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Ásgeir - Julia

Ásgeir- Julia

Embassy Of Music / Tonpool
VÖ: 13.02.2026

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 9/10

Langmut tut gut

Nachsicht zu zeigen, ist eine Tugend. Falls Ásgeir Trausti je herausgefunden hat, dass sein Vorname vor allem im deutschen Sprachraum nicht unbedingt positive Assoziationen weckt, wird er es seinen Eltern vermutlich nicht allzu übel genommen haben. Und diejenigen, die dieses Album hören, werden es verschmerzen können, dass es weder besonders abwechslungs- noch spannungsreich ist – jedenfalls dann, wenn ihnen nordisch geprägte Melancholie der eingängigen Art zur zweiten Natur geworden ist.

Denn Ásgeir ist anscheinend endgültig in seinem Element angekommen, hat die mitunter elektronischen und kantigeren Elemente auf früheren Alben ad acta gelegt und fokussiert sich voll und ganz auf zartbesaitete Seelentröster-Musik für die nachdenklichen Stunden des Lebens. "Julia" ist zudem das erste Album, auf dem auch die Texte von ihm und nicht mehr von seinem Vater stammen, was für den 33-Jährigen einen wichtigen Schritt auf dem Weg zu einer kompletteren und reiferen Künstlerpersönlichkeit darstellt.

Es ist eine in sich ruhende, poetische, harmoniebedürftige und nach innerer Ausgeglichenheit strebende Stilistik, mit der der Isländer hier in zehn wunderbaren Songs die Welt beglückt. Wobei gerade die Single "Ferris wheel" als wohl stärkstes Stück der Platte eher nach ganz viel sehnsuchtsgetränktem Fernweh klingt – genau wie im zugehörigen Video möchte man sich sofort hinter das Steuer des nächstbesten Wagens schwingen und in den Sonnenuntergang fahren.

Ein Gefühl kindlicher Unbeschwertheit entsteht dagegen im zweitstärksten Song des Albums "Sugar clouds" – ein Stück, das dazu einlädt, sich an einem lauen Frühlingsabend irgendwo inmitten endloser Felder ins Gras zu legen, die Augen zu schließen und sich gedanklich zurück in hoffnungsvollere Zeiten zu versetzen.

Erholt und voller Energie lässt sich dann auch besser "Against the current", also gegen den Strom schwimmen, wobei Ásgeir in diesem im Vergleich zum Großteil des Albums geradezu dynamisch wirkenden Highlight eher darüber sinniert, den eigenen Weg zu finden, ohne dabei gegen ständige Widerstände ankämpfen zu müssen. Denn letztlich möchten wir doch alle nur ein "Quiet life", wie es im tollen, Stimmung und Ton setzenden Opener thematisiert wird.

Aber auch die anderen Songs werden Sympathien gewinnen können – vor allem von Bon-Iver-Fans, denn das Ausmaß der bedächtigen Introspektion ist bei Titeln wie "Universe", "Julia", "Stranger" und "Into the sun" noch deutlich größer, was den Charakter des Albums als Nervennahrung unterstreicht. Bei so viel wohltuendem Seelenfrieden sollte es jedenfalls leicht fallen, darüber hinwegzusehen, dass der Platte etwas mehr Pep gut getan hätte.

(André Schuder)

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Highlights

  • Quiet life
  • Against the current
  • Ferris wheel
  • Sugar clouds

Tracklist

  1. Quiet life
  2. Against the current
  3. Smoke
  4. Ferris wheel
  5. Universe beyond
  6. Julia
  7. Sugar clouds
  8. Stranger
  9. In the wee hours
  10. Into the sun

Gesamtspielzeit: 37:55 min.

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User Beitrag

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 30206

Registriert seit 08.01.2012

2026-02-14 21:24:49 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

Meinungen?

MickHead

Postings: 10119

Registriert seit 21.01.2024

2026-02-13 11:16:08 Uhr
Jetzt auch komplett bei Bandcamp:

https://asgeirtrausti.bandcamp.com/album/julia

MickHead

Postings: 10119

Registriert seit 21.01.2024

2026-02-13 09:40:49 Uhr
Komplette Playlist bei YouTube:

https://youtube.com/playlist?list=OLAK5uy_kusY5wmcWiQBxyEFmcWvSwtkotjKZc5Gg&si=zbKXFzSv15JpJpPP

MickHead

Postings: 10119

Registriert seit 21.01.2024

2026-01-14 13:53:23 Uhr
4. Song "Against The Current"

https://youtu.be/RAUfAYQE-20?si=riXKafrNEtFI0INQ

Kamm

Postings: 690

Registriert seit 17.06.2013

2025-11-29 18:44:07 Uhr
Richtig hübsche und elegante Musik. Ein bisschen schade, dass das Experimentielle anscheinend stark zurückgefahren wurde.
Ich hoffe, da findet sich auf dem Album noch was von.
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