James Yorkston - Songs for Nina and Johanna
Domino / GoodToGo
VÖ: 22.08.2025
Unsere Bewertung: 7/10
Eure Ø-Bewertung: 7/10
Die Gabe
Das Alte und Bekannte festhalten oder loslassen, auf zu neuen Ufern? James Yorkston gibt darauf so treffende, weil ganz widersprüchliche Antworten. "Oh light, oh light" wirft sich mit ausgebreiteten Armen der Zukunft entgegen, Geige und Mandoline spielen befreit auf, kein Drama mehr, denn: "I've made it twenty-eight days so far / With no crosses in the diary." Yorkstons Duettpartnerin in diesem Song ist Johanna Söderberg, eine Hälfte des Indie-Pop-Duos First Aid Kit. Yorkston, so könnte man meinen, blüht besonders dann auf, wenn er auf die richtigen Leute trifft, um dann gemeinsam zu musizieren. Neben Söderberg ist noch eine andere Sängerin als Duettpartnerin an diversen Songs beteiligt: Nina Persson, die schon am Vorgänger "The great white sea eagle" mitgewirkt hat. Zusammen intonieren der schottische Folk-Barde und die Cardigans-Sängerin unter anderem "A moment longer", das den kurzen Augenblick festhalten, den alten Geschichten noch länger zuhören will, denn wer weiß schon, was der nächste Tag bringt. Und überhaupt: "There's a lifetime of stories here / To chase the blues, chase the blues away."
Was aber, wenn es Veränderung braucht, damit alles so bleiben kann, wie es nie war? "I can change / I can change / I can change / Let me change." Man möchte es ja glauben. Aber. Da ist es tröstlich, dass Yorkston derlei Fragen und Sorgen auch heuer nicht allein herumwälzen muss. Klar, da sind die beiden Duettpartnerinnen, deren stimmliche Einlagen im Wechsel- und Zusammenspiel mit Yorkston den eigentlichen Reiz dieser Platte ausmachen. Aber "Songs for Nina and Johanna" ist darüber hinaus auch das dritte Album in Folge, das Yorkston in Stockholm zusammen mit den Musiker*innen vom The Second Hand Orchestra aufgenommen hat. Das Ergebnis ist wieder fein arrangierter Kammer-Folk, abwechslungsreich instrumentiert, dabei aber nie überfrachtet. Anders als noch auf "The great white sea eagle" haben sich Yorkston und Co. dieses Mal zwar mehr Zeit gelassen und sind die Sache mit etwas mehr Struktur angegangen. Dem Ergebnis haftet aber dennoch der Eindruck des Flüchtigen und eine beiläufige Leichtigkeit an.
So greift auch "Love / Luck" nach dem flüchtigen Glück, versucht den besonderen Moment zu fassen, was natürlich vergeblich ist, aber auch nicht weiter schlimm, wenn dabei solche Melodien entstehen. Und schließlich will "Songs for Nina and Johanna" ja auch nicht mehr sein als eine Sammlung gelungener Momentaufnahmen, beiläufiger Schnappschüsse. Ohne großen Masterplan oder ausgeklügeltes Konzept dahinter, aber mit weiteren Höhepunkten wie der Ballade "Rabbit" oder "I spooked the neighbours", das kurz vor Sperrstunde nochmal über die Stränge schlagen darf. Einfach mal machen. Schauen, was passiert. Die endliche Zeit nutzen, die man gemeinsam hat. Bezeichnend, dass der einzige Song, den Yorkston ganz allein und ohne Persson oder Söderberg intoniert, den Titel "Where's the time?" trägt und über Vergänglichkeit inmitten rasender Beschleunigung sinniert. "Oh, the pace in which things change / It all sped up as I slowed down." Wer hier letztlich wem ein Geschenk macht, das lässt sich keineswegs so einfach auflösen, wie es der Titel "Songs for Nina and Johanna" behauptet.
Highlights
- A moment longer (featuring Nina Persson)
- Love / Luck (featuring Johanna Söderberg)
- Where's the time?
- I spooked the neighbours (featuring Johanna Söderberg)
Tracklist
- I can change (featuring Nina Persson)
- Oh light, oh light (featuring Johanna Söderberg)
- A moment longer (featuring Nina Persson)
- Love / Luck (featuring Johanna Söderberg)
- Where's the time?
- Rabbit (featuring Nina Persson)
- Love that tree (featuring Nina Persson)
- Oh Sparrow, up yours (featuring Johanna Söderberg)
- I spooked the neighbours (featuring Johanna Söderberg)
- With me, with you (featuring Nina Persson)
Gesamtspielzeit: 37:18 min.
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MickHead Postings: 14354 Registriert seit 21.01.2024 |
2025-08-22 11:17:11 Uhr
Jetzt komplett bei Bandcamp:https://jamesyorkston.bandcamp.com/album/songs-for-nina-and-johanna |
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Armin Plattentests.de-Chef Postings: 30941 Registriert seit 08.01.2012 |
2025-08-14 21:14:27 Uhr - Newsbeitrag
Frisch rezensiert. Meinungen? |
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MickHead Postings: 14354 Registriert seit 21.01.2024 |
2025-06-05 11:54:30 Uhr
Der schottische Singer-Songwriter und Folk Musiker "James Yorkston" aus Stratford-upon-Avon, kündigt für den 22.08. das 16. Studioalbum "Songs For Nina And Johanna" an. Es folgt auf "The Great White Sea Eagle" von 2023.The incoming album is James Yorkston’s sixteenth on Domino, and it represents his third to be recorded in Stockholm. Backing the songwriter throughout are the Second Hand Orchestra, and the title should be taken literally – guest vocalists are Nina Persson (The Cardigans) and Johanna Söderberg (First Aid Kit). James and Nina are of course old friends, and worked on the critically acclaimed album ‘The Great White Sea Eagle’ together. Johanna Söderberg is something fresh, singing four songs on the record, to Nina’s five. 2 Songs bisher geteilt: "A Moment Longer (Feat. Nina Persson)" https://www.youtube.com/watch?v=t8yy00Mum0Q "Love / Luck (Feat. Johanna Söderberg)" https://www.youtube.com/watch?v=8DkcoguRzEQ "Songs For Nina And Johanna" bei Bandcamp: https://jamesyorkston.bandcamp.com/album/songs-for-nina-and-johanna |
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Referenzen
Yorkston/Thorne/Khan; James Yorkston & The Big Eyes Family Players; James Yorkston And The Athletes; James Yorkston, Nina Persson And The Second Hand Orchestra; Nina Persson; The Cardigans; A Camp; Johanna Söderberg; First Aid Kid; Alasdair Roberts; Adrian Crowley; Rufus Wainwirght; Bill Wells; Fionn Regan; Angel Olson; Andrew Bird; Sufjan Stevens; Bill Callahan; Seamus Fogarty; Cat Power; Iron & Wine; Ron Sexmith; Tindersticks; The Tallest Man On Earth; Vetiver; Erland Cooper; Nick Cave & The Bad Seeds; Malcolm Middleton; Aidan Moffat; M. Ward; Rustin Man; Beth Orton; Chris Eckman; The Walkabouts; King Creosote; Great Lake Swimmers; Bonnie 'Prince' Billy; Will Oldham; William Fitzsimmons; Bon Iver; Leonard Cohen; Lambchop; Mark Kozelek; Sun Kil Moon; Black Sea Dahu; Sam Amidon; Wrekmeister Harmonies
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