Zaho de Sagazan - La symphonie des éclairs (Orchestral odyssey)
Virgin / Universal
VÖ: 03.10.2025
Unsere Bewertung: 8/10
Eure Ø-Bewertung: 2/10
Feelharmonie
Aller guten Dinge sind drei, heißt es im Hause Zaho de Sagazan. Längst mit ihrem Debüt zum Star internationalen Formats geworden, ist die "Orchestral odyssey" nun schon die dritte Version eben jenes Erstwerks, welches den Titel "La symphonie des éclairs" trägt. Zunächst mit 14 Titeln 2023 erschienen, ein Jahr später als Special Edition auf 21 Songs erweitert &ndash nun eben die Variante mit einem 50-köpfigen Orchester. Eine absolut logische Version, schließlich bringt bereits das Ausgangsmaterial eine stimmliche und theatralische Größe mit sich, die in der Musikwelt selten zu sehen ist. Die ihr eigene Symbiose aus Elektropop und Chanson sucht ihresgleichen, auch weil Zaho stilsicher in verschiedenen Welten wandelt.
In einem Interview sagte sie einmal, dass sie die Technokultur Deutschlands liebe, seitdem sie in jungen Jahren mit der hiesigen Clublandschaft in Berührung kam. Das Resultat findet sich auf Platte gebannt etwa in Titeln wie dem wilden "Hab Sex" oder "Je ne regarde pas" &ndash beide in der Orchesterversion nachvollziehbarerweise nicht präsent &ndash oder dem noch gänzlich unveröffentlichten, epischen "Dansez", welcher die regulären Konzerte gen Ende komplett in Nachtclubs verwandelte. Zurück zur Version mit dem Orchestre National de Lyon: Aufgeteilt in vier Movements finden sich hier nun 16 Stücke in neuem, gediegenen Gewand. Bei einigen ist der Unterschied auf den ersten Eindruck gar nicht so groß, andere bekommen eine ganz eigene Wirkung, wie etwa "Je rêve". Die großen Highlights &ndash "Langage", "Tristesse" in einer weniger brachialen Version oder "Old friend", das Duett mit Tom Odell &ndash bleiben welche. Das gefährlich flackernde "Mon inconnu" wird hier endgültig zum Anwärter auf ein James-Bond-Theme.
An wenigen Stellen haftet ein bisschen der Kitsch an den Melodien, eingangs "Les dormantes" etwa, solange dicke Streicher dominieren. Ähnliches passiert im titelgebenden Song, allerdings ist das Ausgangsmaterial zu gut, um sich davon beeindrucken zu lassen, und spätestens, wenn Zaho einsetzt, gilt der volle Fokus sowieso ihren unglaublichen Gesangsmelodien. Warum auch immer die beiden bisherigen Versionen auf dieser Seite sträflichst ignoriert wurden &ndash diese dritte soll nun der Anlass sein, dieses Debüt vielleicht ein, zwei Jahre später in Gänze zu würdigen. Zaho de Sagazan hat hier etwas ganz Besonderes geschaffen, und dieser nun gegangene Schritt ist umso cleverer, als dass sich hier noch einmal ganz spezielle Ideen oder Versionen finden, die ihrem bisherigen Werk eine ganz eigene Geltung geben. Neu etwa im Katalog der Highlights: das wunderschön elegische "Est-ce que tu vas bien?" oder das Ende des sich immer weiter hochsteigernden "Le dernier des voyages". Insgesamt mag dieser Version etwas die Dynamik abgehen, aufgefangen wird dies jedoch durch die Philharmonie-Atmosphäre. Der letzte logische Schritt mit diesem Werk wäre nun noch eine komplette Club-Version. Wer Zaho de Sagazan bisher einmal in Aktion erleben durfte, weiß, dass auch das nur gutgehen kann, denn was auch immer sie anfasst, es gelingt in einer beeindruckenden Konsequenz.
Highlights
- Langage
- Tristesse
- Le dernier des voyages
- Est-ce que tu vas bien?
Tracklist
- Aspiration
- Mon inconnu
- Les garçons
- Langage
- Les dormantes
- Je rêve
- Suffisamment
- Mon corps
- La fontaine de sang
- Tristesse
- Le dernier des voyages
- Est-ce que tu vas bien?
- Old friend
- La symphonie des éclairs
- L'envol
- 01
Gesamtspielzeit: 55:01 min.
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