Freddie Gibbs & The Alchemist - Alfredo 2
ESGN & QME
VÖ: 25.07.2025
Unsere Bewertung: 7/10
Eure Ø-Bewertung: 6/10
Die Ramensprenger
"Walked away from multiple crashes, but it ain't wreck my status." Was Freddie Gibbs in "Mar-a-Lago" rappt, ist nicht einfach so daher gesagt. Der Mann aus Gary, Indiana gehört zu der Gattung Gangster-Rapper, für die ihre Geschichten von Drogen, Gewalt und anderen Abgründen Teil der eigenen Biografie sind. Künstlerisch hat sich Gibbs als Social-Media-Phänomen, Grammy-Gewinner und Kritikerliebling ein erstaunlich facettenreiches Profil aufgebaut – was nicht zuletzt an seiner regelmäßigen Zusammenarbeit mit der Königsklasse der Hip-Hop-Produktionen liegt. Nach zwei Kollabo-Alben mit Madlib markiert "Alfredo 2", das Sequel zum 2020er "Alfredo", die zweite gemeinsame Platte mit The Alchemist, bei der das Marionettengestell statt Paten-tauglicher Pasta diesmal eine Portion Ramen führt. Abgesehen von ein paar Sprach-Samples und den Zen-Flöten des Closers "A thousand mountains" äußert sich der japanische Überbau zwar nicht musikalisch, doch macht das Album dennoch einiges anders als sein Vorgänger.
Der Opener führt in dieser Hinsicht auf eine falsche Fährte. "1995" schreibt nicht nur im Titel "1985", die Eröffnung des ersten Teils, fort, sein schwebendes Champagnerglas-Instrumental hätte diesem auch gutgestanden. In der zweiten Hälfte dominiert elektrisches Gitarrengegniedel, während Gibbs dunkle Gedanken kreisen lässt: "I was in the cell making up a setlist for my next show / For my next lick, I was suicidal with a death wish." In "Lemon pepper steppers" breitet er seine technische Finesse über The Alchemists psychedelischen Texturen aus, ehe er in "Empanadas" mit dem fließenden Bass tanzt und Benny The Butcher disst, der auf "Alfredo" noch als Gast anwesend war. Trotz mancher düsteren Ecken in Gibbs' Lyrics ist "Alfredo 2" zugänglicher, leichter, heller als sein Vorgänger. Nirgendwo wird das so deutlich wie in "Ensalada" mit seiner sich sofort einbrennenden Gitarren-Hook und einem gut aufgelegten Anderson Paak, der seinem ambivalenten Verhältnis zum Gangster-Lifestyle Luft verschafft: "It makes my heart break when I see gangstas turn to angels / Yet I'm still grateful and I would never ever wanna trade it."
So inspiriert klingt nicht jedes Feature. Der Kalifornier Larry June schlurft durch "Feeling", als würde er gleich einnicken, wovon sich das Piano-Instrumental leider etwas anstecken lässt. Viel besser macht es JID in "Gold feet", einer seltsam faszinierenden Hypnose aus prismatischen Tasten-Wasserfällen. In seiner Abstraktion bildet der Track einen gewinnbringenden Kontrast zu den einfacher bekömmlichen Songs, die den Großteil des Albums ausmachen. Nicht, dass die Eingängigkeit negativ auszulegen wäre: Der geschmeidige Nuller-R'n'B von "Shangri La" ist sogar ein Highlight. In "I still love H.E.R." übt sich The Alchemist in zurückhaltendem Boom-Bap, damit Gibbs unbelastet seinen selbstbezeichneten Liebesbrief ans Rap-Game verfassen darf.
Eine endliche Liebe? "Hungry like I never rapped before / But after this, I might rap no more", heißt es im spacigen "Gas station sushi", unter dessen Neonlicht noch immer Gedenken an den verstorbenen Mac Miller aufflackern. Der Mafia- bzw. Yakuza-Thematik angemessen klingen The Alchemists Beats durchweg cineastisch, evozieren beispielsweise in "Lavish habits" oder im subtil groovenden "Jean Claude" endlose Sonnenuntergänge, welche die kriminellen Machenschaften ästhetisch ausleuchten. In "Skinny Suge II", der Fortsetzung des ersten Teils vom Vorgänger, regiert dahingegen pure Paranoia in Form eines schrillen Synths und nervösen Bässen, während Gibbs alle Selbstzweifel beiseiteschiebt: "Black, bald-headed Jesus, I hang on the cross / In the street, crucify me, but I stay bouncing off it." Selbst wenn er ernsthaft vorhätte, das Rap-Game hinter sich zu lassen, würde es ihn doch immer wieder in sich reinziehen.
Highlights
- 1995
- Ensalada (feat. Anderson Paak)
- Shangri La
- Gold feet (feat. JID)
Tracklist
- 1995
- Mar-a-Lago
- Lemon pepper steppers
- Ensalada (feat. Anderson Paak)
- Empanadas
- Skinny Suge II
- Feeling (feat. Larry June)
- I still love H.E.R.
- Shangri La
- Gas station sushi
- Lavish habits
- Gold feet (feat. JID)
- Jean Claude
- A thousand mountains
Gesamtspielzeit: 47:48 min.
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(Neueste fünf Beiträge)
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MopedTobias (Marvin) Mitglied der Plattentests.de-Schlussredaktion Postings: 20320 Registriert seit 10.09.2013 |
2026-01-06 06:43:43 Uhr
Wer ist Danger Dan? |
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Kojiro Postings: 4951 Registriert seit 26.12.2018 |
2026-01-06 05:49:49 Uhr
7/10? Holt euch mal Leute ins Boot, die auch andere Acts als Danger Dan oder Kendrick kennen.., |
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Armin Plattentests.de-Chef Postings: 29979 Registriert seit 08.01.2012 |
2026-01-05 19:47:29 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert als "Vergessene Perle 2025". Meinungen? |
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Referenzen
Freddie Gibbs; The Alchemist; Boldy James; Schoolboy Q; Westside Gunn; Benny The Butcher; Conway The Machine; Pusha T; Clipse; Rome Streetz; Curren$y; Nicholas Craven; Joey Bada$$; Roc Marciano; J Dilla; Rick Ross; Tupac; Common; Mos Def; Black Star; A Tribe Called Quest; The Roots; Nas; Mobb Deep; Tyler, The Creator; Earl Sweatshirt; Run The Jewels; Freddie Gibbs; The Alchemist; Boldy James; Schoolboy Q; Westside Gunn; Benny The Butcher; Conway The Machine; Pusha T; Clipse; Rome Streetz; Curren$y; Nicholas Craven; Joey Bada$$; Roc Marciano; J Dilla; Rick Ross; Tupac; Common; Mos Def; Black Star; A Tribe Called Quest; The Roots; Nas; Mobb Deep; Tyler, The Creator; Earl Sweatshirt; Run The Jewels; Kendrick Lamar; Kanye West; Denzel Curry; Jay Rock; Ab-Soul; JID; Larry June; Anderson Paakendrick Lamar; Kanye West; Denzel Curry; Jay Rock; Ab-Soul; JID; Larry June; Anderson Paak
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