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No Angels - It's Christmas

No Angels- It's Christmas

Edel
VÖ: 21.11.2025

Unsere Bewertung: 3/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Vergiss mein nicht!

Ja, so was! Würden es No Angels nicht im rotgelackten Festtagszwirn auf diesem Albumcover verkünden, vielleicht bekämen wir gar nicht mit, dass das Glöcklein gebimmelt hat. Es ist "Alle Jahre wieder"-Zeit. Moment mal. No Angels? Also "DIE No Angels", wie es mal so schön hieß? Deutschlands erfolgreichste Girl-Band und zugleich die allererste live im TV gecastete "Popstars"-Combo? Die sich in 2007 und dann auch 2014 erneut offiziell auflöste? Und die dann, ebenfalls wiederholt, doch wieder auftauchte? Zum Beispiel 2021, da gab es das große Erinnern namens "20" und parallel einen nostalgischen Streaming-Hype ihrer Hits, die erstmals auf den einschlägigen Portalen zu finden waren. Und außerdem wollten No Angels, diese vier stimmgewaltigen Sängerinnen, es sich nicht nehmen lassen, das 20-jährige Jubiläum ihres Durchbruchs gebührend zu feiern. So ein bisschen wie das Abitreffen, bloß öffentlich inszeniert.

"It's Christmas" ist, man glaubt es kaum, nun tatsächlich das erste No-Angels-Weihnachtsalbum. Dafür haben sie sich, wen wundert es, ein paar traditionelle Klassiker-Nummern dieser ritualbehafteten Jahreszeit ausgesucht und zum Teil ein wenig anders in Szene gesetzt ("Let it snow!", "Oh, holy night"). Was die Ausrichtung des Sounds angeht, wählte die Band den Weg der Aufnahmen gemeinsam mit einem echten Orchester. Der bulgarische Pianist und Dirigent George Miltiyadoff reiste für "It's Christmas" beinah mit seiner gesamten Mannschaft an, um Landsfrau Lucy Diakovska und ihren Mitstreiterinnen zur Seite zu stehen. Wie das dann klingt? Ziemlich opulent und herausgeputzt. Die Stücke bewegen sich stilistisch, glatt poliert, aber handwerklich gekonnt, zwischen gospelartigen Chansons, jazzigen Ansätzen ("Silent night") und leicht tanzbarem Swing-Pop ("The Christmas song", "This Christmas"). Dazu gibt es immer wieder schwülstige Arrangements, zugekleistert von Streichern. Also irgendwo die typische Klanguntermalung zum Festtagsklimbim. Drei neue Songs, unter anderem die Single "I still believe", haben Band und Produzenten beigesteuert, und wenn man nun sagt, dass sie kaum auffallen oder irgendwie überraschen, ist eigentlich schon viel gesagt.

Wer dieses Album kaufen oder streamen soll? Nun ja, vermutlich einige. Denn schließlich gibt es den, nennen wir es einmal: "German Stagnationsfetisch". Dieses Land rümpft meist die Nase, wenn etwas Neues kommt. Dafür liebt es die Bands oder One-Hit-Wonders, die unsere Radiostationen einst wund dudelten. Und diese werden wieder und wieder serviert. Ob Lou Bega, Bro'Sis, DJ Ötzi oder Vengaboys: In irgendeiner TV-Überraschungsshow, auf einem 90er-/00er-Retro-Festival oder eben im Rahmen des Erkenschwicker Stadtfestes ist immer Zeit, um Vergangenes zu feiern. Und wenn wirklich einmal gar nichts mehr geht, dann klaubt jemand einen foxtrott(elig)en Remix zusammen, der es in den ZDF-Fernsehgarten schafft. Oder zumindest Florian-Silbereisen-kompatibel ist. Aus der Sicht von No Angels, die durchaus eine Marke im Pop-Zirkus sind, die mehr Erfolge vorzuweisen haben als bloß das bis heute gar nicht so schlimme, berühmte Pop-Liedchen "Daylight in your eyes", ist es verständlich, dass sie weitermachen. Darüber hinaus nimmt der Rezensent den vier Damen ab, dass sie nicht nur wegen der Gage noch dabei sind. Girlbands bleiben Girlbands. Sängerinnen bleiben Sängerinnen. Und außerdem: The show must go on, nicht nur "Alle Jahre wieder".

(Eric Meyer)

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Highlights

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Tracklist

  1. Santa Claus is coming to town
  2. Grown up Christmas list
  3. The Christmas song
  4. Mary's little baby
  5. Have yourself a merry little Christmas
  6. It's the most wonderful time of the year
  7. I still believe
  8. Let it snow!
  9. Someday at Christmas
  10. Oh, holy night
  11. It's Christmas
  12. Santa baby
  13. This Christmas
  14. Silent night
  15. I still believe (Pop version)

Gesamtspielzeit: 44:23 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag

andygoestohollywood

Postings: 636

Registriert seit 27.11.2023

2025-12-06 22:43:13 Uhr
Wenns Kohle bringt. Dauerlächelnd ohne künstlerischen Anspruch. 3 Punkte wohl, weils ursprünglich anständige Kompositionen waren.

Otto volle Möhre

Postings: 1899

Registriert seit 21.06.2021

2025-12-06 21:01:41 Uhr
Kaum ist Weihnachten vorbei, steht auch schon ein neues Album ins Haus: Die keine Engel kollabieren mit der Antwerpes Schmaus Band, Albumtitel "Kantri Roads". VÖ auf Rabendrittel Records.

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 29836

Registriert seit 08.01.2012

2025-12-06 19:17:14 Uhr
Mich würde ja mal interessieren, ob sich überhaupt jemand diese Rezension durchliest?

Oh ja.

BunteKuh

Postings: 503

Registriert seit 17.07.2022

2025-12-06 14:20:10 Uhr
"Andere gucken stundenlang wie Autos im Kreis fahren"

Ein unglaublich guter Vergleich

Otto volle Möhre

Postings: 1899

Registriert seit 21.06.2021

2025-12-06 13:41:36 Uhr
Machen die Keine Engel auch ein Nikolaus-Album? Und ein Oster-Album?
Zum kompletten Thread

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