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Soulfly - Chama

Soulfly- Chama

Nuclear Blast / Rough Trade
VÖ: 24.10.2025

Unsere Bewertung: 5/10

Eure Ø-Bewertung: 5/10

Familienkrach

Im Grunde kann man schon seit vielen Jahren eine Rezension eines Albums von Soulfly mit der üblichen Zusammenfassung der aktuellen Besetzungswechsel beginnen. Über die Gründe zu sinnieren, ist natürlich reine Spekulation, doch die diversen Mitmusiker scheinen es ganz offensichtlich nicht allzu lange im Hause Cavalera auszuhalten. Jüngster Abgang ist Bassist Mike DeLeon, womit Soulfly aktuell nur noch aus zwei festen Mitgliedern besteht – nämlich aus Vater Max und Sohn Zyon. Verstärkt durch den ein oder anderen Gastmusiker auf Tour und einen weiteren Sohn, Igor Amadeus. Wie praktisch, dass eine Band so zum Familienunternehmen wird, außerdem ist es doch immer Grund zur Freude, wenn Eltern mit ihren Kindern gemeinsam Musik machen, oder?

Die Freude, so werden die folgenden 32 Minuten des neuen Albums "Chama" zeigen, ist allerdings eher gedämpft. Denn Cavalera hat den Industrial Metal für sich entdeckt, woran sein Kumpel und Gastmusiker Dino Cazares, seines Zeichens Gitarrist bei Fear Factory, nicht völlig unschuldig sein dürfte. Warum es angesichts der ohnehin extrem kurzen Spielzeit überhaupt ein Intro wie "Indigenous inquisition" braucht, sei eh dahingestellt, der eigentliche Opener "Storm the gates" krankt jedenfalls an unstrukturiertem Songwriting, lässt keinerlei Fluss aufkommen. Viel besser macht es da schon das folgende "Nihilist", das Groove und Aggression auf genau die Art und Weise verbindet, wie es Cavalera auf den frühen Soulfly-Alben in hervorragender Manier praktizieren konnte.

Tja, und dann kommt die Coverversion des Albums. Sollte man meinen. "No pain = no power" ist Fear Factory pur, gibt Songaufbau und Wechsel zwischen Klargesang und Growls exakt wie bei den Kaliforniern wieder – und ist doch original Soulfly. "Featuring Dino Cazares", verkündet die Trackliste, doch im Grunde genommen ist das Ausschussware, die Cazares womöglich nicht bei Fear Factory unterbringen konnte. "Ghenna" wird nur durch ein Solo von Arch-Enemy-Klampfer Michael Amott noch aufgewertet, sodass es bis "Favela / dystopia" dauert, bis der Kopf wieder von der Schüttel- in die Headbanging-Bewegung übergehen kann. Endlich einmal ein Riff, mit dem man arbeiten kann, endlich einmal Grooves, die sich entfalten können, weil sie eben nicht durch unplatzierte Schreie zerrissen werden.

Nein, "Chama" wird nicht in die Highlights der Soulfly-Diskografie eingehen. Ein Fluss, ein roter Faden wird vergeblich gesucht, statt Atmosphäre dominieren nervenzerfetzende Feedback-Orgien, als wollte Max Cavalera den Verstärker noch kurz einstellen, bis er endlich ein sauberes Riff gefunden hat, nur dass er irgendwann vom Ende der Song-Laufzeit überrascht wird. Der sinistre Soundteppich des Instrumentals "Soulfly XIII" dient insofern eher als kurzes Ruhekissen für die geplagten Ohren statt als Vorbereiter für den abschließenden Titeltrack, der zwar einigermaßen verwöhnt, gerade zum Ende gar endlich so etwas wie Stimmung erzeugen kann, aber durch brutalsten Hall auf dem Gesang auf Dauer ebenfalls nervt. Das Vorgängeralbum "Totem" erfreute zwar mit einer starken Hinwendung zurück zum Old-School-Thrash, konnte aber den Test Of Time nicht wirklich bestehen. "Chama" braucht jenen gar nicht erst anzutreten. Vielleicht sollte doch wieder jemand außerhalb der familiären oder freundschaftlichen Komfortzone auf das Ergebnis schauen.

(Markus Bellmann)

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Highlights

  • Nihilist
  • Favela / dystopia

Tracklist

  1. Indigenious inquisition
  2. Storm the gates
  3. Nihilist
  4. No pain = no power (feat. Dino Cazares)
  5. Ghenna
  6. Black hole scum
  7. Favela / dystopia
  8. Always was, always will be...
  9. Soulfly XIII
  10. Chama

Gesamtspielzeit: 32:32 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag

MasterOfDisaster69

Postings: 1046

Registriert seit 19.05.2014

2025-10-28 23:29:31 Uhr
Also die ersten 20 Sekunden von Storm the Gates gehen sowas von, die restlichen 30 Minuten sind ein Riffmonster vor dem Herren mit hier und da Industrial Anleihen von Fear Factory, na und, steht ihnen doch gut! Ausserdem spielt Dino Cazares die lead guitar gerade mal bei einem Song.

Ich mag diese neue “Flamme” (chama, portug.), Viva Soulfly

7/10

MickHead

Postings: 8522

Registriert seit 21.01.2024

2025-10-24 11:04:20 Uhr
Komplette Playlist bei YouTube:

https://youtube.com/playlist?list=OLAK5uy_mm-s1TfAnhLCHedpEhRpdjUGwcRGZ6k-o&si=q1It4Zcwd0F-wRR7

Armin

Plattentests.de-Chef

Postings: 29658

Registriert seit 08.01.2012

2025-10-22 20:31:13 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert.

Meinungen?

MickHead

Postings: 8522

Registriert seit 21.01.2024

2025-08-29 20:05:56 Uhr
Die amerikanische Heavy Metal Band "Soulfly" aus Phoenix, Arizona, kündigt für den 24.10. das 13. Studioalbum "Chama" an. Es folgt auf "Totem" von 2022.

Erster Song "Storm The Gates"

https://youtu.be/AbQEZW7aoCA?si=YbqI45YpFkvigjNq

Tracklist:

1. Indigenous Inquisition
2. Storm the Gates
3. Nihilist
4. No Pain = No Power
5. Ghenna
6. Black Hole Scum
7. Favela / Dystopia
8. Always Was, Always Will Be...
9. Soulfly XIII
10. Chama
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