Beyond The Black - Break the silence
Nuclear Blast / Rough Trade
VÖ: 09.01.2026
Unsere Bewertung: 5/10
Eure Ø-Bewertung: 4/10
Seid nett zueinander
Schon beeindruckend, diese Erfolgsgeschichte. Eine junge Symphonic-Metal-Band startet mit dem Debüt-Album direkt durch, findet sich umgehend auf den größten Bühnen der Welt wieder, chartet jedes Album und liefert im zehnten Jahr ihres Bestehens einen Genre-Meilenstein ab, wenn man den Vorschusslorbeeren Glauben schenken darf. Die Geschichte kann aber auch anders aussehen. Eine talentierte Sängerin, die zuvor beeindruckende Verdienste wie den Sieg im "Hannah Montana Gesangswettbewerb" und dem "KiKA Beste Stimme Award" erringen konnte, bekommt eine Band an die Seite gestellt. Irgendwie schafft es das Label, Holger Hübner zu bezirzen und dle Newcomer*innen auf das Billing des Wacken Open Air zu hieven, und als die Band nach dem Debüt nicht mehr so recht das Image erfüllen mochte, wird der Frontfrau eben eine neue Belegschaft aufgetischt. Und mit Symphonic Metal, der niemandem so richtig weh tut, sowie mit einer gehörigen Portion Marketing schafft es die Band, sich als die deutsche Antwort auf Nightwish zu gerieren. Was nun die wirkliche Wahrheit hinter Beyond The Black ist? Kommt drauf an, wen man fragt. Denn in der Wahrnehmung gibt es exakt diese beiden einander diametral gegenüberstehenden Lager.
Also mal ein paar Fakten. Ja, Jennifer Haben hat tatsächlich all diese Awards gewonnen, ja, sie ist tatsächlich sehr sympathisch und ja, sie ist eine tolle Sängerin. Insofern muss jedem klar sein, dass jeder Marketing-Agent mit einigen wenigen Resthirn-Molekülen genau diese Tatsache als USP verkaufen wird, ja sogar muss. Was den zahlreichen Käufer*innen am Ende herzlich wumpe ist, denn in der Tat zweifelt niemand daran, dass sich auch "Break the silence" innerhalb kurzer Zeit die Charts von oben ansehen dürfte. Und auch das ist nicht wirklich verwerflich, zumal das Album im Grunde alles bietet, was einen solchen Erfolg ausmacht. kernige Riffs, eine fette Produktion inklusive eines echten Chors für den richtigen Wumms, zwei Balladen, eine Handvoll hochrangiger Gastmusiker. Was soll denn da noch fehlen?
Leider etwas ganz Wichtiges. Substanz. Wenn etwas zu schön ist, um wahr zu sein, dann ist es meistens auch zu schön, um wahr zu sein. Natürlich lebt Symphonic Metal immer vom Bombast, hat die Fingernägel hübsch lackiert, statt sich den Dreck darunter hervorzupulen. Doch "Break the silence" atmet wie all seine Vorgängeralben Kalkül – eine Platte, die mehr Hochglanzmagazin für den Coffee Table als Einpeitscher für den Pit ist. Der Opener "Rising high" schreit dermaßen offensichtlich nach Airplay, dass er selbstverständlich vorab als Single veröffentlicht wurde, während der Titeltrack tatsächlich zünftig stampft und marschiert. Das können auch Within Temptation und Konsorten nicht viel besser, das macht richtig Spaß. Auch "Can you hear me" und vor allem "Hologram" zeigen, wie stark der Vierer sein kann, wenn das Herz den Kopf beim Songwriting überstimmen darf.
Womit wir beim Wunschkonzert wären. Oder wahlweise bei vertanen Chancen. Warum zum Beispiel muss man Chris Harms dabei erdulden, wie er im ohnehin höchst durchschnittlichen "The art of being alone" ein paar Zeilen vor sich hin knödelt? Und wie großartig wäre stattdessen das erwähnte "Hologram", wenn sich Jennifer Haben hier mit einer wirklich ebenbürtigen Sängerin duellieren könnte, sagen wir einmal Floor Jansen? So bleibt der Eindruck, dass auch beim sechsten Studioalbum alles irgendwie nett ist bei Beyond The Black. Nette Songs, die (meist) nicht weh tun, aber irgendwo immer gefällig bleiben. Eine nette Konzept-Story rund um zwischenmenschliche Kommunikation, die irgendwie aber doch komplett vorbeirauscht, weil dafür die verbindenden Elemente fehlen. Doch nett, das weiß der Volksmund, ist die kleine Schwester von etwas ganz anderem.
Highlights
- Break the silence
- Hologram
Tracklist
- Rising high
- Break the silence
- The art of being alone (feat. Chris Harms)
- Let there be rain (feat. The Mystery Of The Bulgarian Voices)
- Ravens
- The flood
- Can you hear me (feat. Asami from Lovebites)
- (La vie est un) Cinéma
- Hologram
- Weltschmerz
Gesamtspielzeit: 37:36 min.
Album/Rezension im Forum kommentieren
Teile uns Deine E-Mail-Adresse mit, damit wir Dich über neue Posts in diesem Thread benachrichtigen können.
(Neueste fünf Beiträge)
| User | Beitrag |
|---|---|
|
Armin Plattentests.de-Chef Postings: 30004 Registriert seit 08.01.2012 |
2026-01-15 21:05:26 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert. Meinungen? |
Hinterlasse uns eine Nachricht, warum Du diesen Post melden möchtest.
Referenzen
Within Temptation; Nightwish; Amaranthe; Evanescence; Ad Infinitum; Visions Of Atlantis; Epica; After Forever; Leaves' Eyes; Xandria; Tarja; Delain; Amberian Dawn; Nemesea; Krypteria; And Then She Came; Battle Beast; Seven Spires; Sirenia; Stream Of Passion; Triosphere; Dawn Of Destiny; Evergrey; Edenbridge; Beast In Black; Pagan's Mind; Kamelot; Teramaze; Lacuna Coil; Tristania; Imperia; Elysion; My Indigo; Five Finger Death Punch; In Flames; We Are The Fallen; Lunatica; Therion; Anneke Van Giersbergen; While Heaven Wept; Angra; Angtoria; Theatre Of Tragedy; ReVamp; Powerwolf; Avantasia; Moonspell; Trail Of Tears; Beseech; Dark Sarah; Sonata Arctica; Unsun; Liv Kristine; Epinikion; Symphony X; Apocalyptica; Draconian; Mortal Love; Disturbed; Halestorm; Damnation Angels; Katatonia; Icon For Hire; The Gathering; Rhapsody Of Fire; Scorpions; Aerosmith; Blind Guardian; HIM; The Rasmus
Bestellen bei Amazon
Weitere Rezensionen im Plattentests.de-Archiv
Threads im Plattentests.de-Forum
- Beyond The Black - Break the silence (1 Beiträge / Letzter am 15.01.2026 - 21:05 Uhr)
- Beyond The Black - Beyond The Black (1 Beiträge / Letzter am 31.01.2023 - 20:33 Uhr)




