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Kadavar - Kids abandoning destiny among vanity and ruin

Kadavar- Kids abandoning destiny among vanity and ruin

Clouds Hill / Broken Silence
VÖ: 07.11.2025

Unsere Bewertung: 8/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Neuerfindung, zweiter Akt

Als die Berliner Band Kadavar ihr achtes Studioalbum "K.A.D.A.V.A.R." ankündigte, musste man seine Gedanken zunächst einmal kurz sortieren. Das hatte sehr viel mit dem Zeitpunkt für den bevorstehenden Release zu tun, einiges aber auch mit dem Titel. All diese Überlegungen lassen sich im Grunde ganz einfach auf den Punkt bringen: Hä? Hatten die Herrschaften nicht erst im Mai 2025 ihr siebtes Studiowerk "I just want to be a sound" vorgelegt? Ja, hatten sie. Und hieß nicht schon ihr Debüt schlicht "Kadavar"? Ja, auch das ist ein unbestrittener Fakt. Nun also Album Nummer acht, nicht einmal sechs Monate nach dem Vorgänger, der dank seines Ausflugs in Richtung neuer Töne für einiges Aufsehen gesorgt hatte. Und trotz des an den Erstling erinnernden Titels gibt es hier nicht etwa einen frischen Aufguss bekannten Materials, sondern tatsächlich neun neue Stücke. Man darf der Band gratulieren: Diese Überraschung ist geglückt.

Doch nicht nur das. Während auf "I just want to be a sound" das gewohnte Klangbild deutlich in Richtung neuer Ideen verschoben worden war, rücken Kadavar jetzt wieder entschlossen dem kernigen bis spacigen Rock entgegen. Auf ihrem neuesten Werk, dessen epischer Titel "Kids abandoning destiny among vanity and ruin" (und alle noch mal so: Hä?) sich dankenswerterweise auf das knappe Akronym "K.A.D.A.V.A.R." verkürzen lässt, kopieren sich die Hauptstädter dabei aber nicht einfach selbst. Sie vermengen die frühen Qualitäten aus ihren Anfangstagen mit den überaus erfrischenden Impulsen des Vorgängers und stricken daraus vor allem eines: großartige Songs. Kadavar bitten zum Auftakt im herrlich sphärischen "Lies" in ihr Raumschiff, das unter fortwährender Riff-Begleitung und garniert mit der charakteristischen Stimme von Frontmann Christoph Lindemann gar nicht mehr landen mag. Das rauschhafte "Heartache" ist dermaßen mitreißend, dass es eine wahre Freude ist. In "Explosions in the sky" grüßen gar die Beatles freundlich winkend herüber, während "Stick it" Tanzflächen-Potenzial aufweist. Im Grunde kommt man aus dem Staunen gar nicht mehr heraus: Weder beim furiosen "The children" noch kurze Zeit später beim abschließenden "Total annihilation", das als ungefilterte, rohe und bissige Thrash-Metal-Granate vortrefflich durchzündet, ohne eine kurze Abzweigung in eine ganz andere Dimension zu vergessen. Was für ein Ritt!

Wenn "I just want to be a sound" eine Art Neuerfindung unter Regie des Produzenten Max Rieger war, ist "K.A.D.A.V.A.R." eine Art Fortsetzung dieses Wegs mit bekannten und bewährten Mitteln. Für die Produktion übernahm dieses Mal Schlagzeuger Christoph "Tiger" Bartelt die Regler. Und die mittlerweile fest auf Quartettgröße angewachsenen Formation hat im Studio ein stimmiges Kunstwerk geschaffen, das Song für Song ebenso funktioniert wie als großes Ganzes. Die Krise, in der sich die Band zwischenzeitlich nach eigenem Bekunden befunden hatte, scheint jedenfalls überwunden zu sein. Ob der nächste Streich nun in vergleichbar kurzer Zeit folgen wird? Und welches klangliche Gewand werden sich die Musiker wohl in Zukunft überstreifen? Es bleiben Fragen offen, eines aber steht nach diesen beiden Glanzstücken des Jahres 2025 fest: Kadavar bleiben überaus spannend. Oder im Sinne der Akronym-Spielereien: Kadavar arbeiten dauerhaft am vortrefflich arrangierten Rock.

(Torben Rosenbohm)

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Highlights

  • Lies
  • Heartache
  • Stick it
  • Total annihilation

Tracklist

  1. Lies
  2. Heartache
  3. Explosions in the sky
  4. The corner of E 2nd & Robert Martinez
  5. Stick it
  6. You me apocalypse
  7. The children
  8. K.A.D.A.V.A.R.
  9. Total annihilation

Gesamtspielzeit: 41:43 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag

The MACHINA of God

User und Moderator

Postings: 35697

Registriert seit 07.06.2013

2025-11-20 18:26:21 Uhr
Der Titeltrack ist aber schon sehr King Gizzard... aber gerade deshalb wohl auch ein Highlight für mich.

The MACHINA of God

User und Moderator

Postings: 35697

Registriert seit 07.06.2013

2025-11-14 19:55:25 Uhr
Echt gutes Album, besonders Anfang und Ende.

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 29697

Registriert seit 08.01.2012

2025-11-13 20:51:56 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

Meinungen?

Hierkannmanparken

Postings: 2687

Registriert seit 22.10.2021

2025-11-07 10:13:41 Uhr
Ah nice, sie haben den Sound etwas angepasst, jetzt kann man das hören.

MickHead

Postings: 8622

Registriert seit 21.01.2024

2025-11-07 09:19:51 Uhr
Komplette Playlist bei YouTube:

https://youtube.com/playlist?list=OLAK5uy_k_ta4YOfFpwzfSORvSKK5L3R8UZV8Gbes&si=Q7t0hMyqnwpuH2pO

Rolling Stone 3.5/5

https://www.rollingstone.de/reviews/kadavar-kids-abandoning-destiny-among-vanity-and-ruin/
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