Josh Ritter - I believe in you, my honeydew
Pytheas - Thirty Tigers / Membran
VÖ: 12.09.2025
Unsere Bewertung: 7/10
Eure Ø-Bewertung: 5/10
Komm, erzähl mir was!
Als wahrer Prophet stellt sich Kollege Daniel Gerhardt im Nachhinein heraus. Der schrieb im ersten Plattentests.de-Text über Josh Ritter: "Wahrscheinlich wird Josh Ritter für immer der grundgute Storyteller bleiben, der er nun mal ist. Und das ist eine erfreuliche Sache." 2004 war das und mittlerweile kann man durchaus konstatieren, dass Ritter zu den besten musikalischen Geschichtenerzählern der letzten 20 Jahre gehört. Und nicht nur das, Buchautor ist der US-Amerikaner mittlerweile auch noch, hat sein Œuvre also nochmal erweitert. Auf seinem neuen Album "I believe in you, my honeydew" schließt er nahtlos ans bisherige Schaffen an und präsentiert auch neue Stücke für das Highlight-Reel.
Dafür geht's aber erst mal einigermaßen gemächlich los. Die Single "You won't dig my grave" kommt mit Gitarre, Klavier und Drums angenehm, aber nicht überwältigend rein. Doch schon im folgenden "Honeydew (No light)" ist da wieder dieses Gefühl. Eine diebische Klaviermelodie begleitet Ritter, während er von einem zwielichtigen, modernen Robin Hood singt, der in Minnesota sein Unwesen treibt und am Ende sogar mit Prometheus in Verbindung gebracht wird. Ruhiger wird es im folkigen "Truth is a dimension (both invisible and blinding)", das mit der Gitarre unter den Sternen sitzt. Allerdings ist nicht ganz klar, ob da ein Trinker über seinen Liebeskummer außerirdischen Kontakt fantasiert oder es wirklich eine Begegnung mit etwas Außerweltlichem ist. Wichtiger ist eh, dass er am Ende nur bei einer Wahrheit ankommt: "You may even talk to Tonya / Let me ask you if you do / Please tell her I still love her / That will always be the truth." Ach Josh, du alter Romantiker.
Das größte Highlight der Platte folgt mit "Noah's children" – einem dieser Songs, für die man jedem Josh-Ritter-Album mindestens einen Durchlauf gewähren sollte. Oberflächlich ein sehr amerikanischer Rock-Song, wird er durch einen Chor gospelig, nicht zuletzt wegen des religiösen Motivs. Nur um dann einen heimlichen Mord anzudeuten, um Vergebung zu bitten und fast apokalyptisch zu verheißen: "She says, 'The world's ending but it's ending all the time / Noah's children come out of the water little wiser down the line.'" Besser wird's nicht mehr. Bei den zehn neuen Songs, die Ritter mit seiner Royal City Band aufgenommen hat, sind nämlich auch ein paar ruhigere Stücke eingestreut, die auf das wahnsinnig herzliche und warme "Spectral lines" von 2023 gepasst hätten. Die sind nicht schlecht, taugen aber eher für den Schaukelstuhl in der Abendsonne, als vom Hocker zu reißen. Da achtet man lieber auf "Kudzu vines", bei dem Gitarre und Drums sich wie im Tauziehen bewegen und das eine große Rockattitüde zeigt, zu der auch zurückgegelte Haare passen würden, während es sich mit der lyrischen Machete durch die invasive Pflanzenart haut. Mit dem beseelt schunkelnden Outro "The throne" lässt Ritter uns dann samt Saxofonbegleitung nochmal optimistisch in die Zukunft blicken. Er verspricht uns, dass die Trohne dieser Welt uns gehören können. Und auch wenn das sein mag, setzt man sich doch lieber im Schneidersitz vor Ritter auf den Boden und hört ihm dabei zu, wie er seine Geschichten erzählt.
Highlights
- Honeydew (no light)
- Noah's children
- The throne
Tracklist
- You won't dig my grave
- Honeydew (No light)
- Truth is a dimension (both invisible and blinding)
- Noah's children
- Wild ways
- Thunderbird
- Kudzu vines
- I'm listening
- The wreckage of one vision of you
- The throne
Gesamtspielzeit: 40:20 min.
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(Neueste fünf Beiträge)
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Armin Plattentests.de-Chef Postings: 30393 Registriert seit 08.01.2012 |
2025-09-15 21:19:42 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert. Meinungen? |
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MickHead Postings: 10726 Registriert seit 21.01.2024 |
2025-09-12 15:41:41 Uhr
Jetzt komplett bei Bandcamp:https://youtu.be/iCEGrHGmb1o?si=Hv0drzyab_cC83Gt Gaesteliste.de https://gaesteliste.de/2025/09/12/review/josh-ritter-i-believe-in-you-my-honeydew/ Sounds-Of-South.de https://www.sounds-of-south.de/wordpress/2025/09/08/josh-ritter-i-believe-in-you-my-honeydew-cd-review/ |
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MickHead Postings: 10726 Registriert seit 21.01.2024 |
2025-09-08 00:10:17 Uhr
Release auf den 12.09. verschoben! |
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Arne L. Postings: 2971 Registriert seit 27.09.2021 |
2025-09-04 12:53:50 Uhr
"Noah's Children" ist so ein fantastischer Song. Die Backing Vocals sind das i-Tüpfelchen. |
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MickHead Postings: 10726 Registriert seit 21.01.2024 |
2025-08-23 15:29:57 Uhr
3. Song "Noah's Children"https://youtu.be/BS18HwdB5IQ?si=q6Mpcbe68ooJ0Bx7 |
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Referenzen
Justin Townes Earle; Joe Pug; Jason Isbell; Josh Rouse; Dawes; M. Ward; Ryan Adams; Okkervil River; The Avett Brothers; Kathleen Edwards; Patty Griffin; Langhorne Slim; Conor Oberst; Joe Purdy; Ray LaMontagne; Damien Jurado; Iron & Wine; Amos Lee; The Low Anthem; Nathaniel Rateliff; Hiss Golden Messenger; The Felice Brothers; Jeff Tweedy; Wilco; The Tallest Man On Earth; David Gray; Strand Of Oaks; Blitzen Trapper; Brandi Carlile; Andrew Bird; Waxahatchee; Jenny Lewis; Basia Bulat; Steve Earle; Foy Vance; Mason Jennings; Whiskeytown; Phosphorescent; A.A. Bondy
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