter, fließt so in diesen Song hinein, welcher sich jedoch keinen (erwartbaren) Aufbau hin zu einem großen Finale leistet, sondern etwas Clean-Gesang mit klarem musikalischem Input verbindet. Wer auf Lyrics steht, kann hier lauschen. Wer vor allem wegen des Grooves da ist, wird gleich mehr als deutlich abgeholt.

"The spirit, alive" ist das Ding. Brutal gut. Ein Nackenbrecher erster Güte. Eine fiese Symbiose aus Machine Head und – dank des so tönenden Gesangs – Mastodon. Wie schön sich die Mehrstimmigkeit hier zu einem Ganzen verwebt, in einem Sammelsurium an treibenden Riffs. Wieder Richtung Ruhepuls schiebt eingangs der Titeltrack, aber auch hier türmen Urne irgendwann dicke Schichten an Soundwällen auf. Immer wieder beachtlich, was man als Trio so alles an Lärmpegel hinbekommt. Gitarre, Bass, Schlagzeug, irgendwer bekommt ein Mikro vor die Nase, und ab geht die Post. Oft erlebt, immer wieder aufs Neue packend. Darauf erst einmal eine halbe Ballade, "The ancient horizon". Bleiern schwer sind dennoch die Riffs, die irgendwann die Szenerie übernehmen, im Wechselspiel mit einigen ruhigen Worten Joe Nallys.

Die Nähe zu Mastodon, sie wird im Laufe des Albums immer klarer, was zu einem großen Teil am Gesangsstil liegt, der ähnlich wie bei den großen Vorbildern diese leicht nasale Färbung hat. Warum nicht also gleich zusammenarbeiten? Exakt dies passiert in "Harken the waves". Ein sogenannter "false friend", die Wellen werden nicht fachmännisch in Reihe geordnet (was witzig anzusehen wäre), sondern ihnen wird gelauscht. Genau das machen Nally und Gast Troy Sanders die ersten drei Minuten dieses Longtracks, ehe sie sich auch mal die Ehre geben, dieser Post-Metal-Sludge-Mischung noch ein paar wässrige Worte mitzugeben. Die See, sie ist unruhig.

Den eigentlichen Closer des Albums stellt "Breathe", eine Ballade, wie es sie im Metal öfter gibt, wenn eine "harte" Band einmal der Emotionalität freien Lauf lässt. Sänger Joe Nally schmachtet sich durch diese vier Minuten, wahrnehmbar begleitet von reduzierten Gitarren- und Pianoakkorden und hübschen Streicherpassagen, die die im Post-Rock und -Metal recht präsente Jo Quail beisteuert. Eigentlich ein passendes Ende, dieser erdende Ruhepol, aber in digitalen und CD-Versionen folgt noch "Nocturnal forms", welches statt weichen Pianoanschlägen noch einmal die Axt im Walde rotieren lässt. Vom Spannungsbogen her keine besonders gute Lösung, wenngleich dieser erneut straight nach vorn gehende Rocksong sicher kein schlechter ist, nur eben recht deplatziert. Und so beschließt nicht ein kleiner Moment der Feinheit dieses durch die Bank überzeugende Album, sondern ein ordentlicher Stampf-Track mitsamt "to kill, to kill"-Lyrics, die ein ansonsten sehr rundes Werk etwas ungewohnt ausklingen lassen.

(Klaus Porst)

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Highlights

  • Be not dismayed
  • The spirit, alive
  • Harken the waves

Tracklist

  1. Be not dismayed
  2. Weeping to the world
  3. The spirit, alive
  4. Setting fire to the sky
  5. The ancient horizon
  6. Towards the harmony hall
  7. Harken the waves (feat. Troy Sanders)
  8. Breathe (feat. Jo Quail)
  9. Nocturnal forms

Gesamtspielzeit: 49:37 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag

kiste

Postings: 318

Registriert seit 26.08.2019

2026-02-17 14:06:35 Uhr
Gibt es hier Eindrücke von Fans? Die Musik ist leider nicht so mein Fall- mich würde aber der Fanblick in Bezug auf die Weiterentwicklung der Band interessieren.

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 30172

Registriert seit 08.01.2012

2026-02-14 21:28:32 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

Meinungen?
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