The Smith Street Band - Once I was wild
Pool House
VÖ: 21.11.2025
Unsere Bewertung: 7/10
Eure Ø-Bewertung: 2/10
Auf das Leben!
Indie-Rock mit Punk-Einschlag, euphorischen Refrains und staubig gestimmten Saiten? Dazu eine super markante Stimme, die von Wil Wagner nämlich, der am Mikro zwischen herzlich-knödeliger und wuchtig-kratziger Intonation pendelt? Für den Rezensenten (und hoffentlich einige andere) geht diese Kombi eigentlich immer. Hat noch wer The Smith Street Band aus Down Under vermisst? Trotz einiger Unruhen im Bandumfeld, zwischenzeitlich mehr im familiären Bereich liegender Schwerpunkte und dem ein oder anderen Besetzungswechsel: The Smith Street Band waren nie wirklich weg. Was kaum verwunderlich ist, denn zum einen ist Wagner ein sehr umtriebiger Songwriter. Und in Australien ist die Truppe eh weitaus bekannter und vor allem als Live-Act sehr beliebt.
So ein wenig merkt man der Kombo aus Melbourne an, dass die Jahre ins Land zogen. Nicht nur der Titel(track) der neuen Platte lautet bezeichnender- wie augenzwinkernderweise "Once I was wild". Denn Wagner und Co. schauen mit Weitsicht auf die wilden Tage, auf die juvenile Wut. Erfahrungen und Erinnerungen prägen den Titelsong, der zunächst als Songwriter-Stück beginnt, alsbald aber zum tanzbaren Indie-Rocker mutiert und am Ende feine Zeilen wie "Nothing's ever loud enough" an die Wand pinselt. Auch der Opener "This is it" feiert das Leben, wie es ist. Und akzeptiert, wie es kam. Der Song mutet dabei fast romantisch an: "This is us / This is now / Now I'm yours / This is everything I hoped for." Hier schwingt Dankbarkeit mit für die kleine Familie, seit 2023 ist Wagner verheiratet und Vater einer kleinen Tochter. Doch von Ruhe im musikalischen Sinne keine Spur, denn das Stück ist ein Punkrock-Stampfer im besten Sinne, Against Me! lassen grüßen. Und es stellt sich alsbald dann doch die Sinnfrage: "But I'm still fucked / Why am I still the same?!"
Nach der kleinen Hymne "Star child" schließt "Constellation" die bockstarke A-Seite dieser LP ab. Wagner zeigt, dass er nicht nur einer der besten Texter des Genres ist, sondern seine Ideen auch in unterhaltsame Reime packen kann. Einmal mehr ist "Constellation" dabei ein zunächst kaum auffälliger Rocksong, der sich windet und wendet, immer wieder kleine Überraschungen bereithält, an denen sich ein Frank Turner derzeit eher die Zähne ausbeißt. Grundlegend tönt "Once I was wild" positiver als so manches Werk aus der Vergangenheit, zündet daher recht schnell, nicht zuletzt durch die feinen Gesangs-Duette mit Bandkollegin Jess Locke, die in etlichen Refrains mitwirkt. Und wäre die B-Seite dieses Albums ähnlich toll, würde den Australiern nicht ein wenig der Schmiss abhanden kommen, müssten wir an dieser Stelle spät im Musikjahr nochmals die Schilder mit den großen Wertungen aus der Plattentests.de-Bewertungs-Kammer hervorkramen. So notieren wir Wil Wagners Wünsche mit dickem schwarzem Edding: "One day I'll have a teenage daughter / I hope we save the planet for her." Ein wahrlich frommer Wunsch, aber auch ein Fingerzeig an uns alle.
Highlights
- This is it
- Once I was wild
- Constellation
Tracklist
- This is it
- My restless heart
- Once I was wild
- Star child
- Constellation
- American heaven
- Airport bar
- The morning after
- The party
- Teenage daughter
Gesamtspielzeit: 39:33 min.
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(Neueste fünf Beiträge)
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Urbsi Postings: 227 Registriert seit 14.06.2013 |
2025-12-20 10:27:40 Uhr
Das Album läuft seit Erscheinen bei mir in Dauerschleife! Highlight ist für mich The Party - deutlicher kann man der E-Street Band nicht huldigen. Das Finale des Songs ist grandios! Das Album ist eine klare 8,5/10 für mich! Einfach toll! |
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Glufke Postings: 1407 Registriert seit 15.08.2017 |
2025-12-20 09:22:52 Uhr
Hab es jetzt schon drei Mal gehört, gefällt mir richtig gut (besser als der Vorgänger) und schleicht sich damit sicher noch in die Jahres-Endliste. So viele tolle Lines ("Nothing's ever loud enough") und der Closer rührt einen - gerade wenn man selbst Kinder hat - zu Tränen. |
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Armin Plattentests.de-Chef Postings: 30443 Registriert seit 08.01.2012 |
2025-12-19 21:49:53 Uhr
Wie konnte denn bitte ein neues Album der Smith Street Band an mir vorbeigehen?! So ging es mir auch, als Eric damit ankam. Bei den ersten zwei Durchläufen war ich sogar über 7/10, inzwischen hat die riesige Begeisterung aber leicht nachgelassen. |
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Glufke Postings: 1407 Registriert seit 15.08.2017 |
2025-12-19 21:42:46 Uhr
Wie konnte denn bitte ein neues Album der Smith Street Band an mir vorbeigehen?! Danke für die Erinnerung und die schöne Rezension :) wird so bald wie möglich gehört |
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Armin Plattentests.de-Chef Postings: 30443 Registriert seit 08.01.2012 |
2025-12-19 21:32:38 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert. Meinungen? |
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Referenzen
Apologies, I Have None; Frank Turner & The Sleeping Souls; Against Me!; Pup; Manchester Orchestra; Fucked Up; Jeff Rosenstock; The Wombats; The Menzingers; Spanish Love Songs; Japandroids; Durry; The Hives; The Dirty Nil; Arctic Monkeys; Sorority Noise; Pet Symmetry; The Automatic; Slaughter Beach, Dog; Martha; Cloud Nothings; The Get Up Kids; The Rifles; American Football; Remo Drive; Soft Play; Ted Leo And The Pharmacists; Weezer; Wavves; No Age; We Are Scientists; The Pigeon Detectives; Laura Jane Grace & The Devouring Mothers; The Gaslight Anthem; The Weakerthans; Jimmy Eat World; The Flaming Lips; Manchester Orchestra
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