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Grateful Cat - Ready to go anywhere

Grateful Cat- Ready to go anywhere

Waterfall
VÖ: 17.10.2025

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Die Schmunzelkatzen

Katzen, dankbar? Das allein ist ein Paradoxon für alle, die je einen Stubentiger besessen oder sich zumindest Katzen-Content auf Social Media zu Gemüte geführt haben. Doch ebenso wie diese Videoschnipsel oftmals zum Schmunzeln einladen, tut dies nicht nur der Bandname mit der augenzwinkernden Anspielung auf Jerry Garcias psychedelische Hippies von Grateful Dead, sondern auch der gesamte Sound des Berliner Duos. Grateful Cat, das sind Gwendolin Tägert und Frank Memmler alias Franky Fuzz, und die beiden produzieren feinsten Indie-Schrammelpop mit hörbarer Liebe zu 60er-Folk, Twee, Retro-Powerpop und viel mehrstimmigem Gesang. Auf ihrem leichtfüßigen zweiten Album "Ready to go anywhere" werden Gitarren, Bass und Perkussion handwerklich unprätentiös und fast spielerisch eingesetzt; die Musik lebt von den Stimmen, den Harmonien und den kleinen, charmanten Details. Wortwitz und feine Alltagsbeobachtungen tragen die Songs, nicht virtuoses Können – und genau das macht den Reiz aus.

"Hey, food delivery guy" ist ebenso wie der Albumtitel eine Reminiszenz an Bob Dylans "Mr. Tambourine Man", doch anstatt des Wunsches nach einem Lied ist der dem Songtitel folgende Imperativ angesichts der modernen Lieferservicekultur von existenzieller Natur: "Don't run me over / Cause I don't want to die because some lazy guy is hungry." In fast klassischem Merseysound beleuchtet "Another team bride" die Flut von Junggesell(inn)enabschieden in Metropolen wie Liverpool augenzwinkernd, aber niemals zynisch. "Slow moving crowds" ist eine besser gelaunte Surfpop-Variation von Tocotronics Song gewordenem Frustschrei "Gehen die Leute" über den Alltagsärger allzu entspannt bummelnder Passant*innen. Und auch wenn es thematisch herbstlich wird, wie im apokalyptischen Opener "When our world disappears" oder in "Sommer's gone, it's over", mischt sich in den Sound höchstens ein Hauch melancholischer Schwere, wie in die Stimmung an einem sonnig-goldenen Oktobertag.

Zwischendurch überrascht "Don't spread the hate" als schräger Bossa Nova, bei dem Belle & Sebastian auf "Herr Rossi sucht das Glück" trifft. Im Albumkontext fast schon rockend spielt "Full moon day" zwar mit der Werwolf-Thematik, verbleibt dann aber lieber doch im Kuschelmodus: "Please don't bite / when we make out tonight." Trotz aller Charmeoffensive muss konstatiert werden, dass "Ready to go anywhere" die Musikgeschichte freilich nicht umkrempeln wird. Die starke Konzentration auf folkpoppige Gemütlichkeit, fast ohne Ausreißer aus dem warmen, aber abgesteckten Sound, straft den Albumtitel zumindest musikalisch Lügen. Doch irgendwie macht eben die Bodenständigkeit dieser am Kreuzberger Küchentisch aufgenommenen, retroinfizierten Musik auch ihren Reiz aus: Sie wirkt wie ein sanftes Lächeln in hektischen Zeiten, im besten Sinne ehrlich und einfach entwaffnend schmunzelig.

(Michael Albl)

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Highlights

  • Hey, food delivery guy
  • Slow moving crowds
  • Full moon baby

Tracklist

  1. When our world disappears
  2. Hey, food delivery guy
  3. Another team bride
  4. Jesus on her toast
  5. Summer's gone, it's over
  6. Don't spread the hate
  7. Bartender at a comedy club
  8. Slow moving crowds
  9. Columbo
  10. Full moon baby
  11. I'm not coming in on a Sunday
  12. Under the cat

Gesamtspielzeit: 35:53 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag

Unangemeldeter

Postings: 2164

Registriert seit 15.06.2014

2025-10-30 20:08:04 Uhr
Öh, was? Ich hab mir die nur wegen des großartigen Bandnamens auf die Zu-hören-Liste gesetzt. (-:

joseon

Postings: 1403

Registriert seit 04.09.2023

2025-10-30 18:42:27 Uhr
File under: Bands, die ihr nur aufgrund des blöden Bandnamens nicht hört

Vive

Postings: 1318

Registriert seit 26.11.2019

2025-10-30 17:22:29 Uhr
gefällt mir gut!

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 29697

Registriert seit 08.01.2012

2025-10-29 21:42:51 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

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