Restraining Order - Future fortune
Blue Grape / Membran
VÖ: 12.09.2025
Unsere Bewertung: 7/10
Eure Ø-Bewertung: 5/10
Fast alles richtig gemacht
Eine "Restraining order" regelt in den USA das Kontaktverbot, schützt Personen vor Stalking und Opfer häuslicher Gewalt vor Ihren Peinigern. Warum sich sechs Typen aus Massachusetts diesen absolut negativ besetzten Begriff als Bandnamen ausgesucht haben, ist nicht überliefert und erschwert hoffentlich den Abverkauf von Merch-Artikeln. Sieht man über das schlechte Händchen bei der Namenswahl hinweg, machen die US-Amerikaner so ziemlich alles richtig. Sie sind eine der interessantesten jungen Bands, die der Hardcore zu bieten hat.
Nach dem 2019 veröffentlichten Debüt und dem Nachfolger "Locked in time" aus dem Jahr 2023 kommt mit "Future fortune" bereits das dritte Album. Restraining Order huldigen dem Hardcore der frühen Achtziger Jahre und damit Bands wie Minor Threat, Youth Of Today oder Black Flag. Der Einfluss von Oi!- und Streetpunk ist nicht zu überhören und sorgt für eine Vielzahl an eingängigen Hooks. Die finden sich beispielsweise auf dem rotzigen "Insomnia" oder dem dröhnenden "Free ride", welches ein wenig an die Beatsteaks früherer Jahre erinnert. Sänger Pat Cozens sieht eigentlich zu jung und zu nett aus für seine rotzige, polternde Stimme und versprüht bei den Live-Auftritten der Band eine mitreißende Energie.
Bei der Musik von Restraining Order geht es nicht darum, mit schlampig ausgeführten Roundhouse-Kicks im Moshpit zu glänzen. Es geht um Gemeinschaft und Zusammenhalt, um die alten Werte des Hardcore. Wenn man hier in einer Bierlache ausrutscht, helfen einem unzählige Hände wieder auf, und nach einem aufmunternden Schulterklopfen geht die wilde Party weiter. Songs wie "Shame game" entwickeln durch die drei Gitarristen einen ordentlichen Druck. "Used love" entpuppt sich als tanzbare Punknummer und ist mal wieder so ein mitreißender kleiner Hit, wie er der Band mit "Another better day" auch schon auf dem Vorgängeralbum gelungen ist. Die Inhalte der Songs sind eher simpel und bearbeiten persönliche Themen. Das vorab veröffentlichte "Were you there" richtet sich an echte Freunde und erzählt von bedingungsloser Liebe, der stampfende Opener "Know not" von eigenen Entscheidungen und Weiterentwicklung.
Weiterentwickelt hat die Band sich seit ihrer Gründung 2017 stetig und erlaubt sich heute kleinere musikalische Spielereien. Mit "Journeyman" packen Restraining Order einen Instrumentalsong auf das Album. "Time to go" startet als straighte Punknummer und endet in einem geradezu experimentellen Finale aus jazzigem Piano und Percussions. Auch labelseitig macht das Sextett den nächsten Schritt und wechselt zu Blue Grape Music, wo sich Bands wie Gel, Gridiron oder Code Orange tummeln. Alles richtig gemacht, kann man da nur konstatieren. Von der Namenswahl mal abgesehen.
Highlights
- Insomnia
- Free ride
- Used love
Tracklist
- Know not
- Shame game
- Insomnia
- Free ride
- Adapt
- Checkmate
- Used love
- Future fortune
- The suffer
- Bashful blue
- Time to go
- Journeyman
- Were you there
Gesamtspielzeit: 23:13 min.
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Referenzen
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