Olivia Dean - The art of loving
Capitol / Polydor / Universal
VÖ: 26.09.2025
Unsere Bewertung: 6/10
Eure Ø-Bewertung: 3/10
Große Klasse, kleine Schritte
Immer schön, wenn Musikalben an andere Kunstwerke oder Prosa angelehnt sind. So auch "The art of loving", wofür Olivia Dean im Vorfeld das Buch "All about love" von bell hooks studierte und sich von einer gleichnamigen Ausstellung inspirieren ließ. Ihr zweites Studioalbum klingt klar besser als "Messy" und wirkt meist sehr smooth. Die Britin scheint nun angekommen, hat mehr Facetten zu bieten – wenn, dann stolpert sie noch über Feinheiten. Aber bei aller Liebe für diesen feinen Neo-Soul und Deans tolle Performance: Wieder nur etwas mehr als eine halbe Stunde Spielzeit sind ein zu offensichtlicher Schwachpunkt.
Trotzdem macht die Platte viel her, ihr bekanntester und stärkster Track "Man I need" strahlt durch einen markanten Rhythmus und stimmliche Klasse hervor. Der Song hebt das Niveau merklich, nur einige andere erreichen dieses Energielevel und diese Leichtigkeit, dazu gehören klar die anderen Singles. "Lady lady" avanciert zum lyrischen Highlight, durch die Philosophien über Mutter Natur und das Universum erreicht die ohnehin starke musikalische Inszenierung teils ungeahnte Höhen. Und die Lead-Single "Nice to each other" hat insgesamt den geschmeidigsten und wohl besten Groove hier. Wohl mal wieder so ein Fall, bei dem eigentlich die Gesamtkulisse sehr gefällig ist, nur eben etwas zu komprimiert gehalten. Könnte auch ein Grund sein, warum manche bei Olivia Deans beschaulicher Musik eher von "Soul-Pop" ausgehen, was ja erst mal nicht schlecht sein muss.
Aber der kleine Hauch von Jazz, den "Let alone the one you love" beispielsweise am feinsten andeutet, bleibt so eben etwas zu vergänglich. Klar müssen (und sollen) Intro und Closer nicht die Länge ganzer Songs haben, bloß kommen beide hier zusammen auf keine drei Minuten und machen dabei so viel Lust auf mehr, dass die zehn Nummern dazwischen zu schnell vorbei sind. Dafür bietet die Platte einige interessante Nuancen: Ein Song wie "Loud" steht völlig für sich als am wenigsten heiter gehaltener Track, während "Baby steps" viel mehr nach den größeren Singles klingt, aber trotzdem seine eigenen kleinen Schrittchen macht. Was ein hoffentlich – und wahrscheinlich – kommendes drittes Album nun so richtig stark machen würde, liegt also auf der Hand.
Highlights
- Nice to each other
- Lady lady
- Man I need
- Loud
Tracklist
- The art of loving (Intro)
- Nice to each other
- Lady lady
- Close up
- So easy (To fall in love)
- Let alone the one you love
- Man I need
- Something inbetween
- Loud
- Baby steps
- A couple minutes
- I've seen it
Gesamtspielzeit: 34:23 min.
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