Dying Wish - Flesh stays together
SharpTone
VÖ: 26.09.2025
Unsere Bewertung: 7/10
Eure Ø-Bewertung: 5/10
Danke, schlecht
Lange schon keinen Vorschlaghammer mehr direkt auf die Fressleiste bekommen? Dann jetzt einmal die Beißerchen bereitmachen für die Portlander*innen von Dying Wish. Ihr drittes Album "Flesh stays together" macht keinen Hehl daraus, dass Optimismus keinen Platz im Repertoire der Metalcore-Band hat. Geführt von ihrer eindringlichen Sängerin Emma Boster, beteiligt sich die Band am Abriss der modernen Welt, die eh schon dem Untergang geweiht ist. Allerdings wird dabei nicht nur dumpf draufgeprügelt, sodass man zwischen den Schlägen auch mal kurz das aufsammeln kann, was von den Zähnen noch übrig ist.
Als Absichtserklärung pfeffert einem schon der Opener "I don't belong anywhere" ein gepflegtes "Fuck you!" vor dem Breakdown um die Ohren. Hier treffen brutale Riffs auf Stakkato-Drums. Besonders brutal kommt "Revenge in carnage" daher, das keine Befriedigung, sondern nur Hunger und Gewalt sieht: "Every man for himself!" Es ist eine dystopische Vision, die Dying Wish formulieren. Wer hätte es bei dem Namen erwartet? Boster beherrscht die Sprache des scharfen Geschreis genauso fließend wie die des dumpfen Growlens. Aber: Immer wieder gibt sie auch Gesangspassagen zum besten, die an Tatiana Shmayluk von Jinjer erinnern. Oder, wie in der Single "I'll know you're not around" gar an Amy Lee.
"Nothing like you" nimmt sich sogar über anderthalb Minuten Zeit für ein Gitarren-Intro mit klarem Gesang, der sakrale Züge annimmt. Alles hat Volumen und Drall. Für so viel Hoffnungslosigkeit gibt es bei Dying Wish eine ganze Menge Energie. Es geht mit schmetternden Tiraden gen Abgrund – und so schlimm scheinen die US-Amerikaner*innen das gar nicht zu finden. "Empty the chamber" springt einfach sofort mit allen Elementen rein. Selten hat man das Gefühl, dass man genau weiß, was auf "Flesh stays together" als nächstes passiert, auch wenn die Spannung immer antizipierbar ist. Eine Schwachstelle im Phalanx ist kaum erkennbar, wenn die Gitarren ineinandergreifen und sich für den Aufprall bereit gemacht wird. Das großartige, titelgebende Outro scheint zwar einen kurzen Moment so etwas wie Schwäche zu zeigen, ziert sich gar ein wenig, lockt damit aber nur in die Falle. Wenn die Sturmwolken kurz nach der Drei-Minuten-Marke endlich aufbrechen, ist die Apokalypse wieder ein Stückchen näher. Wenn so das Ende klingt, dann ist das vielleicht sogar ganz in Ordnung.
Highlights
- I'll know you're not around
- Revenge in carnage
- Flesh stays together
Tracklist
- I don't belong anywhere
- A curse upon iron
- I'll know you're not around
- Revenge in carnage
- Nothing like you
- Surrender everything
- Moments I regret
- Empty the chamber
- Heaven departs
- Flesh stays together
Gesamtspielzeit: 35:58 min.
Album/Rezension im Forum kommentieren
Teile uns Deine E-Mail-Adresse mit, damit wir Dich über neue Posts in diesem Thread benachrichtigen können.
(Neueste fünf Beiträge)
| User | Beitrag |
|---|---|
|
Enrico Palazzo Postings: 8710 Registriert seit 22.08.2019 |
2025-10-22 22:12:12 Uhr
Überschrift der Woche :) Danke für den guten Lacher! |
|
Armin Plattentests.de-Chef Postings: 30443 Registriert seit 08.01.2012 |
2025-10-22 20:29:40 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert. Meinungen? |
Hinterlasse uns eine Nachricht, warum Du diesen Post melden möchtest.
Referenzen
Jinjer; Knocked Lose; Spiritbox; Pain Of Truth; Counterparts; Face Yourself; Fox Lake; Orthodox; Greyhaven; Boundaries; Foreign Hands; Omerta; Excide; Roman Candle; Malevolence; Evanescence; 156/Silence; Year Of The Knife; Serration; End; Alpha Wolf; Like Moths To Flames; Johnny Booth; Mugshot; Mouth For War; Slipknot
Bestellen bei Amazon
Threads im Plattentests.de-Forum
- Dying Wish - Flesh stays together (2 Beiträge / Letzter am 22.10.2025 - 22:12 Uhr)



