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Lowheaven - Ritual decay

Lowheaven- Ritual decay

MNRK / SPV
VÖ: 29.08.2025

Unsere Bewertung: 8/10

Eure Ø-Bewertung: 7/10

Brachial emotional

Vier Jahre haben die Kanadier Lowheaven nach ihrer Gründung gebraucht, um ihr erstes Album fertigzustellen – und das könnte gerade jetzt genau zur richtigen Zeit kommen. Bedingt durch schnelllebige Social-Media-Trends und Co. sind plötzlich die 1990er-Jahre wieder angesagt, genresprengende Acts wie Deftones beliebter denn je. Eine nachwachsende Generation entdeckt hier gerade ein Feld neu – und das auf komplett anderem Wege als über die ausgetretenen Pfade. Plötzlich sind es nicht mehr nur die bekannten Hits, sondern auch andere Stücke aus dem Backkatalog, die in den Apps ihre Follower finden und zu ausverkauften Riesenhallen führen. Was nun Deftones mit Lowheaven zu tun haben? Nun, diese Referenz kommt nicht nur als Wink mit dem Zaunpfahl daher – das Quartett schlägt jenen genüsslich mit voller Wucht auf die Ohren.

Der Opener "In grievances" enthält alle Elemente, die die großen Vorbilder aus Sacramento zu dem gemacht haben, was sie sind: Post-Hardcore, Shoegaze, Post-Rock – und allen voran Dan Thompson, der sich so einige der Gesangselemente Chino Morenos vornimmt und auf seine Art präsentiert. Mit dabei ist das Wechselspiel aus leicht entrücktem Cleangesang, diversen Schreiparts und dem markanten Halleffekt. Lowheaven nur als Deftones-Verschnitt abzutun, greift jedoch völlig zu kurz – dafür ist "Ritual decay" viel zu gut. Kunst lebt eben von Inspirationen – diese sind hier sehr deutlich zu hören – und von der eigenen Verarbeitung. Im Falle Lowheavens waren das laut eigener Aussage fünf Bücher voller Lyrics, entstanden nach 2020 und geprägt vom eigenen Schicksal. Selbsthass und Vergebung, Bestandteile emotionaler Achterbahnen, umgesetzt mit Hilfe seiner Bandkollegen Mikey Buchta, Alex Pley und Pat Pajak. Das Resultat sind Songs, die in einem Moment brachiales Monument sind – wie "Cancer sleep" – sich wenig später klassischem Emo hingeben und dann wieder ins Maximum zurückkehren.

Thompson und Bassist Mikey Buchta liefern sich hierbei oft ein Wechselspiel, das den Sound noch variantenreicher macht – als wäre er nicht ohnehin schon abwechslungsreich genug. Was beispielsweise in "Fucking hell" und "Violence" an groovenden Riffs aneinandergereiht wird, sucht im Jahr 2025 lange seinesgleichen. "Nothing else frail" ist so ein Fall: Das Chaos von Converge trifft auf Post-Rock-Zwischenspiele samt atmosphärischen, ja wunderschönen Gitarrensoli inmitten dieses Durcheinanders. Jene Melodie schleicht hinüber in "Amherst", einer zunächst feinen Ballade, die nach knapp drei Minuten in einen emotionalen Vulkanausbruch mündet, der so schnell vorbei ist, wie er kam – und beweist: Lowheaven können nicht nur sehr gut großen Krach fabrizieren, sondern auch Melodien aus dem Ärmel schütteln, von denen man bisher nicht wusste, dass sie einmal gebraucht werden. Jetzt sind sie da – und gehen nicht mehr weg. Was hoffentlich auch auf Lowheaven als Ganzes zutrifft: eine Band, die zwar im Schatten großer Helden startet, diesen aber mit großen Schritten hinter sich lässt.

(Klaus Porst)

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Highlights

  • Cancer sleep
  • Nothing else frail
  • Fucking hell

Tracklist

  1. In grievance
  2. Chemical pattern
  3. Cancer sleep
  4. Nothing else frail
  5. Amherst
  6. Mercy death
  7. Fucking hell
  8. Fighter valley
  9. Violence
  10. Manic grace

Gesamtspielzeit: 43:10 min.

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Armin

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2025-08-24 09:01:25 Uhr - Newsbeitrag
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