Nas & DJ Premier - Light-years
Mass Appeal
VÖ: 12.12.2025
Unsere Bewertung: 7/10
Eure Ø-Bewertung: 3/10
Späte Kür
Bereits 2006 erwähnte Nas in einem Interview, an einer Platte mit DJ Premier arbeiten zu wollen. Fast zwei Jahrzehnte später liegt dieses Projekt nun tatsächlich vor, auch wenn viele berechtigterweise ihre Hoffnung auf diesen Release bereits aufgegeben hatten. Nicht auszuschließen, dass der Albumtitel "Light-years" etwas Selbstironie enthält, jedenfalls setzt sich die starke Form der letzten Alben von Nas nahtlos fort. Wenn überhaupt, verhaut DJ Premier ab und an mal einzelne Sequenzen, was aber nirgendwo verheerend wirkt. Trotzdem muss sich das Album natürlich auch irgendwo an den durch die Wartezeit hochgekochten Erwartungen messen.
Nas hält diese durchweg ein. Oft geht er hier ins Persönliche oder Symbolische, nicht selten dabei auch retrospektiv, denn er wird auch nicht jünger. "Shine together" demonstriert die wichtigsten Motive der Rap-Geschichte und dieser Platte gleichzeitig. Ähnlich stark ist "Writers", eine Liebeserklärung an Graffiti als eine der historischen Säulen der Szene. Nas nähert sich dem Thema mit großem Respekt sowie Feingefühl und gab auch selbst in einem Interview mit Joe Budden jüngst an, für diesen Track aufgrund von Detailversessenheit mehrere Wochen gebraucht zu haben. Ebenso gut sind die erlesen ausgewählten Features, wenn AZ auf "My story your story" kongenial und durchgängig an Nas' Seite auftritt und ein Sample der Steve Miller Band von 1976 den Track "It's time" nahezu trägt. Allerdings, sucht man nach den wenigen Schwächen der Platte, findet man die wohl bei Premier.
Einzelne Beat-Passagen bleiben hinter dem ikonischen Ruf zurück, klingen zwar sauber und funktional, aber nicht ganz überzeugend. Leider dient das sehnlich erwartete "NY state of mind pt. 3" hierfür als bestes Beispiel; als zwar grundsolide, aber insgesamt etwas zu unauffällig und auf der Tracklist tatsächlich der schwächste Moment. Allein der Titel und die Höchstleistung des ersten Teils suggerieren doch einen modernen Klassiker, in Kombination mit den jahrelang gereiften Erwartungen sowieso. Aber egal, denn bis auf ein paar kleinere Merkwürdigkeiten mit den Instrumentals und bei der Abstimmung – "Welcome to the underground" könnte man hier noch nennen – klingt die Platte rund und absolut brauchbar.
Besonders deutlich wird das auf "Bouquet (To the ladies)", wenn Nas plötzlich zum Feminist-Icon wird und ohne jede Anbiederung einfach mal Shoutouts an ein paar Dutzend Rapperinnen der Gegenwart verteilt. Neben der schönen Geste, bei der mit etwa Azealia Banks auch gewagtere Namen erwähnt werden, ist das auch einfach so ein sehr stimmiger, gut clubtauglicher Song. Unbedingt zu erwähnen wäre auch noch "Nasty Esco Nasir", das Nas' inneren Werdegang über die Jahrzehnte, je nach Verse geteilt, reflektiert und sprachlich inszeniert. Es ist vielleicht der Song, der in dieser Form am meisten für dieses etwas zu spät verwirklichte, aber immer noch fantastisch umgesetzte Projektalbum erhofft wurde. Sollte es irgendwann ein Nachfolgewerk hiervon geben, sollten Nas und Premier unbedingt wieder genau hier ansetzen. Und gerne auch einen vierten Teil von "NY state of mind" anbieten, der die leichte Enttäuschung über den dritten vielleicht ja kompensiert.
Highlights
- Writers
- Nasty Esco Nasir
- Bouquet (To the ladies)
- Shine together
Tracklist
- My life is real
- Git ready
- NY state of mind pt. 3
- Welcome to the underground
- Madman
- Pause tapes
- Writers
- Sons (Young kings)
- It's time
- Nasty Esco Nasir
- My story your story (Ft. AZ)
- Bouquet (To the ladies)
- Junkie
- Shine together
- 3rd childhood
Gesamtspielzeit: 48:21 min.
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(Neueste fünf Beiträge)
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Kojiro Postings: 4967 Registriert seit 26.12.2018 |
2026-01-08 09:01:40 Uhr
7/10 ist natürlich großer Quatsch, was vermutlich auch an der Erwartungshaltung liegt. Leute, die 15 x Nas is like erwarteten, wurden enttäuscht. Jüngere Fans, die einen Hit-Boy-ähnlichen Sound erwarteten, ebenfalls. In einem Interview bekräftigten beide, dass man genau diesen sehr minimalistischen, 80s inspirierten Sound wollte. Premier kann ja noch den typischen Premier-Sound; siehe das neue De La Soul. Natürlich könnte der ein oder andere Beat etwas besser sein, aber als Gesamtwerk ist das schon eine sehr sehr runde Sache. Würde derzeit locker 8,5 geben. Mir gefällt's. |
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Armin Plattentests.de-Chef Postings: 30002 Registriert seit 08.01.2012 |
2026-01-06 19:03:07 Uhr
Vielen Dank für den Hinweis, ist gefixt. |
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Kojiro Postings: 4967 Registriert seit 26.12.2018 |
2026-01-06 05:33:24 Uhr
Die Verlinkung auf der Hauptseite stimmt nicht. Das Dry Cleaning-Album wird verlinkt. |
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Armin Plattentests.de-Chef Postings: 30002 Registriert seit 08.01.2012 |
2026-01-05 19:45:40 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert. Meinungen? |
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Ochsensemmel Postings: 457 Registriert seit 22.09.2025 |
2025-12-28 11:37:40 Uhr
Hör nochmal Nasty Esco Nasir und dann überdenk die Aussage bzgl. Nas' vermeintlich eindimensionaler Herangehensweise.Hab ich gemacht. Dann mag das für Nas da mal weniger zutreffen, aber dafür holt mich dann der Beat kaum ab. Es is alles Geschmackssache. |
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Referenzen
Nas; DJ Premier; Mobb Deep; Eric B. & Rakim; AZ; Jay-Z; Talib Kweli; Mos Def; Pharoahe Monch; Gang Starr; EPMD; Jeru The Damaja; Common; Freddie Gibbs & The Alchemist; Pusha T; Kanye West; Kids See Ghosts; The Roots; Q-Tip; A Tribe Called Quest; Lupe Fiasco; Lil Wayne; Saul Williams; RZA; Ghostface Killah; Raekwon; Method Man; Wu-Tang Clan; Redman; Capone-N-Noreaga; AZ; Busta Rhymes; The Notorious B.I.G.; 2Pac; Eminem; 50 Cent; DMX; Dr. Dre; The Game; Timbaland; The Firm; Public Enemy; KRS-One; Roots Manuva; Kendrick Lamar; Black Thought; The Roots
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- Nas & DJ Premier - Light-years (11 Beiträge / Letzter am 08.01.2026 - 09:01 Uhr)



