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Jessie J - Don't tease me with a good time

Jessie J- Don't tease me with a good time

Virgin / Universal
VÖ: 28.11.2025

Unsere Bewertung: 6/10

Eure Ø-Bewertung: 8/10

Von windenden Wegen

Was eigentlich zum Befreiungsschlag werden sollte, wird für Jessica Ellen Cornish alias Jessie J zur wiederholten gesundheitlichen Zäsur: Nur ein paar Monate vor dem Release ihres neuen Studioalbums "Don't tease me with a good time" erhielt die 37-Jährige eine niederschmetternde Brustkrebs-Diagnose. Das wünscht man absolut niemandem. Erst recht nicht der sympathischen Engländerin, die 2023 zum ersten Mal Mutter wurde. So seien also zuallererst mal alle Schreiberlein-Daumen für eine rasche Genesung gedrückt. Jessie J selbst gibt sich hoffnungsvoll und kämpferisch, was auch durchaus zur Ausrichtung ihres nunmehr fünften Studioalbums passt, auf dem sie die turbulenten acht Jahre seit dem letzten Release "R.O.S.E." verarbeitet. Zwischen Karrieretief, gesundheitlichen wie auch persönlichen Rückschlägen auf der einen, aber auch neuer Liebe und dem anschließenden Nachwuchs-Glück auf der anderen Seite lotete die Sängerin die höchsten Höhen und tiefsten Tiefen des Lebens aus. Und kommt mental gestärkt aus dieser Phase zurück ins Spotlight.

Vermutlich in dieser Entstehungsgeschichte begründet liegt die unverblümte Offenheit, die "Don't tease me with a good time" an den Tag legt. "I don't care" zeigt sich bissig und straight to the point als Abrechnung mit toxischen Beziehungen. "You didn't even fight for me / Had me hanging on a line / Your silence said it all / Now my time is mine", hält Cornish klipp und klar fest. Und lädt zum Empowerment ein: "So let's raise a glass to us / And to those who are still finding the courage to walk away / From the gaslighters, the abusers, the narcissists." Wider den Arschlöchern. Gut so. Auch musikalisch überzeugt der Song als ein schönes Stück atmosphärischen Pops, das reverbgetränkte Gesangspassagen über Akustikgitarren-Loops legt und im Refrain mitreißt. Ein klangliches Fundament, das hier an mehreren Stellen gut funktioniert, etwa auch im flotten "If I save you" oder dem Opener "Feel it on me". An anderer Stelle präsentiert "Complicated" eine sassy nacherzählte Timeline der vom Popstar-Dasein geprägten 2010er-Jahre: ohne Metaphern, ohne lyrischen doppelten Boden, einfach Jahr für Jahr durchexerziert. Simpel, ja, aber gerade deswegen auch irgendwie erfrischend und amüsant.

Die Offenheit, mit der Jessie J ans Werk geht, sorgt gleichzeitig auch dafür, dass die emotionalen Höhepunkte wirken: "I'll never know why" mag zwar musikalisch eine eher generische Piano-Streicher-Ballade sein, die inhaltliche Verarbeitung des Todes eines engen Freundes ist dabei aber so aufrichtig und niederschmetternd, dass man sofort mitfühlt. Gepaart wird der Song zur Albummitte mit der fröhlichen, etwas banalen 180-Grad-Wende "Sonflower", in der Jessie J der Freude an ihrem 2023 geborenen Kind frönt. Freud und Leid liegen eben häufig nah beieinander. Besonders letzterer Song leitet allerdings ein finales Albumdrittel ein, das seine leichte Überlänge nicht vertuschen kann. Wo am Anfang der insgesamt 16 Tracks noch dichte Arrangements und gute Kompositionen warten, wird es gegen Ende von "Don't tease me with a good time" etwas austauschbarer und weniger anspruchsvoll. "Colourful", "For this love" oder "California" sind keine schlechten Songs, wirken aber doch eher wie Füllmaterial – insbesondere im Vergleich mit den Höhepunkten. Lediglich der Synthpop-Ausflug "Living my best life" vermag noch einen schönen Schlusspunkt kurz vor Ende zu setzen und singt sich beschwingt in die Nacht. "No more tears / Finally living my best life." Man kann Jessie J nur von Herzen wünschen, dass diese Zeilen noch lange währen.

(Hendrik Müller)

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Highlights

  • I don't care
  • If I save you
  • Believe in magic / Joy (Interlude)

Tracklist

  1. Feel it on me
  2. I don't care
  3. No secrets
  4. If I save you
  5. Believe in magic / Joy (Interlude)
  6. Comes in waves
  7. I'll never know why
  8. Sonflower
  9. Complicated
  10. Colourful
  11. Threw it away
  12. For this love
  13. California
  14. Living my best life
  15. H.A.P.P.Y.

Gesamtspielzeit: 49:30 min.

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User Beitrag

MickHead

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Registriert seit 21.01.2024

2025-12-12 23:45:07 Uhr
Komplette Playlist bei YouTube:

https://youtube.com/playlist?list=OLAK5uy_nvecXCaE2LePQwTeEHCp1MMUJaQXM5i10&si=LsO93rABNuomjeQz

Armin

Plattentests.de-Chef

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Registriert seit 08.01.2012

2025-12-10 21:12:53 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

Meinungen?

MickHead

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Registriert seit 21.01.2024

2025-10-31 18:17:23 Uhr
4. Song "H.A.P.P.Y"

https://youtu.be/J4sjBD1BTq0?si=YRKMi9KkMvWT0cm0

MickHead

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Registriert seit 21.01.2024

2025-09-18 11:08:58 Uhr
Das 6. Studioalbum "Don’t Tease Me With A Good Time" wird am 28.11. veröffentlicht. Es folgt auf "R.O.S.E. von 2018

3. Song " Believe In Magic"

https://youtu.be/VdEldeYtVe4?si=5846Jcbo0OWdMF1K

Tour 2026

Thu April 23 2026 - COLOGNE E Werk (Germany)

MickHead

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Registriert seit 21.01.2024

2025-05-16 15:35:46 Uhr
2. Song "Living My Best Life"

https://youtu.be/0sN7XZ0GtRk?si=Gi9_FHmFkhTjKHkH
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