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Der Weg Einer Freiheit - Innern

Der Weg Einer Freiheit- Innern

Season Of Mist / Membran
VÖ: 12.09.2025

Unsere Bewertung: 7/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Soundtracks for the blind

Schon immer waren Der Weg Einer Freiheit sehr "on point": musikalisch extrem, aber doch mit einer sauberen Produktion am Start. Die musikalischen Vorbilder der Black-Metal-Band mögen ihren finsteren Sound sehr rau verpacken, die Würzburger gehen einen anderen Weg, welcher auch von Acts wie Gaerea, Celeste oder Wiegedood beschritten wird. Noch etwas anderes geht nun mit "Innern" bereits in die sechste Runde: Textlich haben sie mit den oftmals religiösen beziehungsweise religionsverachtenden Lyrics zum Beispiel skandinavischer Vertreter wenig am Hut. Die Dinge, die Sänger und Komponist Nikita Kamprad bewegen, sind eher (zwischen-)menschlicher Natur. Wie hart es dabei manchmal zugehen kann, zeigt das fein inszenierte Cover: Die Stacheln, sie sitzen durchaus auch mal drinnen. Abhilfe schaffen Reflexion und Meditation – sagt eine Black-Metal-Band.

Zunächst ist davon jedoch wenig zu spüren. Der Opener "Marter" ist eben klassischer Black Metal. Maximale Lautstärke, maximales Tempo im Drumming und an den Saiteninstrumenten, maximal unverständlicher Gesang. Der ist bei Der Weg Einer Freiheit größtenteils auf Deutsch, für das Verstehen ist dennoch ein Blick in die Begleittexte nötig. "Xibalba", zweiter der sechs neuen Tracks, schreddert einfach weiter und ist doch hochinteressant. Haben sich die Ohren erst einmal an den zugrunde liegenden Soundteppich gewöhnt, sind feine Entdeckungen möglich. Eine alleinstehende Gitarrenlinie hier, mal eine kurze Verschleppung des Ganzen da. Knapp zwanzig Minuten poltern diese ersten beiden Tracks, was das Zeug hält. "Eos" bricht damit jedoch zunächst komplett. Eher psychedelisch, ja in eine doomige Black-Sabbath-Richtung gehen die ersten zwei Minuten, ehe Der Weg Einer Freiheit umso brutaler zu Werke schreiten. Infernalischer Lärm, musikalisches Chaos, Krieg, dessen Folgen. Die Band illustriert hier sehr greifbar, wie es sich anfühlt, wenn alles dank schlechter menschlicher Eigenschaften den Bach runtergeht – und eben auch, dass die Menschheit bei der Erholung davon nicht unbedingt weiter dabei sein muss. Motive, die beispielsweise auch bei den Genrekollegen Panopticon zentrales Element sind.

Wie auf einem trockenen Planeten staubt es auch in "Fragment", welches dazu noch unerwartet mit Cleangesang einsteigt, ehe das unvermeidliche große Gemetzel ansteht. Einen besonderen Weg setzt die Band im Anschluss fort: "Finisterre III", ein Klavierzwischenstück, dient hier tatsächlich als verbindendes Element zwischen Alben wie "Noktvrn" und eben "Innern" – und darüber hinaus auch zu "Forlorn", dem etwas überraschenden Closer. Nicht allein wegen des englischen Gesangs, sondern auch, weil Kamprad hier seicht flüsternd singt, und das in einer Atmosphäre, die von sanftem Schlagzeugspiel und wenigen, Shoegaze-artigen Riffs begleitet wird. Zwar nimmt auch dieser Track die Grundelemente des Black Metal auf, erreicht aber nie die Schroffheit der Vorgänger. Vielmehr gehen Der Weg Einer Freiheit hier einen ebensolchen, indem sie sich von allen Genrekonventionen lösen und ein gar leuchtendes Signal der Schönheit, des eigenen Safe Space im tiefschwarzen Inneren finden.

(Klaus Porst)

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Highlights

  • Eos
  • Forlorn

Tracklist

  1. Marter
  2. Xibalba
  3. Eos
  4. Fragment
  5. Finisterre III
  6. Forlorn

Gesamtspielzeit: 43:10 min.

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(Neueste fünf Beiträge)
User Beitrag

Ochsensemmel

Postings: 457

Registriert seit 22.09.2025

2025-12-24 15:27:12 Uhr
Ich nicht. Muss kratzen wie bei Burzum.

Bonzo

Postings: 4084

Registriert seit 13.06.2013

2025-12-24 13:23:41 Uhr
Sehr stark. Ich liebe ja glatt produzierten Metal.

kiste

Postings: 350

Registriert seit 26.08.2019

2025-12-24 12:57:09 Uhr
Hm, mit der Glattbügeligkeit hatte ich auch erst meine Bedenken aber irgendwie passt es hier bzw. finde ich es stellenweise auch schön rumpelig.

fluppeaufex

Postings: 569

Registriert seit 29.10.2019

2025-12-23 10:41:25 Uhr
Die Songs sind allesamt großartig, leider komm ich auf die glattgebügelte Produktion nicht klar. Schade eigentlich.

Christopher

Plattentests.de-Mitarbeiter

Postings: 4369

Registriert seit 12.12.2013

2025-12-23 09:51:21 Uhr
Höre mich grade durch alles, was ich dieses Jahr "verpasst" habe. Was für ein geiles Album.
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