Listen




Banner, 120 x 600, mit Claim


Oimara - Lampenfieber

Oimara- Lampenfieber

Stereopol / Galileo
VÖ: 21.11.2025

Unsere Bewertung: 4/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Meister Lampe

"Ja, ich bin's / Ja, ich bin der Lampen-Dude / Du fragst Di', wie's mir geht / Ich sag mal 'Danke, gut.'" Auch wenn es auf den ersten Blick wenig überrascht, so ist es doch schön zu hören, dass Beni Hafner – oder eben Oimara (wobei beide "A"s übrigens kurz gesprochen werden) – die Folgen des Erfolgs gut wegzustecken scheint. Das Business mit den Après-Ski-Hits ist nämlich in doppelter Hinsicht ein hartes. Einerseits erfordert es enorme Ausdauer und zumeist jahrelanges Klinkenputzen und Herumprobieren an der eigentlich stets identischen Formel, um dann einmal zufällig einen Fuß in die Tür zu bekommen. Andererseits stellt man dann fest, dass es sich oftmals um eine Drehtür ohne Ausgang handelt und man von Kurzauftritt zu Kurzauftritt über die gleichen Parties tingelt. Wahrscheinlich keine andere berufliche Karriere ist dem zur Realität gewordenen Murmeltiertag näher und dementsprechend ist seelisches Wohlbefinden wichtig, weil eben nicht selbstverständlich. Und wenn man sich dann "Lampenfieber" so in seiner ganzen Länge zu Gemüte geführt hat, dann kann man auch zu einer Vermutung gelangen, warum die Laune stabil bleibt: Weil Oimara sich im Gegensatz zu den meisten seiner Kolleg*innen der Schlagerzunft deutlich weiter damit aus dem Fenster lehnt, welche Musikstile einem Publikum ebenso zugemutet werden können.

Klar, hier ist jetzt logischerweise kein harter Punk oder sonstige Langhaar-Musik erwartbar – wir sind immer noch in Bayern, hallo?! –, aber über die generischen Uffta-uffta-Stampfbeats geht es hier phasenweise eben doch hinaus und überrascht dann auch bisweilen positiv. Während das Spiel mit der Ironie leider häufig wegen der allzu offensichtlichen Bemühung darum verloren geht, können Titel wie "Kunst (Schalalala Bum Bum)" mit Zeilen wie "Ja, ich geb zu / Mir geht's schon lang nicht mehr um die Musik / Ja, ich geb zu / Ich bin Profi in Finanzmathematik / Ja, ich geb zu / Mir geht's nur noch um Kohle und Profit / Und fast jedes zweite Lied von mir ist dummer Text mit Beat" durchaus punkten. Auch das zu Beginn zitierte "Aber" macht mit sprachlichen Kleinigkeiten wie einem "un-award-eten Award" einfach nur Spaß und lässt dann auch noch einen derart kräftigen House-Beat darüber schwappen, als sei es die normalste Entscheidung überhaupt. Die ganze Lobhudelei auf die Spitze treiben muss man jedoch bei dem Stück "Canale Grande". Hier gelingt tatsächlich, dass die Lyrics beim ersten Durchlauf wieder bloß eine simple ironische Ebene aufspannen und man dann wirklich erst beim zweiten Mal merkt, was für ein verdammt gut produzierter Song eigentlich darin steckt. Und auf der Anmachsprüche-Skala sind Zeilen wie "Wir tanzen bloß / Dei' Hand am Schoß / Das taugt mir irgendwie / Du bist so anstandslos" definitiv nicht unten.

Zur Wahrheit gehört aber natürlich auch: Alles hier Beschriebene bildet die Ausnahme von der Regel. Es handelt es sich bei "Lampenfieber" letztendlich auch eher um eine Single-Kompilation als um ein tatsächliches Album und das merkt man dann auch an vielen Enden und – so sie denn vorhanden wären – Kanten. Im Grunde dient der Rest der Tracklist dann einmal als Anschauungsmaterial, wie viele und was für Dinge man dann so in den Markt werfen muss, bis dann eben mal so ein unvermeidlicher Hit dabei herauskommt. Über eben jenen, "Wackelkontakt", sollen an dieser Stelle nun auch nicht mehr allzu viele Worte verloren sein. Der Song zeigt exemplarisch Oimaras Tendenz zum gepflegten Wortspiel und lauteren Beats (was im modernen Schlager auch kein Alleinstellungsmerkmal (mehr) ist), aber wird dann mutmaßlich die Skihütten der DACH-Region nicht mehr wieder verlassen. Wenn man sich geistig auf "Noch so einen Volksmusik-Kram" eingestellt hat, dann ist man eben doch überrascht, hier und dort weitreichendere Gedanken und sogar teilweise spannende Musik vorzufinden. Allerdings muss man dafür eben auch den Grubenhelm aufsetzen und sich durch die Menge an Unvermeidbarem durcharbeiten. Man erahnt definitiv ein Paralleluniversum, in welchem Oimara auch in anderen Stilrichtungen seinen Erfolg gefunden hätte, welches uns aber nicht vergönnt sein wird – oder eben nur sporadisch.

