The Black Keys - No rain, no flowers
Easy Eye Sound / Warner
VÖ: 08.08.2025
Unsere Bewertung: 6/10
Eure Ø-Bewertung: 5/10
Let's pop
Es hätte alles so schön sein können im Jahr 2024 für The Black Keys. Das US-amerikanische Duo Dan Auerbach und Patrick Carney hatte gerade "Ohio players" veröffentlicht und damit einen weiteren Nachweis für die exquisite Kunstfertigkeit erbracht, packende Songs schreiben und dabei zudem stimmige Gesamtwerke einspielen zu können. Es folgten allerdings nicht die erhofften Glanzmomente, sondern eine Tourabsage und die anschließende Trennung vom Management. "We got fucked", fasste Carney das Geschehen knackig zusammen. Das war unter dem Strich natürlich alles andere als schön, und es stellte sich die Frage, welchen Weg die beiden Musiker nun einschlagen würden. Nun, Auerbach und Carney entschieden sich für die Produktivität und machten sich rasch wieder ans Songschreiben. Und so legen die gewöhnlich im Blues Rock verorteten Herrschaften ihr inzwischen 13. Studioalbum vor, das in vielen Phasen seiner elf Songs beherzt in Richtung Pop winkt.
Und eben das funktioniert zunächst einmal tatsächlich ordentlich. Klar, die musikalische Grundausrichtung des Duos ist weiterhin deutlich vernehmbar, aber insbesondere die beiden Stücke zum Einstieg bringen eine übergroße Portion Leichtigkeit mit. Der Titelsong ist eine herzliche Einladung zum Mitgrooven unter blauem Himmel, bevor "The night before" als kleine Indiepop-Perle die Neugier auf das weitere Album gekonnt steigert. The Black Keys haben dieses Mal übrigens vordergründig auf die ganz großen Namen verzichtet, die ihnen bei ihrer Arbeit unter die Arme greifen. Hatten auf "Ohio players" noch Noel Gallagher oder Beck ihre Finger im Spiel, waren am Nachfolger Rick Nowels, Daniel Tashian, Desmond Child und Scott Storch beteiligt. Nowels und Storch zeichnen dabei für die vermehrt eingestreuten Keyboard-Klänge verantwortlich. Für stilistische Vielfalt ist bei allen Pop-Anklängen natürlich gesorgt, als Beispiele dienen das zurückhaltende "Down to nothing" oder auch das abschließende "Neon moon", das zwischen Americana und Country pendelt.
Leider, und das ist bei einem Album dieser Länge nicht generös wegzuschmunzeln, finden sich auf "No rain, no flowers" dann aber doch Momente der Belanglosigkeit. "Babygirl" etwa stolpert nach dem gelungenen Einstiegsdoppel dezent eintönig vor sich hin und hinterlässt ein erstes größeres Fragezeichen. Auch textlich bleibt der Höhenflug hier aus: "I like the things you wear / I like the way you stare", heißt es beispielsweise. Kurz danach irrt "On repeat" eher haltlos durch den Orbit. Die gewöhnlich hohe Qualität des eigenen Outputs wird dieses Mal ein wenig zur Falle: Mit ihren vorangegangenen, zuweilen fantastischen Alben haben The Black Keys die Erwartungshaltung stets ansteigen lassen; man denke nur an die packende Songauswahl von "Ohio players", das nur knapp eineinhalb Jahre vor dem jüngsten Streich erschien. Die Berechtigung, neue Wege zu beschreiten und dabei wie auf "No rain, no flowers" das Pop-Herz anzusprechen, hat das Duo zweifellos. Nur so richtig zünden will die Angelegenheit auf ganzer Strecke nicht.
Highlights
- No rain, no flowers
- The night before
- Make you mine
Tracklist
- No rain, no flowers
- The night before
- Babygirl
- Down to nothing
- On repeat
- Make you mine
- Man on a mission
- Kiss it
- All my life
- A little too high
- Neon moon
Gesamtspielzeit: 36:55 min.
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(Neueste fünf Beiträge)
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afromme Postings: 685 Registriert seit 17.06.2013 |
2025-08-29 21:14:52 Uhr
Ja, denke ich mir auch. Wenn ich eine Zwei-Mann-Basic-Blues-Kapelle suche, sind es die Black Keys so wenig wie Jack White und seine diversen Nebenprojekte. |
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fuzzmyass Postings: 21404 Registriert seit 21.08.2019 |
2025-08-18 22:19:13 Uhr
Ja gut, aber das ist doch schon seit mehr als 10 Jahren so (Ausnahme Delta Kream), dass man "zu kommerziell und weit von den Wurzeln entfernt ist", da müssten sich die Nörgler doch dran gewöhnt haben :) |
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afromme Postings: 685 Registriert seit 17.06.2013 |
2025-08-18 22:07:26 Uhr
Zu kommerziell, nicht genug dreckiger Blues, zu weit von den Wurzeln entfernt, Noel Gallagher, Beck... |
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fuzzmyass Postings: 21404 Registriert seit 21.08.2019 |
2025-08-17 15:07:41 Uhr
"dass aber die Fangemeinde auf Reddit Ohio Players total niedermacht"Kann ich überhaupt nicht nachvollziehen... Ohio Players ist ein absolutes Highlight Album.. was bemängeln die denn da? |
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afromme Postings: 685 Registriert seit 17.06.2013 |
2025-08-17 10:50:14 Uhr
Vorhin zum ersten Mal aufgelegt... ganz gutes Album, toller Flow, sehr rund, super Produktion... kommt erstmal nicht an den großartigen Vorgänger ran, der fast nur Banger hatte inkl. großer Abwechslung...Ich finde es erstaunlich, dass ich das Vorgänger-Album auch so wahrnehme - wirklich sehr stark, dass aber die Fangemeinde auf Reddit Ohio Players total niedermacht. |
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Referenzen
The War On Drugs; Blues Explosion; 22-20s; Two Gallants; Thee Shams; The White Stripes; Jack White; The Dead Weather; The Raconteurs; Kasabian; Portugal. The Man; The Flaming Lips; Pixies; Dirty Projectors; Wolf Parade; Tame Impala; The Dirtbombs; The Come-Ons; Led Zeppelin; Archie Bronson Outfit; The Checks; Marvin Gaye; Kings Of Leon; Bloc Party; Phoenix; Foals; TV On The Radio; Elbow; Muddy Waters; R.L. Burnside; Howlin' Wolf; Arctic Monkeys; The Kills; Black Rebel Motorcycle Club; The Kinks; Cage The Elephant; Jimi Hendrix; Screamin' Jay Hawkins; The Von Bondies; The D4; The Blue Van; Burning Brides; Bigbang; The Blueskins; Soledad Brothers; The Detroit Cobras; The Delta 72; MC5; The Sonics; The Rolling Stones; John Lee Hooker; Robert Johnson; Stevie Wonder; Mississippi Fred McDowell; B.B. King; Elmore James; Doo Rag; Black Lips; Little Barrie; Young Heart Attack; The Datsuns; The Black Crowes; Wolfmother; Junior Kimbrough; Reigning Sound
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