Nightmares On Wax - Echo45 Sound System
Warp / Rough Trade
VÖ: 14.11.2025
Unsere Bewertung: 6/10
Eure Ø-Bewertung: 6/10
Tyrannosaurus Wax
Hip-Hop-Urgestein und dienstältester Künstler bei Warp Records: DJ E.A.S.Y. aka George Evelyn aka Nightmares On Wax. Namen, die allesamt eine jahrzehntelange Schule aus Sample-Digging, Mixing und Produktion in einer Person vereinen. Und diese Historie hört man auch, wenn der beataffine Routinier den warmen Laidback Glow vergangener Oldschool-Tage wieder aufscheinen lässt. "Echo45 Sound System" klingt wie eine Liebeserklärung an Sampling, Roots und Dub – und genau das ist es auch. Für das beste Album-Erlebnis empfiehlt es sich, direkt den letzten Track anzuwählen. Der präsentiert über eine Länge von knapp 43 Minuten das komplette Album in einem "Full continuous mix", der die bewusst gewählte Piratenradio-Ästhetik besonders gekonnt zur Geltung bringt. Selbstverständlich inklusive Adlibs von Goldie, Massive Attacks Daddy G, Moxie und weiteren Genregrößen, die durch ihr Auftreten die kulturelle Bedeutung der ursprünglich in Jamaika begründeten Sound-System-Bewegung für England verdeutlichen.
Für die Gesangsparts ließ sich ein Bouquet namhafter Künstler*innen gewinnen. Mos Def, Liam Bailey und Greentea Peng on the mic. Denn Nightmares On Wax' zehntes Studioalbum ist von Aufbau und Struktur her eigentlich ein Mixtape. Da wirkt es nur folgerichtig, dass der Platte ein zunächst sanfter Spannungsaufbau innewohnt und sie in der zweiten Hälfte etwas an Grip zulegt. Startet das Intro "Echo45, we are!" noch mit an die Fünfziger erinnernden Streichern, lässt die Hammond-Orgel in "Dive Into" schon eher an die Seventies denken. Explizite Bangertracks findet man zwar nicht – das hätte vermutlich auch die Kohärenz zerlegt – aber die Tracks sind durchaus catchy.
Tape-Delay-Effekte auf der Stimme und über die Dauer des Mixtapes immer wieder auftauchende Querflöten-Samples verweben die Tracks zu einem Konglomerat, das zwar nicht unbedingt nostalgisch klingt, aber doch unweigerlich Assoziationen weckt: George Evelyn, wie er zusammen mit seinen Homies, seinen Lieblingsplatten der Fünfziger bis Siebziger, 'nem Sampler und natürlich dem titelgebenden Sound System jammt. Denn auf ebendiesen Namen – "Echo45" – taufte der Teenage UK Leeds Boy seine erste Speaker Box. Und auch Greentea Peng spittet im klassischen Flow in "I remember" Riddims über vergangene Tage der Jugend. "Remember when I was a young ting / When all I wanted to do was sing something [...] If I had it my way / I'd sing, always / 'Killing me softly', by the Fugees / Yeah, that was my first tape."
Die Retrospektive, das Wiederaufgreifen der eigenen musikalischen Prägungen und die Verbeugung in Richtung der Sound-System-Alternativszene seiner Heimatstadt zeigen vor allem eins: Für Nightmares On Wax ist Musik weniger Produkt als Kommunikationsform und Ausdruck einer gelebten Kultur. Unterm Strich läuft doch alles auf eine simple Wahrheit hinaus: "The only good system is a Sound System."
Highlights
- Dive into (feat. Louis VI)
- I remember (feat. Greentea Peng)
- Holding on (feat. Ladi6)
Tracklist
- Echo45, we are! (feat. Oscar Jerome)
- Dive into (feat. Louis VI)
- Desire (feat. Haile Supreme, Liam Bailey)
- Bang bien (feat. Yasiin Bey)
- Echo45 (feat. Liam Bailey)
- True (feat. Sadie Walker)
- I remember (feat. Greentea Peng)
- Starwood bound (feat. Sadie Walker)
- Ain't so ... (feat. LSK)
- Mumzie Cut (feat. Liam Bailey)
- Holding on (feat. Ladi6)
- Wind of change (feat. Yarah Bravo)
- Hop-to-mystic (feat. Liam Bailey)
- Echo 45 sound system (Full continuous mix)
Gesamtspielzeit: 90:00 min.
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Referenzen
Tricky; Massive Attack; Moodyman; DJ Shadow; Basement Jaxx; Thievery Corporation; Groove Armada; De La Soul; Kruder & Dorfmeister; DJ Krush; Morcheeba; Lamb; Kid Loco; UNCLE; Jazzanova; Sofa Surfers; The Herbaliser; Mos Def; DJ Cam; Mr. Scruff; St. Germain; Stereo MCs; Bomb The Bus; Quantic; Aim; Yonderboy; TM Juke; Emancipator; Guts; Blue States
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