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Bladë - A path to rëd skies

Bladë- A path to rëd skies

Bladë
VÖ: 07.11.2025

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 3/10

Nadel im Heuhaufen

Auch aus einer ziemlich schlechten Idee kann Gutes entstehen. So erging es kürzlich dem Rezensenten, als er eine Spotify-Playlist suchte, um frühe Neugier auf den Eurovision Song Contest 2026 zu bedienen. Da bisher kaum Beiträge veröffentlicht waren, fiel die Wahl auf eine zum kommenden Melodifestivalen – jenem sagenumwobenen ESC-Vorentscheid aus Schweden, der dafür sorgt, dass die Skandinavier jedes Jahr heiße Sieg-Aspiranten hervorbringen. Doch beim Hören reifte eine gruselige Stunde lang die Theorie, ob die Schweden vielleicht nur so erfolgreich sind, weil sie einfach immer 30 Acts reinwerfen und schon irgendein starker Beitrag dabei sein wird. Dann allerdings landete plötzlich ein siebenminütiger Wahnsinnssong namens "My path" in den Lautsprechern, der das Gedudel unterbrach. Und gar kein Kandidat sein konnte für den ESC, bei dem die Dauer der Titel auf 180 Sekunden begrenzt ist. Die Playlist erwies sich als zusammengestellt aus den Melodifestivalen-Acts 2026, aber meist noch ohne deren jeweiligen Song. Doch dieser eine Platzhalter blieb hängen, sorgt nun für die verspätete Besprechung eines Albums, das bereits im November erschienen ist. Von einer Künstlerin mit bisher gerade mal 3.608 monatlichen Spotify-Hörer*innen und 113 Abonnent*innen bei YouTube.

Für Isa Tengblad ist das Melodifestivalen nichts Neues: Schon 2015 und 2016 nahm sie als Isa am schwedischen Vorentscheid teil, mit zwei klassischen Pop-Songs, die sich auch in den nationalen Charts platzieren konnten. Was die 27-jährige Stockholmerin jetzt als Bladë mit "A path to rëd skies" veröffentlicht hat, ist anders. Das zeigt alleine dieses alles überstrahlende "My path", eine Achterbahnfahrt aus Sounds und Beats, aus gesungenen, gesprochenen und verfremdeten Vocals, die dermaßen eingängig ineinandergreifen, dass keine Sekunde Langeweile entsteht.

"A path to rëd skies" ist ein Album voller drängender Momente. Es rumort und rummst, es rasselt und rattert. Bladës Alternative-Pop-Entwurf liegt nah an jenem der zwei neuesten Kesha-Alben, auf denen Zuckerbrot und Peitsche oft nur wenige Sekunden auseinanderliegen. Kein Song ist wie der vorige, Tengblad rappt mal, presst ihren Gesang durch Effekte, streut weitere Misstöne, setzt spitze Voodoo-Nadeln und legt sich dann direkt wieder in einen atemberaubenden Gesang mit Christina-Aguilera-Timbre. Bei solch einer Stimme kann Bladë mit "My love" oder "Venom (industry)" besten Gewissens auch recht konventionelle Balladen einschieben, letztere gar mit Chor, Streichern und Bryan-Adams-Gedächtnis-Gitarrensolo. Ein wunderbar pompöser Ausflug, nur wenige Minuten nach dem aggressiven Kontra namens "Manspread".

Mehrere Tracks greifen einander auf, so auch "Megalomania" das vorangegangene "My path". Konsequent, dass Bladë beide in einem neunminütigen Musikvideo gebündelt hat. "Perfection sucks, suck it up", stellt sie zum Übergang klar, meint natürlich etwas ganz anderes, gibt aber die Devise für ein Album vor, das sie in großen Teilen selbst geschrieben und produziert hat und das eine gewisse Rohheit ausstrahlt. Auch mit dem Cover, das wirkt wie mit Microsoft Paint invertiert und dann durch einen Tintenstrahldrucker mit zwei leeren Patronen gejagt. Es ist ein optischer Ausrutscher im stimmigen, von roten Farben geprägten Neu-Image, das sich Isa Tengblad verpasst hat. Hier hat sich eine Künstlerin im zweiten Anlauf an ihre wahre Identität herangetastet, wird dieser künftig sicherlich noch näher kommen und sie vielleicht sogar bald gefunden haben. "10 years later. New name. New mind. New me", kündigte sie ihre Rückkehr zum Melodifestivalen mit dem zum Zeitpunkt dieser Rezension noch unveröffentlichten "Who you are" an. Vielleicht ist bei 30 Melodifestivalen-Acts ja wirklich mindestens eine Sensation dabei.

(Armin Linder)

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Highlights

  • My path
  • Die young
  • Venom (industry)

Tracklist

  1. Intro (Chapter 1)
  2. My path
  3. Megalomania
  4. Die young
  5. Manspread
  6. Salty
  7. Venom (industry)
  8. Con artist
  9. Disturbia
  10. My love
  11. Outro (My love)
  12. To be continued (Memo)

Gesamtspielzeit: 38:48 min.

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User Beitrag

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 30172

Registriert seit 08.01.2012

2026-02-27 17:34:36 Uhr - Newsbeitrag


Der Melodifestival-Song. Hatte mir etwas mehr erhofft. Aber bisher auch erst einmal gehört.

Gallants22

Postings: 121

Registriert seit 22.01.2025

2026-02-08 08:27:43 Uhr
@Arnim
Da der Song bis zu deiner Besprechung für den Normalsterblichen quasi unauffindbar war kann man da meiner Meinung nach mal eine Ausnahme machen.

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 30172

Registriert seit 08.01.2012

2026-02-07 20:56:33 Uhr
Würde mich nicht wundern wenn er sich in den Jahresbestenlisten wiederfindet.

Die Frage ist, ob er da noch reindarf. Ist ja eigentlich von 2025. Aber definitiv ein Wahnsinnssong. Der den Impuls für meine erste Plattentests.de-Rezension seit langem gegeben hat. Seit knapp fünf Jahren, glaube ich.

Gallants22

Postings: 121

Registriert seit 22.01.2025

2026-02-07 20:43:30 Uhr
Hab 'My Path' jetzt 3 x durch. Definitiv ein sehr guter Song mit extremen Grower Potential. Würde mich nicht wundern wenn er sich in den Jahresbestenlisten wiederfindet. Bin gespannt auf den Rest des Albums.

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 30172

Registriert seit 08.01.2012

2026-02-07 20:39:01 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

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