Alison Goldfrapp - Flux
A.G. / Bertus
VÖ: 15.08.2025
Unsere Bewertung: 7/10
Eure Ø-Bewertung: 9/10
She's designer
Alison Goldfrapp muss niemandem mehr etwas beweisen. Mit ihrem kongenialen Partner Will Gregory hat sie zwei Dekaden lang die elektronische Popmusik geprägt und so manchen Klassiker geschrieben. Und auch ihr Solodebüt "The love invention" war ein durchweg gelungenes Synthpop-Album. Doch Aufhören steht nicht zur Debatte. Warum auch, wenn man genau weiß, was man will. Und so setzt Goldfrapps zweites im Alleingang entstandenes Werk "Flux" den eingeschlagenen Weg konsequent fort. Wer eine Rückkehr zu den Folk- oder Klassik-Elementen früherer Tage ersehnt, wird daher eher nicht glücklich werden. Wer allerdings Lust auf perfekt austarierte, überaus eingängige Musik für laue Sommernächte hat, kann sich "Flux" guten Gewissens ins Plattenregal stellen.
Die Produktion fällt noch detaillierter, noch präziser als auf dem Vorgänger aus. Alles glänzt und glitzert, Goldfrapp greift weiterhin geschickt Einflüsse aus den 80er-Jahren auf und verbindet sie mit zeitgenössischen Synthwave-Elementen. Noch immer besitzt sie ein ausgezeichnetes Gespür für Melodien, sodass praktisch jeder Song Ohrwurmqualitäten aufweist. Müsste man die Musik auf "Flux" mit einem einzigen Adjektiv beschreiben, drängt sich das Wort "elegant" auf. Mühelos schwebt Goldfrapps Stimme über den luftigen Arrangements, die immer wieder mit tollen Soundideen aufwarten. So lädt "UltraSky" zum Schwelgen ein, während das lasziv unterkühlte "Reverberotic" die Discokugel in Rotation versetzt. Immer wieder bedient sich die Engländerin auch bei ihr bis dato eher fremden Subgenres, nachzuhören in "Play it (Shine it like a nova star)", das gekonnt Tech-House-Elemente ins Klangbild integriert.
Tiefsinnig oder gar konfrontativ geht es auf "Flux" allerdings nicht zu. Aus diesem Grund befinden sich mit "Hey hi hello" und "Find Xanadu" auch zwei richtig seichte Tracks auf dem Album. "Nana nana hey", singt Goldfrapp im letztgenannten Song. Das ist natürlich Quatsch, aber wenn die fantastische Synth-Hook einsetzt, bleibt nur die Kapitulation. Die Oberflächlichkeit ist hier nicht das Resultat von Unvermögen, sondern Stilmittel. Goldfrapp sucht ihr Glück im Irdischen, was "Ordinary day" textlich hervorragend illustriert. Ganz und gar nicht gewöhnlich fällt hier jedoch der Sound aus: Sphärische Strophen treffen auf einen trance-infizierten Refrain, ehe im Schlusspart das Tempo halbiert und die Intensität verdoppelt wird. Viel besser kann man Musik nicht machen.
Dass das Album in Gänze nicht ganz dieses Niveau erreicht, fällt nicht negativ ins Gewicht. Dazu ist "Flux" zu rund, zu durchdacht. Es zeigt eine Künstlerin, die ihr großes Können mit einer klaren Vision vereint. "All I want is love to find me", lautet ein zentraler Vers in "Sound & light", während die Musik in allen erdenklichen Farben schimmert. Menschen zerbrechen sich schon seit Jahrtausenden den Kopf darüber, was Schönheit ist. Beantworten kann und will Alison Goldfrapp diese Frage nicht, sie weiß nur, was sie hören will. Und solange sie die Welt daran teilhaben lässt, wird sie auch Aufmerksamkeit geschenkt bekommen. In Zeiten, die Harmonie durch Leere ersetzen, ist so ein bisschen Harmonielehre vielleicht ganz hilfreich. (Hier bitte ein "Uff" denken.)
Highlights
- Sound & light
- Reverberotic
- Ordinary day
Tracklist
- Hey hi hello
- Sound & light
- Reverberotic
- Strange things happen
- UltraSky
- Play it (Shine like a nova star)
- Find Xanadu
- Cinnamon light
- Ordinary day
- Magma
Gesamtspielzeit: 37:20 min.
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(Neueste fünf Beiträge)
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Armin Plattentests.de-Chef Postings: 30514 Registriert seit 08.01.2012 |
2025-09-01 21:09:40 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert. Meinungen? |
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StandardMitDAmEnde Postings: 34 Registriert seit 23.04.2021 |
2025-08-26 16:02:29 Uhr
Drei Durchgänge bisher Insgesamt sehr ähnlich zum Vorgänger "The Love Invention" mit all dem akustischen Glitzer und Feenstaub, aber weniger fesselnd. Hört sich an, als ob die Tracks, die es nicht auf Love Invention geschafft haben, nochmal rausgekramt worden wären für einen zweiten Aufguss. Strange Things Happen ist in der Tat ein Highlight, aber auf Albumlänge kaum mehr als eine 6/10. |
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Lordran Postings: 333 Registriert seit 09.10.2023 |
2025-08-19 12:21:23 Uhr
"Sound & Light" ist ein absoluter Banger und "Strange Things Happen" liebe ich jetzt schon über alles. |
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MickHead Postings: 11271 Registriert seit 21.01.2024 |
2025-08-19 11:10:11 Uhr
Laut.de 4/5https://laut.de/Alison-Goldfrapp/Alben/Flux-125722 Musikexpress 4/6 https://www.musikexpress.de/reviews/alison-goldfrapp-flux/ MusikBlog https://www.musikblog.de/2025/08/alison-goldfrapp-flux/ |
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rheiton Postings: 371 Registriert seit 26.03.2025 |
2025-08-15 10:25:46 Uhr
Ach, Mickhead... |
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Referenzen
Goldfrapp; Giorgio Moroder; The Funky Lowlives; Yazoo; Moloko; Róisín Murphy; Robyn; Annie; Moby; Kylie Minogue; Tricky; Orbital; The Chemical Brothers; Röyksopp; Sophie Ellis-Bextor; M83; The Weeknd; Susanne Sundfør; Lykke Li; Pet Shop Boys; Orchestral Manouevres In The Dark; Saint Etienne; Kavinsky; The Knife; Daft Punk; Eurythmics; Annie Lennox; Fever Ray; Everything But The Girl; Trentemøller; Erasure; Ultravox; Depeche Mode; New Order; Faithless; Bonnie Tyler; Visage
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