(Gerrit Phil Abel)

Bei Amazon bestellen / Preis prüfen für CD, Vinyl und Download
Bei JPC bestellen / Preis prüfen für CD und Vinyl

Bestellen bei Amazon / JPC

Highlights

  • Déjà-vu
  • Kunst (Schalalala Bum Bum)
  • Canale Grande
  • Aber

Tracklist

  1. Emoji baby
  2. Déjà-vu
  3. Wackelkontakt
  4. So sois sei (Extended version)
  5. Zebrastreifenpferd
  6. Kunst (Schalalala Bum Bum)
  7. Anlieger frei (Hände hoch)
  8. Cocktailschirm im Arsch
  9. Geile Nacht
  10. Onomatopoesie
  11. Es duad ma leid Mama
  12. Wannabe (Habe & Dere Remix)
  13. I am aus Bayern
  14. Steirisch oder Bayrisch
  15. Dubaischokolade
  16. Canale Grande
  17. Gardasee (Endlich über'n Brenner!)
  18. Wackelkontakt (Moasta samma Bayern Version)
  19. Aber
  20. Shakespeare
  21. Wla Wla Wla (Live ausm Proberaum)
  22. Veni Vidi Vici
  23. Kissen (The place to be)

Gesamtspielzeit: 71:31 min.

Album/Rezension im Forum kommentieren

Einmal am Tag per Mail benachrichtigt werden über neue Beiträge in diesem Thread

Um Nachrichten zu posten, musst Du Dich hier einloggen.

Du bist noch nicht registriert? Das kannst Du hier schnell erledigen. Oder noch einfacher:

Du kannst auch hier eine Nachricht erfassen und erhältst dann in einem weiteren Schritt direkt die Möglichkeit, Dich zu registrieren.
Benutzername:
Deine Nachricht:
Forums-Thread ausklappen
(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 30004

Registriert seit 08.01.2012

2026-01-22 20:29:46 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

Meinungen?

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 30004

Registriert seit 08.01.2012

2025-11-14 12:13:28 Uhr - Newsbeitrag
Er hat nicht nur an Wackelkontakt, sondern auch eine schöne neue Single.



Und auch das hier mag und mochte ich:

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 30004

Registriert seit 08.01.2012

2025-03-17 20:40:55 Uhr
Absolut. Der Erfolg sei ihm gegönnt.

Socko

Postings: 2808

Registriert seit 06.02.2022

2025-03-17 07:52:48 Uhr
Der Song ist abseits des bumsbeats eigentlich ein ziemlich gutes Stück bayrischer liedermacherkunst.auch der Rest von oimara ist gar nicht mal schlecht

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 30004

Registriert seit 08.01.2012

2025-02-15 23:55:54 Uhr - Newsbeitrag
Stimmungshit „Wackelkontakt“ ist Deutschlands neue Nummer 1



Baden-Baden, 14.02.2025. – Ob beim Aprés-Ski oder auf der Faschingsfeier – überall schallt „Wackelkontakt“ aus den Boxen. Nach vier Wochen Anlaufzeit dreht der Stimmungshit nun so richtig auf und besteigt erstmals den Thron der Offiziellen Deutschen Single-Charts, ermittelt von GfK Entertainment. Der bayerische Liedermacher Oimara verdrängt Überflieger Zartmann („Tau mich auf“) an die zweite Stelle. Dahinter notieren ROSÉ & Bruno Mars („APT.“).



Einfach zauberhaft performt Lady Gaga. Die US-Sängerin bringt dank „Abracadabra“ (vier) und „Die With A Smile“ (mit Bruno Mars, sechs) zwei Songs gleichzeitig in der Top 10 unter. Neben HipHop-Acts wie Jazeek („LV“, 16) heißt es auch bei den Schlagerstars Helene Fischer und Florian Silbereisen: „Schau mal herein“ (43). Deren Fassung des 1978er-Ohrwurms „Stumblin' In“ erschien zwar bereits im vergangenen Dezember, ist jetzt aber auf TikTok viral gegangen.



Obwohl Roland Kaiser einen „Marathon“ läuft, beweist Finch im Album-Ranking den längeren Atem. Der Rapper macht an der Spitze „Schluss mit lustig“ – und feiert seine dritte Nummer-eins-Platte nach „Rummelbums“ (2022) und „Dorfdisko zwei“ (2023). Der Grandseigneur des Schlagers begnügt sich mit der Silbermedaille, während die Progressive-Metal-Band Dream Theater („Parasomnia“) das Podium komplettiert.



Zweieinhalb Monate nach der digitalen Veröffentlichung von „GNX“ schiebt Kendrick Lamar die physischen Varianten hinterher. Dies ermöglicht dem Rapper einen großen Sprung von Rang 26 auf vier. Zurück ins Jahr „1980“ geht’s mit Lord of the Lost-Frontmann Chris Harms, der an achter Stelle sein erstes Solo-Album präsentiert. Das Indie-Duo Raum27 vergießt „Keine Tränen“ auf Position zehn.



Die Offiziellen Deutschen Charts werden von GfK Entertainment im Auftrag des Bundesverbandes Musikindustrie (BVMI) ermittelt. Sie decken 90 Prozent aller Musikverkäufe ab und sind das zentrale Erfolgsbarometer für Industrie, Medien und Musikfans. Basis der Hitlisten sind die Verkaufs- bzw. Nutzungsdaten von ca. 2.600 Händlern/Filialen sämtlicher Absatzwege. Dazu zählen der stationäre Handel, E-Commerce-Anbieter, Download-Portale und Streaming-Plattformen.


Zum kompletten Thread

Hinterlasse uns eine Nachricht, warum Du diesen Post melden möchtest.

Bestellen bei Amazon

Threads im Plattentests.de-Forum

Anhören bei Spotify