Johnny Marr - Look out live!
BMG / Universal
VÖ: 19.09.2025
Unsere Bewertung: 8/10
Eure Ø-Bewertung: 9/10
Lebendige Legende
Ein Konzert des Briten Johnny Marr ist immer auch ein Ritt durch die Musikgeschichte. Der Songwriter, Gitarrist und Sänger war an der Seite von Morrissey einst Gründer der, dieser Begriff sei angesichts des Einflusses unbedingt erlaubt, legendären Formation The Smiths. Und nicht nur das: Neben seiner inzwischen anhaltend beachtenswerten Solokarriere betrieb er zwischenzeitlich auch noch an der Seite von New Orders Bernard Sumner das Projekt Electronic und wirkte darüber hinaus in unterschiedlicher Intensität bei anderen Größen wie The The, Talking Heads, Modest Mouse, The Cribs oder The Pretenders mit. Marr kann vieles: mit außergewöhnlicher Finesse Gitarren bedienen, Songs von bleibendem Wert komponieren, überzeugend live performen – und nicht zuletzt auch noch mindestens ordentlich singen.
Im April 2024 war der 1963 als John Martin Maher in Manchester geborene Musiker mit seiner Band im Rahmen der "The spirit power tour" unterwegs. Im ausverkauften Hammersmith Apollo in London entstand ein Mitschnitt, der nun als "Look out live!" in Form eines Doppelalbums vorliegt. Die Reise durch vier Jahrzehnte trägt nicht nur ein Ausrufezeichen im Titel, sie ist fraglos auch künstlerisch ein solches. Marr spielt sich hier durch einen üppigen Katalog an Titeln, die einerseits aus Klassikern der The-Smiths-Historie bestehen, andererseits aber auch einen feinen Querschnitt durch sein Soloschaffen bieten. Vor überaus dankbarem und stimmungsvollem Publikum intoniert Marr mit seinen glänzend aufgelegten Mitstreitern Großtaten wie "Panic", "This charming man" oder "Bigmouth strikes again", bei denen man den eigentlichen Sänger Morrissey gar nicht vermisst. Überzeugen können aber auch die vielen eigenen Stücke wie "Sensory street" oder "Armatopia", die mitreißend in Szene gesetzt werden. Auch delikate Coverversionen finden gebührenden Platz: "Rebel rebel" von David Bowie, bei dem sich sogar Neil Tennant von Pet Shop Boys hinzugesellt, und "The passenger" von Iggy Pop. Tennant leiht zudem dem hier auf Überlänge ausgedehnten Electronic-Song "Getting away with it" seine unverwechselbare Stimme.
"Stop me if you think you heard this one before" heißt das vorletzte Stück auf diesem wirklich rundum gelungenen Dokument eines spürbar besonderen Abends. Und tatsächlich sind die Songs alle sattsam bekannt, ob nun ebendieser von The Smiths oder all die Eigenkompositionen. Stoppen allerdings möchte man den Briten auf keinen Fall, ganz im Gegenteil. Die über 100 Live-Minuten machen gleichermaßen Lust auf ein überfälliges Abtauchen in die musikalische Historie des Ausnahmegitarristen wie auf den möglichst raschen Besuch eines seiner regelmäßigen Auftritte. Look out: Hier trägt ein Künstler in seinen frühen Sechzigern offenkundig noch sehr viel Energie in sich.
Highlights
- Sensory street
- Spirit power and soul
- Walk into the sea
- Armatopia
- Getting away with it (feat. Neil Tennant)
- Bigmouth strikes again
Tracklist
- CD 1
- Sensory street
- Panic
- Generate! Generate!
- Spirit power and soul
- This charming man
- Somewhere
- Walk into the sea
- The answer
- Please, please, please let me get what I want
- Armatopia
- Get the message
- CD 2
- Hi hello
- How soon is now?
- Easy money
- Rebel rebel (feat. Neil Tennant)
- Getting away with it (feat. Neil Tennant)
- You just haven't earned it yet, baby
- There is a light that never goes out
- The passenger
- New town velocity
- Stop me if you think you've heard this one before
- Bigmouth strikes again
Gesamtspielzeit: 103:59 min.
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(Neueste fünf Beiträge)
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BunteKuh Postings: 503 Registriert seit 17.07.2022 |
2025-12-12 14:30:21 Uhr
Johnny Marr geht immer. Auch seine Solo-Platten sind sehr sehr gut. |
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Herr Postings: 3051 Registriert seit 17.08.2013 |
2025-12-10 22:06:27 Uhr
Fulminantes Album!Stimmungsvolle Rezension! Ein spätes Highlight des Jahres. |
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Armin Plattentests.de-Chef Postings: 29836 Registriert seit 08.01.2012 |
2025-12-10 21:11:42 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert. Meinungen? |
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Referenzen
Johnny Marr + The Healers; The Smiths; Electronic; Modest Mouse; The Pretenders; The Charlatans; Oasis; Noel Gallagher's High Flying Birds; Liam Gallagher; Beady Eye; The Avalanches; The The; The Cribs; Morrissey; Paul Weller; Neil Tennant; Pet Shop Boys; Miles Kane; Suede; The Stone Roses; The Jam; Joy Division; New Order; Echo & The Bunnymen; Graham Coxon; Blur; Primal Scream; Manic Street Preachers; Inspiral Carpets; The La's; The Primitives; The Jesus And Mary Chain; Pulp; Jarvis Cocker; The Libertines; Babyshambles; The Rifles; James; Elvis Costello; Lloyd Cole; Iggy Pop; David Bowie; Bob Mould; Richard Ashcroft; Ian Brown; The Enemy; The Courteeners; Hans Zimmer; Billie Eilish
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