Fishbone - Fishbone & the familyhood nextperience presents: The psychotic friends nuttwerx

Fishbone- Fishbone & the familyhood nextperience presents: The psychotic friends nuttwerx

Edel
VÖ: 20.03.2000

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Spinner, Swing und Clinton

Fast vier Jahre sind seit "Chim Chim's bad ass revenge" ins Land gegangen, aber nun ist Fishbones insgesamt sechstes Werk erschienen. Fishbone stehen für alle Facetten, die die afro-amerikanische Musikszene seit Ende der Sechziger zu bieten hat. Funk, Rock, Reggae, Punk, Ska, Soul, Jazz - die Liste ließe sich beliebig weiterführen. Die Band selbst bezeichnet ihren Stilmix als "Nuttmeg". Diesem selbstaufgelegtem Spinner-Image wurden sie immer wieder gerecht. So sprühten ihre Songs stets vor Wortwitz und Ironie und mit "Give a monkey a brain..." wurde sie auch bei uns mehr als nur ein Geheimtip. Bleibt die Frage, was aus der bereits vor 20 Jahren in L.A. gegründeten Combo im Jahre 2000 geworden ist.

Während Sänger Angelo Moore sich in den letzten Jahren vorwiegend als Doctor Madd Vibe in Spoken Words versuchte, half Bassist Woods Everlast bei dessen Solodebüt "Whitey Ford sings the blues" und Spacey-T unterstützte tatkräftig die Bad Brains. So ist es auch nicht verwunderlich, daß diese ausgezeichneten Musiker eine Vielzahl ihrer Freunde dazu bewegen konnten, sie auf ihrem neuen Longplayer zu unterstützen. Die Gästeliste ist mehr als beeindruckend. Im Studio traf sich alles was Rang und Namen hat: George Clinton, H.R. von den Bad Brains, die Fowler-Brüder (Zappa/Beefheart), Perry Farell (Porno For Pyros/Jane's Addiction), Flea, John Frusticiante und Chad Smith von den Red Hot Chili Peppers, Bronx Style Bob und nicht zuletzt Gwen Stefani von No Doubt.

Vorweg ist festzuhalten, daß es sich bei "Psychotic friends nuttwerx" um ein musikalisch einwandfreies Werk handelt. Die Platte legt sehr vielversprechend mit der funkigen Nummer "Shakey ground" los. Ein sehr direktes Stück und ein passender Opener für ein insgesamt recht energiereiches Album. Weiter geht es mit der entspannenden Reggae-Nummer "The suffering". Wer sich nun entspannt zurückgelehnt hat, wird spätestens bei der vierten Nummer "Everybody is a star" aufhorchen. Der Titel könnte fast einer Benefiz-Aktion dienen. Gwen Stefani, George Clinton und Rick James unterstützen großartig Angelos Gesang. Dabei herausgekommen ist einer der Höhepunkte der CD, der nach fast drei Minuten eine überraschende Wendung von einer entspannten Low-tempo-Nummer zu einer so nur bei Fishbone möglichen Ska-Funk-Welle nimmt. Mit "Aids & Armageddon" einem Reggae-Stück mit einigen Jazz- und Blues-Elementen sowie einem feinen Text, lassen die Bones es auch nicht an kritischen Tönen fehlen. Überhaupt sollte man die doch recht beswingt klingende CD nicht einfach an sich vorbeiplätschern lassen. Nur wer aufmerksam zuhört, wird verstehen, was mit "The psychotic friends nuttwerx" wirklich gemeint ist.

Insgesamt setzen die Bones recht konsequent das fort, was ihre Fans bereits an "Chim Chim's bad ass revenge" und "101" zu schätzen wußten. Ein wenig vermißt man jedoch die große Flexibilität, die sonst Fishbones Markenzeichen war. Blackrockstücke in Living Colour-Style wie "End the reign" sind auf dem aktuellen Longplayer nicht vorhanden. Der Einfluß eines George Clinton sorgt für ein recht homogenes Album erzeugt. Echte Überraschungen gibt es deswegen selten. Ein deutlicher Pluspunkt ist aber, daß man hört, wie viel Spaß alle Beteiligten hatten, die Stücke einzuspielen. Dennoch gilt zu vermuten, daß Fishbone recht wenig Aufmerksamkeit zu Teil werden wird. Es fehlt ein echter Hit und bereits nach der Hälfte der CD scheinen sich die Ideen der ersten Stücke zu wiederholen.

(Patrick Rodeck)

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Highlights

  • Everybody is a star
  • Aids & armageddon
  • Shakey ground

Tracklist

  1. Shakey ground
  2. The suffering
  3. Where'd you get those pants
  4. Everybody is a star
  5. One planet people
  6. Just allow
  7. Aids & armageddon
  8. It all kept startin' over again
  9. Dear god
  10. Karma tsunami

Gesamtspielzeit: 45:02 min.

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