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Various Artists - No life 'til leather – A tribute to Metallica's Kill 'em all

Various Artists- No life 'til leather – A tribute to Metallica's Kill 'em all

Silver Lining / Warner
VÖ: 14.11.2025

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Verdienstbescheinigung

Irgendwann wurde es anscheinend Mode, über Metallica zu lästern. Gründe gab es zahlreiche, auch legitime, aber lassen wir das einmal außen vor. Denn wo wäre Thrash Metal, wo Metal im allgemeinen ohne "Kill 'em all", das legendäre Debütalbum von 1983? Eben. Und doch mutet "No life 'til leather" auf den ersten Blick etwas seltsam an. Erstens: Wie oft ist jeder Song eigentlich schon gecovert worden? Und zweitens: Warum jetzt und nicht vor zwei Jahren? Die Antwort auf die erste Frage ist simpel – offensichtlich noch nicht oft genug. Wenn ein Debütalbum aus einer wilden Zeit voller Aufbruchsstimmung zehn unsterbliche Klassiker enthält, ohne in seiner Intensität auch nur eine Sekunde nachzulassen, dann kann die Verbeugung nicht tief genug sein.

Die zweite Antwort offenbart sich beim Blick auf die beteiligten Bands und die Qualität der Coverversionen: Ein mit derartiger Hingabe kuratiertes Tribute-Album ist eher selten zu finden. Klar: Dass Motörhead mit ihrer Version von "Whiplash" vertreten sind, ist quasi ein No-Brainer, denn erstens waren beide Bands eng miteinander befreundet und zweitens ist die Version schlicht brillant. Auf der anderen Seite findet man immer wieder kleine Überraschungen. Zum Beispiel, dass es nicht etwa den Altvorderen, sondern der jungen, tief der NWOBHM huldigenden britischen Band Tailgunner vorbehalten ist, die Compilation mit "Hit the lights" zu eröffnen. Ricky Warwick hingegen trommelte eigens für "The four horseman" seine Band The Almighty im Line-Up von 1991 wieder zusammen, als wolle er damit seine eigenen musikalischen Einflüsse mit der Nostalgie der eigenen Band verknüpfen.

Anderswo hingegen könnte man glatt meinen, Lars Ulrich selbst habe ein Wort bei der Auswahl mitgeredet. Denn UIrich, das gehört zum Metal-Allgemeinwissen, war und ist ein fanatischer Sammler mit profundet Szenekenntnis, und ohne Tygers Of Pan Tang, Saxon und vor allem Diamond Head hätte seine eigene musikalische Sozialisierung einen anderen Weg genommen – die jeweiligen Interpretationen von "Jump in the fire", "Phantom lord" und "No remorse" sind somit eine Art Gruß zurück. Die größte Überraschung ist allerdings den Schweden Soen vorbehalten, die ihre Einflüsse aus Dark Wave und Gothic komplett über Bord werfen und bei "Motorbreath" so richtig die Sau rauslassen.

Lediglich das Bass-Solo "(Anesthesia) Pulling teeth" lässt keinerlei Raum für Interpretationen. Das, was Cliff Burton vor 42 Jahren aus seinem Viersaiter herausgeholt hat, ist nach wie vor großartig, und es braucht einen kongenialen Virtuosen wie David Ellefson, um dieser Qualität zu entsprechen. Inklusive kleinem Augenzwinkern, war Ellefson doch über Jahrzehnte Partner von Dave Mustaine bei Megadeth, der bekanntermaßen noch an vier Songs dieses Albums vor seinem Rauswurf mitgeschrieben hatte. Tribute-Alben sind selten Fälle für die Geschichtsbücher, Metallica selbst können angesichts der viel zu gewollt wirkenden Compilation "The Metallica blacklist" von 2021 ein Lied davon singen. "No life 'til leather" hingegen erweist einem Referenzwerk, einem genreübergreifenden Meilenstein die angemessene Ehre – auch wenn die Langzeitwirkung konzeptüblich keine 42 Jahre erreichen wird.

(Markus Bellmann)

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Highlights

  • Hit the lights (Tailgunner)
  • Motorbreath (Soen)
  • Whiplash (Motörhead)

Tracklist

  1. Hit the lights (Tailgunner)
  2. The four horsemen (The Almighty)
  3. Motorbreath (Soen)
  4. Jump in the fire (Tygers Of Pan Tang)
  5. (Anesthesia) Pulling teeth (David Ellefson)
  6. Whiplash (Motörhead)
  7. Phantom lord (Saxon)
  8. No remorse (Diamond Head)
  9. Seek & destroy (Testament)
  10. Metal militia (Raven)

Gesamtspielzeit: 48:39 min.

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Armin

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2025-12-19 21:29:58 Uhr - Newsbeitrag
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