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Buzzcocks - Attitude adjustment

Buzzcocks- Attitude adjustment

Cherry Red / Edel
VÖ: 30.01.2026

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 4/10

Gang of one

"Tolle Summschwänze". Wir wissen nicht, ob diese blitzsaubere Rezensions-Headline dem strengen virtuellen Rotstift des Plattentests.de-Chefs zum Opfer gefallen wäre – Mitte der Achtziger war sie jedenfalls voll senkrecht und fand sich daher über einem Zeitschriftenartikel zu den seinerzeit famosen schottischen Noise-Poppern The Soup Dragons. Ehe die später Rave-Schiffbruch erlitten, klangen sie nämlich wie Buzzcocks zu ihren besten (Anfangs-)Zeiten: explosiver Pop-Punk mit Knall im mitunter gebrochenen Herzen und ordentlich Sprengkraft in den kleinen, feinen Song-Bömbchen. Das mancunische Original ist inzwischen seit 50 Jahren am Start – ein paar Alterserscheinungen sollte man Buzzcocks folglich zugestehen, solange auch ab 2000 immer noch der eine oder andere Sägezahn-Hit wie "Sick city sometimes" oder "Sound of a gun" herausspringt.

Doch vor einiger Zeit wurden die Karten vom Schicksal leider neu gemischt: 2018 verstarb mit Pete Shelley der Mann, der zusammen mit Steve Diggle stets das kongeniale Front-Duo gebildet und rund die Hälfte an Songwriting und Vocals übernommen hatte. Und nicht, dass man vom elften Album der Bandgeschichte, auf dem Buzzcocks nunmehr als Trio zu Werke gehen, ein neues "What do I get?", "Orgasm addict" oder gar "Ever fallen in love (with someone you shouldn't've)" erwartet hätte – dennoch fehlt etwas auf "Attitude adjustment". Ebenso wie 2022 auf "Sonics in the soul". Und sei es nur der stimmliche Widerpart zum letzten verbliebenen Gründungsmitglied Diggle, der sich zuweilen etwas bemüht durch die Songs nuschelt und dessen variationsarme Phrasierung nicht gerade die stärkste Seite dieser knappen Dreiviertelstunde ist.

Doch wer will dem mittlerweile 70-jährigen Diggle schon zurufen, er möge bitte die Heizdecke von der letzten Kaffeefahrt aus dem Mund nehmen, damit man ihn besser versteht? Dafür kommt "Attitude adjustment" trotz allem viel zu gut vom Start weg. Etwa mit dem Opener "Queen of the scene", der sich sofort mit unwiderstehlichem Hymnen-Charakter und dezenten Hofknicksen Richtung Ramones ins Liebhab-Zentrum pogt. Viel schlechter machen das in der Folge auch "Games" oder "My poetic machine gun" nicht, kranken aber nach kurzer Zeit auch an einer gewissen Pub-Rock-Wurstigkeit, mit der Buzzcocks ihr Publikum eine Spur zu leutselig von der Seite anrempeln. Wenn schon Gejohle, dann mit Gefühl – weiß auch die halbakustische Moritat "All gone to war" nach Billy-Bragg-Vorbild, die man ob der Weltlage sogar ohne weiteres als Musik zur Zeit verbuchen könnte.

Auf Dauer eine recht altbackene Angelegenheit, möchte man meinen – wären da nicht substanziellere Ausreißer, die nicht in erster Linie Bewährtem anhängen, sondern die Punkrock-Bude gehörig durchlüften: "Heavy streets" wirft nicht nur einen gütigen Blick auf die Heruntergekommenheit der Dinge im Vereinigten Königreich, sondern kickt zu zornigen Gitarrenschlägen auch einen knackigen Backbeat durch die verdreckten Gassen. "Break that ball and chain" kündet mit aufgekratzter Ska-Note sogar von Aufbruch und Hoffnung – "The greatest of them all", womöglich ebenso dem verschiedenen Kollegen Shelley gewidmet wie "Senses out of control" vom Vorgänger, dürfte im Jenseits zufrieden nicken. Und vielleicht sogar den Motown-Vibe hören, den Diggle neuerdings in Buzzcocks' Musik ausgemacht haben will. Einigen wir uns also auf: mittlere Summschwänze.

(Thomas Pilgrim)

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Highlights

  • Queen of the scene
  • Heavy streets
  • Break that ball and chain

Tracklist

  1. Queen of the scene
  2. Games
  3. Seeing daylight
  4. My poetic machine gun
  5. Tears of a golden girl
  6. Heavy streets
  7. One of the universe (part 1)
  8. All gone to war
  9. One of the universe (part 2)
  10. Jesus at the wheel
  11. Just a dream I followed
  12. Feeling uptight
  13. Break that ball and chain
  14. The greatest of them all

Gesamtspielzeit: 43:04 min.

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Armin

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2026-01-30 20:32:01 Uhr - Newsbeitrag
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