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Halestorm - Everest

Halestorm - Everest

Atlantic / Warner
VÖ: 08.08.2025

Unsere Bewertung: 4/10

Eure Ø-Bewertung: 6/10

Anfahren am Berg

Im Juli beendeten Black Sabbath mit einem großen Knall ihre 55-jährige Karriere. Zu dem Zeitpunkt wusste noch niemand, dass einige Tage danach die traurige Nachricht von Ozzy Osbournes Tod folgen würde. Rund 42.000 Fans pilgerten nach Birmingham. Auf der Bühne gaben sich Legenden wie Metallica, Alice In Chains und Slayer ein Stelldichein. Die Einnahmen in Höhe von knapp 190 Millionen Dollar wurden gespendet – das Sahnehäubchen auf diesem zehnstündigen Megaevent. Und doch gibt es einen gehörigen Wermutstropfen: Neben all den vielen alten und mittelalten Herren schaffte es mit Halestorm genau eine Band ins Lineup, die ein weibliches Mitglied in ihren Reihen hat. Das wirft zum einen kein gutes Licht auf das Booking und das Fingerspitzengefühl des musikalischen Leiters, Tom Morello. Zum anderen zeigt es aber, welches Standing die Hardrock-Band um Frontfrau Elizabeth "Lzzy" Hale aus Red Lion, Pennsylvania, mittlerweile hat.

Den Titel ihres sechsten Albums "Everest" kann man so verstehen, dass die vier Musiker*innen den Gipfel im Rock'n'Roll-Geschäft erklommen haben. Für das 2009 veröffentlichte Debütalbum gab es in den USA direkt Gold, auch einen Grammy hat die Band bereits im Gepäck. Wie man an einem Berg am besten anfährt, wissen wir alle aus der Fahrschule. Halestorm beherzigen das allerdings in ihrer Musik und sind über weite Strecken mit angezogener Handbremse unterwegs. Arejay Hale, der Bruder von Lzzy, unternimmt an den Drums bei Songs wie "Fallen star" den Versuch, auszubrechen und das Tempo anzuziehen, wird jedoch durch das stoische Spiel der Saiteninstrumente eingefangen und auf wohltemperierte Rockradiotauglichkeit runtergebremst. Die Songs von Halestorm sind so formelhaft aufgebaut, dass Werke von AC/DC oder Danko Jones dagegen geradezu experimentell wirken. "Shiver" ist gähnend langweiliger Midtempo-Hardrock, bei "Like a woman can" verfallen die US-Amerikaner*innen in klebrigen Bluesrock.

Lzzy Hales Stimme ist durchaus variabel, changiert zwischen Doro, Hayley Williams von Paramore oder, in ihren sehr poppigen Momenten, Marie Fredriksson von Roxette. Die Lyrics selbst haben jedoch wenig Tiefe zu bieten. Im Titelsong werden Durchhalteparolen aneinandergereiht und der eigene schweiß- und tränenreiche Weg beschrieben, "I gave you everything" und das grungige "Broken doll" drehen sich um Herzschmerz. Auch der Chorus von "Darkness always wins" gewinnt mit der einprägsamen Line "We're all fighters, holding up our lighters" keinen Preis für kreatives Schreiben. Bei "Killing" und "Watch out!" zeigt sich die Band aber mit ein bisschen mehr Haaren auf den Zähnen, auch das polternde "Rain your blood on me" bricht aus dem stromlinienförmigen Korsett aus und bietet eine willkommene Abwechslung. Den letztgenannten Song präsentierten Halestorm den begeisterten Massen beim Abschied von Black Sabbath. Hale selbst verkündete übrigens, welche Ehre es sei, "die einzige Frau zu sein, die gebeten wurde, dort zu sein". Offensichtlich ist Gender-Equality keine Herzensangelegenheit der 41-Jährigen. Aber Feminismus funktioniert eben auch nicht mit angezogener Handbremse.

(Andreas Rodach)

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Highlights

  • Rain your blood on me
  • Watch out!

Tracklist

  1. Fallen star
  2. Everest
  3. Shiver
  4. Like a woman can
  5. Rain your blood on me
  6. Darkness always wins
  7. Gather the lambs
  8. Watch out!
  9. Broken doll
  10. Killing
  11. I gave you everything
  12. How will you remember me?

Gesamtspielzeit: 48:35 min.

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