Mammoth - The end
I Am The Sheriff / BMG
VÖ: 24.10.2025
Unsere Bewertung: 7/10
Eure Ø-Bewertung: 6/10
Mit Riff und Siegel
Manche Alben machen einfach Spaß. "The end", das dritte Album von Wolfgang van Halens Projekt Mammoth, ist so eines. Schnörkellos, fokussiert, geradeaus, das sind die Adjektive, mit denen sich das Werk beschreiben lässt. Van Halen macht seinem Namen dabei alle Ehre: Wie schon auf den Vorgängern ist die Musik von seiner Virtuosität geprägt, ohne dabei zu langweiligen Fingerübungen zu verkommen. Am besten veranschaulicht dies der Titeltrack: Im Intro beschwört "Wolf" mit flinken Tappings den Geist seines Vaters herauf, ehe der eigentliche Song beginnt. Und der prescht drauflos, als wäre eine Horde mongolischer Reiter hinter ihm her. Hierbei wissen besonders der hymnische Refrain und das herrlich altmodische Solo zu gefallen. Auch in Sachen Sound hat van Halen die richtigen Lehren gezogen: Im Gegensatz zu den ersten beiden Alben fällt der Klang diesmal deutlich druckvoller und kompakter aus.
Da van Halen Perfektionist ist, fehlen zwar etwas die Kanten, dies stört aufgrund der durchgehend hohen Qualität des Songwritings aber kaum. Die Melodien stehen ganz klar im Vordergrund, sowohl gesanglich als auch hinsichtlich der famosen Gitarrenarbeit. So begeistert "Same old song" mit einem kunstvoll gesetzten Bruch, der in einen fies groovenden Instrumentalteil mündet. Immer wieder schielt van Halen auch zum Prog-Rock hinüber, besonders der Opener "One of a kind" schlägt so manchen Haken, bleibt dabei aber stets zugänglich. Man kann es auch anders formulieren: Das hier ist Musik, bei der man irgendwann grinsen muss. Die Kompositionen bersten vor Kreativität, man hört ihnen an, welchen Spaß der Urheber im Studio gehabt hat.
Textlich gehört van Halen der "Reim Dich, oder ich fress' Dich"-Fraktion an, was man ihm aber nicht ernsthaft übel nehmen kann. Einzig der songgewordene Dadjoke "I really wanna" schießt etwas über das Ziel hinaus. Andererseits gibt es Momente, die aufgrund ihres Mutes, das Schlichte schön klingen zu lassen, lange im Ohr haftenbleiben. In diesem Zusammenhang muss "Happy", eine wilde Mischung aus Soundgarden-Riffs, Foo-Fighters-Harmonien und Bon-Jovi-Chören, erwähnt werden. Zwar ähneln sich die Songs auf Dauer etwas, gleichzeitig ist kein einziger misslungen. Gerade die schwermütigeren Tracks warten mit so mancher überraschenden Wendung auf, wobei van Halen kein Miesepeter, sondern melancholischer Optimist ist. Nachhören kann man dies etwa in "Better off".
Nur eine Sache, die kann Wolfang van Halen nicht: Er kann nicht böse sein. Selbst der härteste Song "Selfish" ist viel zu catchy, um Leute zu erschrecken, daran kann selbst eine Doublebass-Passage im Schlusspart nichts ändern. Aber auch das macht nichts. Denn hier geht es nicht um Provokation, sondern um den Spaß an der Sache. Es ist schlicht angenehm, Rockmusik zu hören, die nicht mehrfach ironisch gebrochen ist. Ob das bei der jüngeren Generation ankommt, ist anzuzweifeln, Menschen, die sich nach virtuosen Riffs und Mitsing-Refrains sehnen, dürften mit "The end" aber sehr glücklich werden. Und irgendwie ist es auch schön, dass der Name van Halen wieder ein Qualitätssiegel ist.
Highlights
- One of a kind
- The end
- Happy
- Selfish
Tracklist
- One of a kind
- The end
- Same old song
- The spell
- I really wanna
- Happy
- Better off
- Something new
- Selfish
- All in good time
Gesamtspielzeit: 39:09 min.
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Referenzen
Van Halen; Foo Fighters; Soundgarden; Bon Jovi; Myles Kennedy; Black Sabbath; Dirty Honey; Nickelback; Big Wreck; Florence Black; Alter Bridge; Return To Dust; Extreme; Tremonti; Ayron Jones; Roxferry; President; Gunshine; Avatar; Silly Goose; Aerosmith; Kiss; Def Leppard; Mr. Big; Poison; Mötley Crüe; Queen; Deep Purple; Journey; Twisted Sister; Pearl Jam; Audioslave; The Killers; Stone Temple Pilots; Alice In Chains; Creed; Kings Of Leon; Led Zeppelin; AC/DC
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