In Mourning - The immortal
Supreme Chaos / GoodToGo
VÖ: 29.08.2025
Unsere Bewertung: 7/10
Eure Ø-Bewertung: 6/10
Lichter in der Dunkelheit
Mit In Mourning erhob sich schon im Jahr 2000 eine neue skandinavische Melodic-Death-Metal-Macht, die aber erst acht Jahre später mit einem Album debütierte. Inzwischen hat die Band bereits sechs davon veröffentlicht und damit das stets für gute Ernten in Frage kommende Spannungsfeld zwischen deftigen und dezenten Tönen, zwischen Growling und Clean-Gesang um weitere ertragreiche Flächen erweitert. Mit "The immortal" tritt die ausgebrachte Saat nun in ihre bisher beste Saison ein, auch wenn es nicht unbedingt gleich eine Frucht ist, die den Schweden die titelgebende Unsterblichkeit verleiht.
Denn Erfahrung kann ein zweischneidiges Schwert sein: Das Einmaleins des Gothenburg-Genres haben sich In Mourning derart zur zweiten Natur gemacht, dass es an nennenswerten Schwächen genauso fehlt wie an echten Unterscheidungsmerkmalen zur zahlreichen Konkurrenz. Das macht die Beurteilung zu einer etwas diffizilen Angelegenheit, denn "The immortal" mag zwar an einer gewissen Austauschbarkeit leiden, aber das wird von der gebotenen Qualität mehr als aufgewogen. Ein Unsterblichkeitsfaktor besteht folglich eher im prinzipiell überzeugend präsentierten Stil, der, wenn gut gemacht, neben generell packenden Dynamiken vor allem mit Hoffnung verheißenden Lichtbögen, die durchs düstere Firmament schneiden, zu begeistern vermag. Es sind jene schier unwiderstehlichen Kontraste, die sowohl das Salz in der Suppe, als auch das täglich Brot jeder Melodic-Death-Metal-Band ausmachen, die nicht irgendwo auf den Hinterbänken des Genres versauern will. Einfach nur auf die Kacke hauen kann schließlich jeder.
In Mourning haben mit "The immortal" daher die besten Anlagen, um zu großen Namen wie In Flames, Dark Tranquillity oder auch den frühen Opeth aufzuschließen. Schon "Silver crescent", "Song of the cranes" und "As long as the twilight stays" sind, wie alle Songs, geprägt von einem gekonnt umgesetzten episch-progressiven Gestus, der seine vorherrschende Erregung mitunter in herrlichen Refrains und gut gestreuten Passagen der Entschleunigung zu entspannen sucht. "Song of the cranes" ist dabei besonders hervorzuheben, hätte sich dieses Stück doch auch auf einem In-Flames-Meisterwerk wie "Reroute to remain" wacker geschlagen, selbst wenn die hiesigen Growls mit denen eines Anders Fridén oder auch eines Mikael Åkerfeldt von Opeth nicht ganz mithalten können.
Es sind, wie erwähnt, aber ohnehin die nicht-gutturalen Abschnitte, die dieser Art Musik im Allgemeinen und diesem Album im Besonderen seine Würze verleihen. Erst sie machen aus andernfalls womöglich nur soliden Songs wie "The sojourner", "Staghorn" und auch "North star" episch-entrückt wirkende Genussmomente, wobei spätestens bei letztgenanntem doch auffällt, dass der Platte ein wenig mehr Variantenreichtum gut zu Gesicht gestanden hätte. Das ändert aber nichts daran, dass "The hounding" alle vorangegangenen Stärken nochmals zusammenführt und damit einen insgesamt zweifellos empfehlenswerten Genrebeitrag beschließt.
Highlights
- Song of the cranes
- The sojourner
- Staghorn
Tracklist
- The immortal
- Silver crescent
- Song of the cranes
- As long as the twilight stays
- The sojourner
- Moonless sky
- Staghorn
- North star
- The hounding
Gesamtspielzeit: 47:15 min.
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Referenzen
In Flames; Dark Tranquillity; Emergency Gate; Swallow The Sun; Amorphis; Moonspell; At The Gates; Sentenced; All That Remains; Darkest Hour; Daylight Dies; Scar Symmetry; Draconian; Disillusion; Hypocrisy; Eternal Tears Of Sorrow; Soilwork; Opeth; Cold; While Heaven Wept; As I Lay Dying; Novembers Doom; Stone Sour; Dark Age; Arch Enemy; Be'lakor; Katatonia; Mors Principium Est; Ghost Brigade; Shadows Fall; Insomnium; Omnium Gatherum; Edge Of Sanity; Paradise Lost; Gojira; The Black Dahlia Murder; Kalmah; Before The Dawn; Cyhra; Nevermore; Orphaned Land; Leprous; Trivium; Hand Of God; Iotunn; Beyond The Black; Eternal Solstice; The Circle; October Tide; Wintersun; Amon Amarth; The Intersphere; Enshine; Evadne; The Haunted; Triosphere; Orbit Culture; Five Finger Death Punch; Shinedown; Disturbed
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