Baest - Colossal
Century Media / Sony
VÖ: 15.08.2025
Unsere Bewertung: 7/10
Eure Ø-Bewertung: 5/10
Gut gerifft, Löwe!
Drei Alben hat es gedauert, dann gehörten Baest aus dem dänischen Aarhus zu den heißesten jungen Wilden des Death Metal. Was noch ein Stück weit fehlte, war das gewisse Etwas, der kleine Unterschied quasi. Wer nun aber 2021 beim starken Album "Necro sapiens" ganz genau hingehört hat, wird da schon ein hohes Maß an Spielfertigkeit festgestellt haben. Und filigrane Technik ist nun einmal etwas, was ganz hervorragend zu beinhartem Geknüppel passen kann. Die Entwicklung jedoch, die die Dänen hin zum neuen Album "Colossal" durchgemacht haben, war damals nicht zu erwarten. Was ist passiert?
Riffs und Hooks sind passiert. Nach dem ersten Durchlauf ist erst einmal Erstaunen angesagt. Nachdem man den ein oder anderen erbosten Elchtod-Ultra vor die Tür begleitet hat, der nicht begreifen will, dass die Band so gar nicht mehr konservativ skandinavisch klingen will. Das erste diesbezügliche Statement hört auf den Namen "Stormbringer", ist der Opener des vierten Albums und greift tief in die Riffkiste der Achtziger. Wenn dann irgendwann Frontmann Simon Olsen einsetzt, sind seine Growls nicht etwa Stilbruch, sondern passen ganz hervorragend. Zumal man selbst ohnehin damit beschäftigt ist, sich zu diesen Riffs das Hirn aus dem Schädel zu bangen. Accept meets Death Metal? Aber hallo!
Doch die Dänen können auch anders. Das folgende "Colossus" beispielsweise nimmt das Tempo brutalstmöglich heraus und stampft wie die namensgebende Sagenfigur voraus. Langsam, zornig, alles niederwalzend. Bis zum rasenden Mittelteil, versteht sich. Der größte Coup verbirgt sich aber hinter "King of the sun". Denn im Refrain spielt sich Olsen mit einem wohlbekannten Kollegen die Bälle zu, nämlich Jesper Binzer von den in Dänemark bekanntermaßen riesengroßen D-A-D. Und Binzer gibt ohne Berührungsängste zum doch eher fremden Genre richtig Gas und verleiht mit seltener Aggressivität dem Song eine geradezu diabolische Note.
Ein Gastbeitrag der anderen Sorte findet sich hingegen bei "Misfortunate son". Hier fand sich direkt die komplette dänische Black-Metal-Truppe Orm zusammen, um gemeinsam mit Baest eine brutalstmögliche Wand zu mauern. Uff. Da kommt dann ein Instrumental wie "Light the beacons" gerade recht, das eben nicht bloß aus Geballer ohne Gegrunze besteht, sondern eindrucksvoll zeigt, dass von diesen Dänen noch eine ganze Menge zu erwarten ist. Zumal der darauf folgende Rausschmeißer "Depraved world" mit seiner Moonspell-Note noch ein letztes Mal wahrhaft von den Sitzen reißt. Und wären da nicht ein, vielleicht zwei Songs, die dann doch eher Bewährtes liefern, man könnte mit Fug und Recht von einer Sensation sprechen. Doch auch so zeigen Baest, dass es auch im ansonsten nicht immer vor Innovation sprühenden Genre überaus hoffnungsvolle Nachwuchsbands gibt.
Highlights
- Colossus
- King of the sun (feat. Jesper Binzer)
- Depraved world
Tracklist
- Stormbringer
- Colossus
- In loathe and love
- King of the sun (feat. Jesper Binzer)
- Imp of the perverse
- Misfortunate son (feat. Orm)
- Mouth of the river
- Light the beacons
- Depraved world
Gesamtspielzeit: 42:29 min.
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